Alex im Sommerloch

14. Juli 2014

Sein Name ist Dobrindt…, Alexander Dobrindt , gestört, nicht wach geschüttelt. Er ist der aktuell amtierende Verkehrsminister Deutschlands. Mit einer phänomenalen Attacke auf das bevorstehende politische Sommerloch 2014, die MAUT für alle und überall, versucht sich der CSU- Politiker hinter dem breiten Rücken seines bayrischen Landeschefs Horst Seehofer bemerkbar zu machen.
Gelungen scheint sein Publicity- Plan zu sein, denn wer mächtig viel Nonsens verbreitet, wird in unserer Spaßgesellschaft schließlich eher wahrgenommen als jemand, der eine sinnvolle Idee anzubieten hätte.
Maut, abgeleitet aus dem Gotischen Sprachgebrauch, hat sich als Fachbegriff für Wegzoll etabliert und verliert dadurch etwas an seiner negativ bissigen Bedeutung. Und wenn etwas gar nicht mehr so schlimm klingt, kann man ja damit eben mal bei allen Kraftfahrzeugen auf Deutschlands Straßen abkassieren. Eine Renovierung der Verkehrsinfrastruktur wäre dringend erforderlich. Damit hat Herr Dobrindt absolut recht, jedoch das Überbleibsel aus dem CSU- Bundestagswahlkampf, welches die Koalitionspartner CDU und SPD am liebsten auf Seite 8 und 29 ihres Koalitionsvertrages dem Schlaf des Vergessens überlassen hätten, hat nun der Mann mit der überdimensionierten Brille wieder ausgegraben.
Kein deutscher Autofahrer soll angeblich zusätzliche Kosten tragen müssen. Die Maut für inländische KFZ- Halter soll mit der Kraftfahrzeugsteuer verrechnet werden. Damit die EU seine Pläne nicht durchkreuzt, soll eine sogenannte „Infrastrukturabgabe“ die versprochene Entlastung der deutschen Kraftfahrer formal von der KFZ- Steuer entkoppeln. Ob die Politiker in Brüssel auf diese Dobrindt’sche Finte hereinfallen, besitzt in etwa die Zuversicht, dass Frau Holle doch für winterliches Schneegestöber verantwortlich zu machen sei. Kritiker dieser „All inclusive- Maut“ befürchten, dass die vom Verkehrsminister erwarteten Mehreinnahmen von schätzungsweise 600 Millionen Euro jährlich zu einem Großteil in den Fressnapf des allgegenwärtigen Bürokratiemonsters geraten würden. Schließlich muss die KFZ- Steuer komplett umgestaltet werden. Ob diese Pläne dem Kollegen Wolfgang Schäuble, seines Zeichens Finanzminister und bekanntester Rollstuhlfahrer der Nation, gefallen werden, wird sich alsbald herausstellen, denn dem Finanzministerium wird womöglich mit einer Reform der KFZ- Steuer eine lukrative Einnahmequelle genommen.

Quelle: CSU.DE

Quelle: CSU.DE


Die Niederlande haben bereits eine Klage beim Europäischen Gerichtshof angekündigt, sollte Deutschland seine Maut- Pläne in die Tat umsetzen wollen. Dass ausgerechnet Österreich ebenfalls zu den schärfsten Kritikern der deutschen Maut- Pläne zählt, klingt irgendwie obszön, wo doch jenes Bergvolk schon lange Zeit selbst Wegezölle von Durchreisenden einfordert.
Diese Politiker- Posse erster Güte wird die Medien und die Stammtische quer durch die Republik eine Weile beschäftigen. Tatsächlich geht es auch gar nicht darum, die Maut- Pläne in die Tat umzusetzen, sondern um eine Gesichtswahrung jener CSU- Protagonisten, die diese unausgegorene Idee zum Wahlkampfthema auserkoren hatten. Eigentlich sollte es in der europäischen Union keine Wegzölle geben, wenn man den Grundgedanken dieser Staatengemeinschaft ins Gedächtnis zurück ruft. Anstatt Richtlinien über die Krümmung von Bananen zu erstellen, wäre die Maut eigentlich ein ausgesprochen europäisches Thema…

Wozu gibt es die EU, wenn jeder Staat seine nationalen Wegezölle pflegt? War nicht gerade die Öffnung der Grenzen und jene Freizügigkeit eine fundamentale Errungenschaft dieser europäischen Gemeinschaft? Vernünftig sowie sinnvoll wäre es, ein europaweites Verkehrskonzept auf den Weg zu bringen. Aber wie man die Politiker kennt, bastelt jeder sein eigenes verwirrendes Maut- Spektakel. Eine EU- weite Maut, welche die jeweiligen Gegebenheiten der einzelnen Mitgliedsstaaten berücksichtigt und ausschließlich für die gemeinsame Verkehrsinfrastruktur genutzt würde, dürfte die einzig plausible Lösung dieses Dilemmas sein. Gerechter wäre es in jedem Fall, Bürokratie könnte erheblich reduziert werden und insbesondere das Transportgewerbe bekäme Planungssicherheit. Die KFZ- Steuer würde dadurch womöglich ihre Daseinsberechtigung verlieren. Schließlich muss man Kompromisse eingehen…

Weltmeistertitel für Deutschland überraschend aberkannt!

14. Juli 2014

Bei Sami Khedira sowie Kevin Großkreutz wurde das Dopingmittel Erythropoetin bei der routinemäßigen Urinprobe nach dem Finale um die Fußball- Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien nachgewiesen. Der Star von Real Madrid wollte sich durch kurzfristige Absage vor Spielbeginn einem möglichen Test entziehen, indem er eine plötzliche Wadenzerrung vortäuschte. Der Dortmunder Großkreutz hingegen zog die Aufmerksamkeit der Dopingkontrolleure auf sich, weil er nach dem Pokalfinale zwischen Borussia Dortmund und Bayern München beim Wildpinkeln in einer Berliner Hotellobby aufgefallen war.

Beide Aktionen waren für die Dopingexperten der FIFA verdächtig. Nach den FIFA- Regularien gelten auch Spieler als mutmaßliche Täter, die nicht zum Einsatz kamen, sobald sie zum offiziellen Mannschaftskader zählen. Trainer, Spieler und DFB- Funktionäre legten immer wieder großen Wert auf die Feststellung, dass der gesamte Kader ein geschlossenes Team bildet und jeder darin eine wichtige Funktion erfülle.

Daraus ergibt sich folgerichtig, dass Dopingverstöße auch jenem Kollektiv anzulasten sind. Der Pokal geht damit automatisch an den Zweitplatzierten, also die argentinische Nationalmannschaft.

 

Manuel Neuer darf seine Auszeichnung als bester Torwart des Turniers behalten. Lionel Messi muss allerdings, nachdem er schließlich nachgerückter Weltmeister ist, seinen Trostpreis als bester Spieler an den Engländer Rooney weiter reichen, der in der Reihenfolge von FIFA- Trostplastern Zweitplatzierter war. In einer eigens neu geschaffenen Kategorie für den besten Grünflächen- Wadenbeißer avancierte Luis Suarez aus Uruguay unangefochten für den Titel. Zwar verfehlte er im Match das Bein des Italieners Chiellini deutlich, konnte sich aber in dessen Schulter verankern. Kein anderer Spieler konnte im Turnier einen ähnlichen Erfolg in dieser Disziplin verzeichnen.

Hoffnungsvoll verkündete der brasilianische Fußballverband unerwartet, dass nun wegen Erfolglosigkeit der eigenen Mannschaft ein Blitzturnier, die sogenannte WM Reloaded, durchgeführt wird. Kurzfristig konnte man die hochkarätigen Nationalteams aus San Marino, Dschibuti und Andorra für das Großereignis überzeugen. Somit hält sich die  Seleção die Chancen auf einen Titelgewinn offen…

 

 

 

 

Bundesagentur für Arbeit bietet Umschulung zum Spion an!

11. Juli 2014

Langzeitarbeitslose können aufatmen. In Deutschland wurde ein erhebliches Defizit bei der Berufsgruppe der Spione und der Fachangestellten im Agentenstatus festgestellt. Beide Berufsbilder erfordern lediglich eine einstündige Einarbeitungsphase und werden bei erfolgreicher Übernahme in den Staatsdienst mit Besoldungsstufe 3 eingruppiert.

Doppelagenten werden zu einer besonderen Schulung zur CIA geschickt, nachdem sie einen speziellen Eignungstest bestanden haben. Der insolvente Gastwirt und ehemalige Hobbychirurg Helmfried H. aus B. war einer jener Absolventen. Aufsehen erregte der angehende Doppelnull- Agent durch das Entwenden der Lesezirkel- Mappe aus dem NSA- Untersuchungsausschuss, was die Bundesregierung dazu veranlasste, einen US- Diplomaten höflich des Landes zu verweisen.
Die Mission ist aus Sicht der amerikanischen Geheimdienste damit ein voller Erfolg. Man konnte damit in erschreckend demonstrativer Weise offenbaren, dass Merkel & Co. tatsächlich an die Existenz von Neuland glauben. Die eher demutsvollen und unterwürfigen Reaktionen auf den offensichtlich größten Abhörskandal der Menschengeschichte, steigern lediglich den Empörungsgrad im Gesicht der Kanzlerin von leicht pikiert zu etwas beleidigt.
Wenn es auch so scheint, dass unsere amerikanischen Freunde auf der anderen Seite des großen Teichs diesem Sturm im Wasserglas (Stoßlüftung im Kanzleramt) keine Beachtung schenken würden, hat sich gewaltig getäuscht. Das Gelächter beim monatlichen Kegeltreffen zwischen NSA und CIA in der ehemaligen Kneipe von Juniorspion Helmfried H. über die deutsche Einfalt wurde im benachbarten Brackwede als Jubelgeschrei deutscher Fussballfans wegen des 7:1 Erfolges der Nationalkicker über das brasilianische Team wahr genommen.
So wird ein Edward Snowden offensiv ignoriert, der dem Untersuchungsausschuss wertvolle Erkenntnisse liefern könnte, während man sich über Spionagetätigkeiten im NSA- Untersuchungsausschuss entsetzt zeigt, wenngleich ohne die Informationen des Whistleblowers dieses Gremium kaum würdig erscheint, bespitzelt und abgehört zu werden. Auch die Erkenntnisse des mutmaßlichen Agenten im Verteidigungsministeriums bescheren den Amerikanern doch lediglich die peinlichen Reformbemühungen einer Ursula von der Leyen, welche die Bundeswehr zu einer Krabbelgruppe umgestalten sowie die ohnehin von den Amerikanern gesteuerten Kampfdrohnen auf den bundeswehreigenen Parkplätzen abstellen will.
Das bis dahin praktizierte Prinzip, zunächst den Kopf in den Sand zu stecken, damit wir nicht sehen, wie uns unser wichtigster Bündnispartner vor aller Welt lächerlich macht, konnte selbst nicht mehr den hartnäckigsten Merkel- Freunden zugemutet werden. Stattdessen folgt die neue Strategie dem Motto, dass in einen großen Arsch bestimmt auch mehre reinkriechen können…
(Anmerkung: B steht für Bielefeld und Bielefeld gibt es gar nicht)

Maximallohn für Parlamentarier

1. Juli 2014

Nachdem die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD endlich im Bundestag den Mindestlohn von 8,50 € beschlossen hat und der Arbeitgeberlobby diverse Zugeständnisse einräumte, ist es nun an der Zeit, über die Entgelte jener Volksvertreter zu verhandeln.
Um einen fairen Vergleich anbringen zu können, muss man allerdings die Ausnahmefälle beim Mindestlohn genauer betrachten.

Cent

Quelle: Deutsche Bank

Da wären zum Beispiel jene Zeitungszusteller. Nicht allein in meinem Umfeld übernehmen diesen Job oftmals Schüler, die sich dadurch ihr Taschengeld aufbessern möchten. Und genau in dieser Kategorie bewegt sich auch in der Regel die Bezahlung für diesen Job. Genau genommen könnte man hierbei in einigen Fällen von geduldeter Kinderarbeit durch die Erziehungsberechtigten reden. Gelegentlich darf ich leicht schmunzelnd beobachten, wie das unmittelbare familiäre Umfeld jenes Schülers sich an dieser Aufgabe abarbeitet bis man genervt oder überfordert diese Tätigkeit an den nächsten Protagonisten abgibt. Es ist eben eine reine Nebentätigkeit, die man nur mit ausreichend überflüssiger Freizeit bewältigen kann. Krank darf man übrigens nicht werden, denn diese Form der Arbeitsunfähigkeit gehört nicht ins Tätigkeitsprofil eines Zeitungszustellers auf Basis eines 450€- Jobs.
Die sogenannten Minijobs sind insbesondere für die Arbeitgeber lukrativ, sparen sie dadurch doch Sozialabgaben und die dazugehörigen Verpflichtungen. Dieses Modell der quasi gesetzlich legitimierten Schwarzarbeit besitzt auch auf Arbeitnehmerseite durchaus Wohlgefallen. Jenseits der Finanzbehörden lässt sich unbürokratisch schnelles Geld verdienen. Ist man darauf nicht angewiesen und die zusätzlichen Einnahmen dienen einzig dem persönlichen Luxusgewinn, hat diese Beschäftigungsform durchaus ihre Berechtigung.
Anders sieht die Sache aus, wenn Hartz 4- Empfänger mit solchen geringfügigen Beschäftigungen ihnen Unterhalt „aufstocken“ wollen. Da erreicht man schnell die Grenze, wo dieser Zusatzverdienst angerechnet wird. Die Begründung ist durchaus plausibel, denn schließlich soll ein Arbeitsloser ja nicht von Beruf Arbeitsloser sein. Aber auch gleichzeitig offenbart sich der Irrsinn dieser Methodik. Würde man jene geringfügig Beschäftigten entsprechend entlohnen, also ihnen den Mindestlohn zahlen, wären sie schließlich nicht mehr arbeitslos. Politisch scheint dies aber nicht gewollt zu sein…
Neben Zeitungszustellern sind allerdings auch Saisonarbeiter, Praktikanten sowie Minderjährige im Fokus jener Politiker der Wirtschaftsflügel von CDU/CSU, die auf weitreichende Ausnahmeregelungen drängen. Ob Praktika generell entlohnt werden müssen, ist durchaus diskussionswürdig, unterscheidet man schließlich zwischen berufsbildenden Pflichtpraktika und jenen, die zur Steigerung der Erfolgschancen bei Umschülern und Umsteigern absolviert werden.
Ebenso wie bei Saisonarbeitern sind es oft bürokratische Hürden, die einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung im Weg stehen. Das könnte man ändern, wenn man denn wollte…
Perfide empfinden es viele Menschen, insbesondere die Betroffenen selbst, wenn ausgerechnet jene Volksvertreter, die selbst weit weg von der Lebensrealität eines Arbeitnehmers, dessen Leistung unter Mindestlohn gewürdigt wird, über deren Existenzgrundlage entscheiden.

Mit einer monatlichen Aufwandsentschädigung von derzeit 8252€ (Stand Juni 2014), die zwar versteuert werden muss, aber immerhin von Abgaben zu Renten- & Arbeitslosenversicherung befreit ist, lässt sich kaum nachvollziehen, wie ein Hartz- 4 Empfänger haushalten muss. Hinzu kommt noch die Amtsausstattung, womit die steuerfreie Kostenpauschale in Höhe von aktuell 4202€ den größten Posten darstellt. Die kostenlose Nutzung aller Verkehrsmittel der Deutschen Bahn incl. Schlafwagen sowie Inlandsflüge werden noch durch die Bereitstellung von Büroräumen samt Ausstattung und einer Mitarbeiterpauschale für Angestellte ergänzt. Dazu zählen sogar Mitarbeiter in den Wahlkampfbüros, die im Prinzip Parteiarbeit erledigen und keineswegs im Sinne des Mandats tätig sind. Bestimmte Posten, wie Fraktionsvorsitzende(r) erhöhen diese Entgelte für manche Abgeordnete zusätzlich um einen nicht zu unterschätzenden Betrag.

Man braucht keine Neiddebatte anzuzetteln, um zu erkennen, dass man als Parlamentarier finanziell unabhängig ist. Das ist im Prinzip auch so gewollt, denn ein Abgeordneter soll in seinen Entscheidungen unabhängig bleiben und nur nach seinem Gewissen entscheiden. Dass dies eine Wunschvorstellung ist, die permanent missachtet wird, braucht man nicht näher zu erläutern. Allein der Umstand, dass seit Jahren ein Antikorruptionsgesetz nicht ratifiziert wird, ja eigentlich sogar massiv unterbunden wird, zeigt deutlich, dass ein Großteil jener Volksvertreter gar nicht die Absicht hat, das Volk zu vertreten, sondern sich an ihm zu bereichern.
Man stelle sich vor, ein Parlamentarier würde insgesamt nur noch 6000€ netto verdienen, was ja gegenüber einem Normalsterblichen definitiv kein Hungerlohn wäre. Wäre es nicht so, dass dann nur noch Abgeordnete in den Parlamenten sitzen würden, die tatsächlich aus Überzeugung und nicht wegen des Geldes wegen, diese durchaus schwierige Aufgabe ausüben würden?

Naturschutz für Anfänger

13. Juni 2014

Wenn von Naturschutz die Rede ist, denkt man allgemein an den Walfang, an das Robben- Abschlachten oder das Verenden von Vögeln in irgend einem Ölteppisch. Dabei beginnt Naturschutz bereits vor der eigenen Haustür. Kaum wahrgenommen, existieren in unserer unmittelbaren Umgebung Lebewesen, die nicht selten in der Werbung für ausgerechnet jene Produkte missbraucht werden, die sie maßgeblich ausrotten. Als Paradebeispiel darf man Schmetterlinge heranziehen. Sie symbolisieren das Lebensgefühl einer heilen Welt.

Der Schwalbenschwanz gehört zu den prächtigsten Tagfaltern in unserer Region. Papilio machaon, so sein wissenschaftlicher Name, ist jedoch stark bedroht, da seine Lebensräume immer weiter eingeschränkt werden. Die Futterpfanze seiner Raupe ist vorrangig die wilde Möhre, auch Dill oder Fenchel verschmäht sie nicht.

Direktlink: http://youtu.be/S_F6Ac_EASw

Diese Futterpflanzen wachsen überall dort, wo man sie durch Ackerbau und Monokulturen verdrängt. An Strassengräben und Waldwegen wird sie durch zu exzessives Abmähen ebenfalls immer weiter verdrängt. Dadurch wird dieser schöne Schmetterling immer seltener. Im Garten findet man die Raupen des Schwalbenschwanzes gelegentlich in selbst angelegten Möhrenbeeten. Sie fressen lediglich das Kraut und treten nur vereinzelt auf. Einen Schaden richten sie nicht an. Wer also so eine große grün- schwarz gemusterte Raupe mit orangenen Flecken an den Möhren entdeckt, sollte sie einfach in Ruhe lassen, denn sie ist völlig harmlos, kein Schädling und wird, wenn es denn gelingt, einmal ein wunderschöner Schmetterling.

 

 

Friede, Freude, Ukrainekuchen

10. Juni 2014

US- Präsident Barack Obama wurde kurz nach seinem Amtsantritt der Friedensnobelpreis verliehen. Das roch förmlich nach Satire, dennoch meinte es das Nobelpreiskomitee bitter ernst. Offensichtlich wünschte man sich einen Messias herbei, der das amerikanische Militär endlich von den Brandherden, die sie maßgeblich selbst entzündet hatte, zurück pfeifen würde. Der erste farbige Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten muss schließlich ein Zeichen setzen, dachten sich die Preisverleiher erwartungsvoll. Jede andere Überlegung grenzt an Senilität.

Seinen Erwartungen wurde der amerikanische Präsident in keiner Weise gerecht. Es ist schwierig, sich keinen Spekulationen hinzugeben, doch spricht man inzwischen offen von einem neu entflammten „kalten“ Krieg zwischen den sogenannten Supermächten Amerika und Russland. Das Spielfeld für diese Schlacht heißt übrigens Ukraine, Obamas Gegenspieler Wladimir Putin. So sieht es offenkundig die Geschichtsschreibung vor. Weil jedoch Obama samt seiner Verbündeten in der NATO alles andere als glaubwürdige Friedenspolitik offenbaren, darf man nicht vergessen, dass Herr Putin im Grunde ein Despot ist. Es sollte sich nicht die Frage stellen, ob eine gut funktionierende Diktatur einer leider miserabel gelebten Demokratie vorzuziehen sei. Nur weil auf Seiten des Westens eklatante Fehler im Ukraine- Konflikt begangen wurden, wird dadurch das Handeln der Gegenseite nicht besser.

Die Menschen in der Ukraine sind die Leidtragenden, nach deren Wünschen sich eigentlich alle Konfliktparteien richten sollten. Man sollte sich demnach nicht von all jenen Propaganda- Bemühungen beeinflussen lassen, die eigene Sympathie nach West oder Ost zu verlagern. Die Solidarität sollte einzig den Betroffenen gelten und keinesfalls den politischen und militärischen Drahtziehern, welche förmlich nach moralischer Rechtfertigung für ihr verwerfliches Handeln hecheln und dabei weder auf Lügen oder Intrigen verzichten. Leider sind wir an einem Punkt angelangt, der konsequentes Hinterfragen jeglicher Protagonisten beider Konfliktparteien verlangt.

Nun ist der Mensch bekanntermaßen ein Herdentier und folgt blind der Tradition von Lemmingen fremdbestimmten Leitfiguren. In Deutschland repräsentieren insbesondere die Wähler der großen Volksparteien jene possierlichen, jedoch auch ziemlich naiven, mausverwandten Wühltiere. Dass jenes Verhalten des Massenselbstmordes von Lemmingen ebenso eine Illusion ist, wie der Glaube an verantwortungsbewusstes Handeln unserer Regierungsvertreter, sollte endlich etwas Speicherplatz in der Festplatte von Wählerhirnen finden.

Aktuell liefert Heiko Maas (SPD), einstiger Padawan (Synonym für „Schüler“ aus dem Star Wars Universum) vom ehemaligen saarländischen Ministerpräsidenten und Ex- Linken- Parteichefs Oskar Lafontaine, der in seinem Bundesland nie politisch überzeugen konnte, den Beweis für umfassende Inkompetenz als Justizminister. Sollte Herr Maas nicht an Blitzdemenz leiden, müsste ihm schließlich bewusst sein, warum Edward Snowden einer nach Moskau anreisenden Delegation des entsprechenden Untersuchungsausschusses nicht Rede und Antwort stehen kann. Es wäre ein Zeichen der eigenen Staatssouveränität, Herrn Snowden in Deutschland zu befragen und ihm Immunität gegenüber den USA und einem in diesem Fall absurden Auslieferungsvertrag zu zu sichern.

Da wurden durch Edward Snowden ungeheuerliche Schnüffelaktionen diverser Geheimdienste detailliert nachgewiesen, während die Bundesregierung zunächst die massenhaften Ausspähungen leugnete und später zu relativieren versuchte. Damit reiht Herr Maas sich nahtlos in die unfähige Regierungsmannschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel(CDU) ein, deren einstige Lakaien, Ex- Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) und Ex- Innenminister Hans- Peter Friedrich(CSU), den NSA- Untersuchungsausschuss zu verhindern versuchten und die Ausmaße der Spionagetätigkeiten klein reden wollten.

Man kann sich nicht dem Eindruck erwehren, dass in dieser Angelegenheit die Bundesregierung die eigene Inkompetenz mit aller Gewalt zu vertuschen versucht und sich dabei weltweit lächerlich macht, denn tiefer kann man gar nicht mehr im Arsch des amerikanischen Präsidenten stecken, wodurch dieser alsbald Würgereflexe durch den von unten herannahenden Haaransatz unserer Bundeskanzlerin bekäme.

Die erst kürzlich durchgeführte Europa- Wahl bestätige einmal mehr, dass die Mehrheit der Deutschen lieber konservativ belogen und betrogen wird anstatt ihre Wohlstandslethargie der Gerechtigkeit und des eigenen Gesichtsverlustes wegen verlassen würde. Wer sich jetzt angepisst oder denunziert fühlt, darf sich gerne mit konstruktiven Gegenargumenten zur Wehr setzen. Dieses Volk ist doch selbst daran schuld, dass wir den Führungseliten folgen und in den Abgrund stürzen, während diese jedoch immer einen Fallschirm besitzen. Nicht die Lemminge sind blöd…

Das Ei des KolumGlobus

23. Mai 2014

Die Handelskette GLOBUS wirbt mit ihrem neuen Eiersortiment im Internet:

http://www.globus.de/de/magazin/nachgefragt/ein_ei_wie_das_andere_/ein_ei_wie_das_andere_.html

Aufgefallen wäre mir diese Strategie eigentlich nicht, wenn ich nicht über Wochen das Fehlen von Freiland- Eiern in dem Markt meines Vertrauens vermisst hätte. Statt der Freilandeier wurde seit April dieses Jahres eine neue Packung Eier ins Sortiment aufgenommen.

Es handelt sich um Bodenhaltungs- Eier mit dem Siegel „Tierschutz geprüft

Die Erklärung hierfür findet man ebenfalls auf der Internetpräsenz von GLOBUS:

Tierschutz geprüft

Das Siegel „Tierschutz geprüft“ hat der KAT gemeinsam mit den deutschen Tierschutzorganisationen „Deutscher Tierschutzbund e.V.“, „Bundesverband Tierschutz e.V.“ und „Bund gegen den Missbrauch der Tiere e.V.“ entwickelt. Die Anforderungen an das Halten von Legehennen gehen sogar noch über den KAT-Standard hinaus. Ziel ist eine besonders artgerechte Haltung für Legehennen in Boden- und Freilandbetrieben. So liegt beispielsweise die Gruppengröße dieser Haltungsform bei nur 1.500 Hennen. Das Kürzen der Schnäbel ist verboten und die Hühner erhalten hochwertiges Futter ohne Gentechnik.

Mir bekannte Tierschutzaktivisten betrachten dieses Siegel mit Skepsis. Im Grunde ist es ein Widerspruch, Betrieben mit Legehennen in Bodenhaltung ein Tierschutz- Siegel zu zugestehen. Insbesondere, wenn Eier aus Freilandhaltung jenes Siegel nicht tragen, beschleicht mich der Verdacht, dass man hier einen gehobenen Standard suggeriert, dem diese Art der Tierhaltung gar nicht gerecht werden kann.

Der Verweis auf eine Gruppengröße von 1500 Hennen hat keinerlei Aussagekraft, wenn die Angabe des Areals, auf welchem sich die Tiere frei bewegen können, fehlt.

Das Kürzen der Schnäbel ist im Grunde verboten und keineswegs ein hervorzuhebendes Merkmal eines Siegels, welches den Tierschutz hervorheben soll. Die Albert- Schweitzer- Stiftung erklärt es folgendermaßen:

Aus tierschutzrechtlicher Sicht ist das Schnabelkürzen nur in Ausnahmefällen erlaubt. Das bedeutet, dass alle Fälle geprüft werden müssen. Erst dann, wenn es keine Alternativen zum Schnabelkürzen gibt, dürfen Ausnahmegenehmigungen erteilt werden. In der Praxis werden die Ausnahmegenehmigungen aber immer und ohne jede Nachfrage erteilt. Damit befindet sich der Tierschutz (mal wieder) in einer Situation, in der er um gesetzeskonforme Bedingungen kämpfen muss.

Quelle: http://albert-schweitzer-stiftung.de/kampagnen/schnabelkuerzen-beenden

Des Weiteren wird diese Prozedur so charakterisiert:

Das Schnabelkürzen ist eine Prozedur, die bei praktisch allen Küken vorgenommen wird, die später als Legehennen in Boden- und Freilandhaltungen Eier legen müssen. Die mit Nerven durchsetzten Schnabelspitzen werden dabei mit einer heißen Klinge oder einem Laser abgetrennt, um zu vermeiden, dass die Hennen sich später gegenseitig verletzen oder gar töten.

Das Schnabelkürzen ist ein typisches Symptom der Massentierhaltung: Die Tiere werden den schlechten Haltungsbedingungen angepasst, anstatt die Haltungsbedingungen den Tieren anzupassen. Wären die Bedingungen nicht so schlecht und weniger stressverursachend, würden die Verhaltensstörungen Federpicken und Kannibalismus gar nicht erst entstehen.

Auch der Hinweis, dass keine genmanipulierten Futtermittel verwendet werden, ist reine Makulatur. Der Anbau von genmanipulierten Futtermitteln ist bislang in der EU verboten. Leider existiert eine Gesetzeslücke, die es eben nicht verhindert, dass solche Futtermittel importiert und verfüttert werden. Es gelangen somit quasi durch die Hintertür gentechnisch veränderte Substanzen in den Nahrungskreislauf.

Genau genommen besitzt also dieses Siegel keine besonderen oder gar erwähnenswert höheren Standards als die übliche Bodenhaltung. Man grenzt sich, wenn man es so ausdrücken möchte, lediglich gegen noch schlimmere Zustände in der Tierhaltung ab.

Alle Beteiligten an dieser Siegelvergabe habe ich um eine Stellungnahme gebeten. Darauf bin ich gespannt…

Denn sie wissen nicht, was sie tun…

21. Mai 2014

Der zu jung verstorbenen Hollywood- Legende James Dean konnte man diesen Filmtitel quasi auf den Leib schreiben. Zu Zeiten der Ukraine- Krise könnte man diesen Spruch erneut entstauben. Doch wem will man ihn diesmal auf den Leib schreiben oder gar auf die Stirn tätowieren? Außenminister Frank- Walter Steinmeier reagierte kürzlich ziemlich erregt während einer Wahlkampfveranstaltung der SPD auf dem Alexanderplatz in Berlin auf Vorwürfe aus dem Publikum.

Ihr solltet euch überlegen, wer hier die Kriegstreiber sind.

So reagierte der Außenminister auf Rufe aus dem Publikum, die stellvertretend ihn für die deutsche Regierung und das Nato- Bündnis als Kriegstreiber bezeichneten.

Herr Steinmeier weiter:

Wer eine ganze Gesellschaft als Faschisten bezeichnet, der treibt den Krieg, der treibt den Konflikt. Ihr habt kein Recht…

Nun ist es keineswegs so, dass die Demonstranten eine ganze Gesellschaft damit angreifen, sondern eben auf den neuen Montagsdemos nachvollziehbar, die Nato- Bündnisstaaten und die Mainstreammedien. Dass die Aktivisten die Worte “Kriegstreiber” und keinesfalls “Faschisten” benutzen, ist ein wesentlicher Unterschied. Das mag nicht umfassend korrekt sein, aber diesem Eindruck kann man sich kaum noch erwehren. Menschen, die sich ausschließlich für den Frieden einer Mahnwache anschließen, pauschal dem “neu” rechten Sektor zuzuordnen, dazu haben jene Medien und Politiker ebenfalls kein Recht.

Herr Steinmeier wird beinahe schon beleidigend:

 

Dieser Protest da hinten zeigt, dass es immer noch Menschen gibt, die Europa nicht verstanden haben…und es waren Leute wie die da hinten, die immer die ganz einfachen Lehren hatten. Die gesagt hatten, raus mit Griechenland, raus mit Portugal, zurück zur D- Mark. Oder diesen ganzen anderen Blödsinn. Hätten wir auf Leute wie die da hinten gehört, wäre Europa heute kaputt.

Auf einer öffentlichen Wahlkampfveranstaltung muss man auch mit Kritik rechnen und nicht nur auf den Jubel der eigenen Anhänger vertrauen. Auch das gehört zu einer Demokratie. Er spricht jenen Leuten, die eine andere Vorstellung eines vereinten Europas besitzen, jegliche Kompetenz ab, dass ihre Ansichten über die deutschen Friedensbemühungen womöglich zielführender wären. Das darf man so annehmen, aber keinesfalls demzufolge die eigene Position als einzig richtige proklamieren.

Auch hat er mit diesen Äußerungen bestätigt, dass er nicht ansatzweise die Teilnehmer der Mahnwachen versteht. Dort wird nicht gegen Griechenland oder Portugal gehetzt oder die D- Mark zurück gefordert. Man will schlicht und ergreifend Frieden erhalten. Es ist nicht zu leugnen, dass einzelne Protagonisten jene Mahnwachen für eigene politische Zwecke instrumentalisieren und den Organisatoren ist es bislang immer noch nicht gelungen, diese Tendenzen zu unterbinden. Dennoch trifft sich der überwiegende Teil der Menschen auf den Mahnwachen einzig und allein wegen des Kernthemas “Frieden auf der Welt“.

Aber wie kommt Spiegel- Online überhaupt zu der Erkenntnis, dass diese Demonstranten auf dem Alexanderplatz den Teilnehmern der Montagsmahnwachen zuzuordnen sind?

Auch auf dem Alexanderplatz hatten sich am Montagabend einige Dutzend Anhänger der Montagsdemos versammelt, die mit Schildern wie “Stoppt die Nazis in der Ukraine” und “Weg mit EU und Nato” auf sich aufmerksam machten.

Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/steinmeier-bruellt-montagsdemo-auf-alexanderplatz-in-berlin-nieder-a-970571.html

Hierbei handelt es sich vermutlich (ich betone dies ausdrücklich, weil es reine Spekulation ist) um politische Extremisten, die bei den Montagsmahnwachen (hoffentlich) eine Minderheit bilden. Dass in der Ukraine derzeit mit der Swoboda- Partei durchaus eine rechtspopulistische Kraft an der Übergangsregierung beteiligt ist, lässt sich nicht leugnen. Wenn man im eigenen Land die NPD zu verbieten versucht und in der Ukraine die im Prinzip gleichen Ideologien akzeptiert, ist die Frage nach diesem Widerspruch mehr als gerechtfertigt. An wen könnte man diese Frage besser richten als an den amtierenden Außenminister? Auch gestattet es die (noch) existierende Meinungsfreiheit, die EU oder die NATO in Frage zu stellen.

Schaut man sich die YouTube- Aufzeichnung genau an, erkennt man auch TTIP- Aktivisten, welche gegen das geplante Freihandelsabkommen zwischen EU und USA protestieren. Erneut muss man sich über solche Berichterstattung wundern, wenn man alle politischen Strömungen in einen Topf wirft und schlussendlich Friedensaktivisten diffamiert…

Politik mit Migrationshintergrund

12. Mai 2014

Allein der Begriff „Ausländer“ entwickelt bei manchen einheimischen Zeitgenossen phenomenale Beißreflexe. Selbst finde ich es ausgesprochen charmant, wenn sich unsere integrationswilligen Mitbürger mit Migrationshintergrund aktiv an der politischen Auseinandersetzung beteiligen möchten.
Bislang konnte die Politik der etablierten Parteien in Deutschland nicht wirklich erfolgreiche Integrationspolitik durchsetzen. Im Gegenteil, durch die fortschreitende Globalisierung auf wirtschaftlicher Ebene droht die menschliche Komponente zunehmend zu verkümmern.
Umso bewundernswerter ist der Vorstoß eines kleinen Vereins aus dem Saarland, zu Kommunalwahlen anzutreten. Saarland für Alle nennt sich der Verein und besitzt ein deutlich multikulturelles Erscheinungsbild.

In Zeiten, wo erzkonservative Mitglieder etablierter Parteien mit dem angeblichen Plündern der Sozialkassen durch Einwanderer auf Stimmenfang gehen oder laut über die Eindämmung der Flüchtlingsströme nachgedacht wird, sollte sich ein Land von überwiegend christlicher Prägung im Spiegel betrachten.

Zur Erinnerung: In Köln trifft am 10. September 1964 der millionste Gastarbeiter ein. Der Portugiese Armando Rodriguez erhält bei seiner Ankunft ein Moped als Geschenk.

Als man die Ausländer dringend brauchte, holte man sie gerne nach Deutschland. Dass diese Menschen ihre Heimat verließen und sich in Deutschland eine neue Existenz aufbauen mussten, darf man doch nicht ausblenden. Man schloss keine Zeitverträge, sondern Lebenszeitverträge. Inzwischen leben die Nachkommen jener Gastarbeiter in der 4. Generation in Deutschland, viele davon waren nie in der Heimat ihrer Vorfahren, können auch nicht deren Sprache und wurden hier als Deutsche geboren. Diese Menschen leben und arbeiten hier und zahlen ihre Steuern und partizipieren vollkommen legitim an unseren Sozialsystemen.

Auch die Befürchtungen, dass die seit dem 1. Januar 2014 geltende Arbeitnehmerfreizügigkeit laut EU- Gesetzgebung insbesondere Zuwanderern aus Rumänien und Bulgarien Zugang zu den deutschen Sozialsystemen verschaffen würde, ist falsch. Für Arbeitslosengeld und Sozialhilfe gelten Bedingungen nach deutschen Recht, wonach die Kommunen zu handeln haben. Migranten müssen demnach mindestens 5 Jahre in Deutschland wohnen und arbeiten, bevor sie ein Anrecht auf Sozialleistungen erhalten können.

Und schließlich gibt es noch jene Flüchtlinge, die aus Krisen- bzw. Kriegsgebieten in die Europäische Union strömen. Hier sollte man eher von einer Rettungsaktion reden, denn niemand verlässt seine Heimat, wenn es ihm dort einigermaßen gut geht. Soll man tatsächlich diese Menschen mittellos in ihre Herkunftsländer zurück schicken, wo sie Tod und Elend erwartet?

Nachdem hoffentlich klar geworden sein sollte, dass niemandem etwas von seiner Tafel Schokolade weggenommen wird, darf man bestenfalls darüber lamentieren, dass auch nicht jeder Migrant ein Engel ist. Das ist ja auch nicht jeder Deutsche. Es gelten in unserem Land Gesetze gleichermaßen für alle, die hier leben. Ob unser Justizsystem immer darauf vorbereitet ist, darf man ebenfalls anzweifeln. Wenn religiöse oder gar ganz persönliche Einflüsse zu Konflikten führen, muss man diese lösen. Hier sollte man womöglich längst überfällige Strategien anwenden, indem man gut integrierte Menschen mit Migrationshintergrund an bestimmten Schlüsselpositionen installiert. Gerade in Behörden könnte man hierdurch eine breitere Vertrauensbasis schaffen. Womöglich fühlen sich viele Mitbürger mit Migrationshintergrund politisch nicht vertreten und die Parteienlandschaft in Deutschland bietet keine Optionen an?

Saarland für Alle” klingt beinahe wie ein Hilferuf. Der Wille nach Integration ist spürbar. Man will Vorurteile beseitigen und streckt die Hand aus, dass man sie doch ergreifen solle, um gesellschaftlich, kulturell und politisch ebenfalls jene Globalisierung erreichen zu können, wie es große Unternehmen auf wirtschaftlicher Ebene erfolgreich praktizieren. Und wie der Name es ausdrückt, soll hier kein Verein für Ausländer am Rande der Gesellschaft von außen durch Fenster in die beheizten Wohnungen der Deutschen blicken müssen, sondern gemeinsam eine Veränderung bewirkt werden.

Es ist ein Anfang, der eigentlich über die Grenzen des kleinen Saarlandes hinaus getragen werden sollte…

 

 

 

 

 

 

 

Wenn die Mainstreammedien versagen…

6. Mai 2014

…erhalten Verschwörungstheoretiker und Populisten fruchtbaren Nährboden für ihre hoch spekulativen Geschichten. Wenn Menschen erkennen müssen, dass die Medien wichtige Details in ihrer Berichterstattung unterschlagen und den Eindruck erwecken, politisch ferngesteuert zu sein, braucht sich niemand darüber zu wundern, wenn die Menschen in ihrer Verzweiflung zunehmend dubiosen Quellen mehr Glauben schenken.

Das schreckliche Massaker von Odessa soll nun als Grundlage dienen, etwas mehr Sachlichkeit in eine immer weiter eskalierende Situation zu bringen.
So berichtete beispielsweise Zeit- Online über den Vorfall in Odessa(Ukraine), wobei ca. 46 Menschen starben:

Am Sonntag hatten bis zu 3.000 mit Knüppeln Bewaffnete das Polizeigebäude attackiert, um prorussische Gefangene zu befreien. Prorussische Separatisten haben angekündigt, das Regierungsgebäude angreifen zu wollen.

Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-05/ukraine-russland-live-blog-mai-5
Schon wieder machen die Medien angebliche prorussische Separatisten für die Eskalation verantwortlich. Selbst wenn es so war, erhärtet sich der Eindruck, als sei die ukrainische Übergangsregierung ein Unschuldslamm, das es zu beschützen gilt. Das macht viele Leute einfach wütend und erklärt ansatzweise, warum die Gegenseite an Sympathien gewinnt. Aber das ist eine gefährliche Gratwanderung…
In den sozialen Medien kursieren inzwischen grausame Fotos von den Opfern:

Quelle: Facebook (Igor Ljutow)

Quelle: Facebook (Igor Ljutow)

Diese werden größtenteils unreflektiert verbreitet, ohne dass man die Quelle kennt. Das Entsetzen der Leute über jene Grausamkeit lässt jegliche Rationalität entschwinden. Genau diese Reaktionen werden mit solchen schockierenden Fotos provoziert und man hinterfragt kaum noch die Absichten jener, die solche Nachrichten verbreiten.
Die „deutsche“ Quelle für dieses schreckliche Foto ist das Weblog „Die Killerbiene sagt…“
Quelle: http://killerbeesagt.wordpress.com/2014/05/05/neue-erkenntnisse-zum-massaker-in-odessa/

Es ist unter diesen Gesichtspunkten die wahrscheinlichste Annahme, daß in diesem Gewerkschaftshaus noch etwas ganz anderes vorgefallen ist und daß das Feuer überhaupt nicht direkt für eine Vielzahl der Todesfälle verantwortlich war. Offenbar wurden die Opfer in den Räumen des Gebäudes gefoltert, ermordet und anschließend teilweise mit brennbaren Flüssigkeiten übergossen, um die Spuren zu verwischen. Dafür spricht, daß man verkohlte Leichen in Zimmern gefunden hat, deren gesamtes Mobiliar vollständig intakt gewesen ist. Wie soll ein menschlicher Körper, der zu großen Teilen aus Wasser besteht, verkohlen, wenn nichts um ihn herum brennt?

Über den Hergang der Geschehnisse werden nun Spekulationen präsentiert, die in ihren Schlussfolgerungen plausibel klingen. Bestimmte Schlüsselwörter weisen sogar darauf hin, dass es sich bei dieser angeblichen Berichterstattung nicht um Fakten handelt, sondern um Annahmen. Diese Begriffe sind farblich hervorgehoben. Es muss also gar nicht so vorgefallen sein. Anstatt diese Aufklärungs- und Ermittlungstätigkeiten entsprechend ausgebildetem Personal zu überlassen und Ergebnisse abzuwarten, treibt man die Propaganda- Maschinerie an und nähert sich damit der nächsten Eskalationsstufe. Damit erreicht man keinen Frieden, nicht einmal eine winzige Deeskalation.

Schaut man sich dieses Weblog genauer an, fällt auf, dass Verschwörungstheorien dort eine Heimat finden und sogar Rassismus wird stellenweise verniedlicht, während Nationalismus als erstrebenswerte Weltanschauung angepriesen wird. Auf ein eigentlich rechtlich vorgeschriebenes Impressum wird verzichtet, dafür darf man sich ein ziemlich merkwürdiges Selbstverständnis durchlesen:

Dieser blog hat vor allem eine Aufgabe: er soll kritisch sein und der Wahrheit verpflichtet. Aus diesem Grund verzichte ich explizit auf eine Ausrichtung; im Gegensatz zu PI, die sich beispielsweise als “proisraelisch” und “proamerikanisch” bezeichnen, nehme ich niemanden von Kritik aus-solange sie berechtigt ist.

 

Wofür versucht sich der Betreiber (ist offensichtlich nur eine Person) eigentlich zu rechtfertigen? Merkwürdiges Selbstverständnis!
Doch auch dieses Blog scheint nicht die ursprüngliche Quelle für die grausigen Bilder aus Odessa zu sein. Ein Querverweis führt schließlich auf ein weiteres, angeblich englischsprachiges Blog(http://ersieesist.livejournal.com/813.html).
Es werden weitere grausame Bilder dokumentiert und analysiert, wobei englische Übersetzungen unter den russischen Original- Texten platziert wurden. Bei obigen Bild heißt es folgendermaßen:

The scariest picture. Most likely it is a pregnant woman, who was one of the employees working on holidays, cleaning offices and watering flowers. She was strangled by an electric wire. She tried to resist – one can see discarded flower on the floor.
The following video recorded how this woman cried and called for help while being murdered (“HELP ME! HELP ME!” cries start at 0:20).

Übersetzung:

Höchstwahrscheinlich handelt es sich um eine schwangere Frau, die eine der Angestellten war, welche während des Urlaubs arbeiten, Büros putzen und Pflanzen gießen. Sie wurde mit einem elektrischen Kabel erwürgt. Sie versuchte sich zu wehren – man kann die hingeworfene Blume auf dem Boden sehen.
Im darauf folgenden Video wurde aufgenommen, wie diese Frau schrie und um Hilfe rief während sie ermordet wurde.

Ich behaupte nun mal, dass ich diese Einschätzung so nicht teilen kann. Es könnte zum Teil so geschehen sein, aber womöglich auch völlig anders. Darüber möchte ich aus so großer Distanz kein Urteil abgeben. Ich bleibe da lieber bei den Fakten, die lediglich ergeben, dass hier ein Gewaltverbrechen begangen wurde. Aber auch ich kann und darf mich wundern:

Woher nimmt der Berichterstatter die Erkenntnis, dass diese Frau mit einem elektrischen Kabel erdrosselt wurde?

Man kann dies anhand des Fotos in keiner Weise erkennen. Man macht auf das Kabel auf dem Tisch explizit aufmerksam. Das liegt aber daneben und die Lampe ist trotz dieser Tat immer noch am Tisch festgeklemmt. Das ist erstaunlich, da sich ja diese Frau angeblich vehement gewehrt haben soll und sogar die Blumen auf den Boden warf.

Der Täter hat wohl nach seiner abscheulichen Tat die Lampe wieder ordentlich aufgestellt und das Kabel wieder in die Steckdose gesteckt?

Dass die Tatwaffe dieses Kabel sein soll, kann übrigens nur der Täter selbst wissen oder eben Ermittler, welche dies zweifelsfrei feststellen können. Oder eben jemand, der dort nicht besseres zu tun hatte, als Fotos von toten Menschen zu schießen.

Ich bin zwar kein Mediziner, aber ein solcher könnte sicher einen anderen verwunderlichen Aspekt genauer spezifizieren. Ein Opfer, welches im Moment seiner Erdrosselung um Hilfe rufen bzw. schreien kann, klingt nicht überzeugend…

Was immer dort für Verbrechen begangen wurden und wer immer dafür verantwortlich sein mag, man sollte keineswegs mit solchen abscheulichen Taten Propaganda betreiben. Wer immer diese Fotos gemacht hat, tat es mit der Absicht, sie für eigene Zwecke zu verwenden. Menschen können so grausam und niederträchtig sein!

Die Quelle http://www.livejournal.com wiederum scheint eine Online- Plattform zu sein, wo angemeldete Benutzer selbst Artikel einstellen dürfen. Wer also diese Bilder und dazugehörigen Texte verbreitet, sollte sich darüber bewusst sein, dass er einen anonymen Internet- Aktivisten mit Pseudonym „ersieesist“ weitreichendes Vertrauen schenkt.
In der Tagesschau klingt die Berichterstattung zu diesen Vorkommnissen deutlich konservativer:

In der Hafenmetropole hatten sich bereits am Freitag Anhänger und Gegner der Übergangsregierung in Kiew schwere Straßenschlachten geliefert. Dabei wurde das zentrale Gewerkschaftshaus in Brand gesetzt, wo insgesamt 46 Menschen starben und 214 verletzt wurden.

Weil man nicht zuletzt wegen wenig überzeugender journalistischen Fähigkeiten und deutlich wahrzunehmender einseitiger Berichterstattung den etablierten Medien das Vertrauen verwehrt, ist es nicht verwunderlich, wenn Freizeitjournalisten und politisch motivierte Blogger plötzlich diese Aufmerksamkeit erhalten. Schließlich bekommt man schnell und ohne Nachfrage jegliche Antworten geliefert, deren Reiz oft durch das eigene Empfinden gestärkt wird. Es spielt schließlich weniger eine Rolle, ob die inhalierten Informationen richtig sind, vielmehr stellt es eine Genugtuung dar, das verhasste Establishment vorgeführt bekommen zu haben…


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