Die Renten sind sicher unsicher!

Dieser historische Satz (Die Renten sind sicher) bescherte dem ehemaligen Arbeitsminister Norbert Blüm (CDU) unfreiwillig traurigen Ruhm. Aktuell will die gescheiterte ehemalige Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) als Arbeitsministerin bereits Punkte für die Bundestagswahl 2013 sammeln. Mit einem Zuschuss- Rentensystem will sie Altersarmut bekämpfen. Sie muss die Rentner und jene, die es in absehbarer Zeit sein werden, als völlig unzurechnungsfähig halten, indem sie ernsthaft ein derart unausgegorenes Konzept vorlegt, wovon nur ein geringer Teil der Betroffenen profitieren würde. Durch die Presse geistert seither das fiktive Bruttogehalt von 2500€, welches nach 35 Arbeitsjahren gerade noch eine Rente in Höhe des Grundsicherungsbetrages von 688€ verspricht, also knapp über dem aktuellen Hartz- 4 Satz angesiedelt sein wird. Neben den mindestens 35 beitragspflichtigen Jahren existiert ein zweites Kriterium, um Anspruch zu erlangen. Eine zusätzliche private Altersvorsorge muss nachgewiesen werden, um im Falle eines Rentenanspruchs unterhalb des Grundsicherungsbetrages diese Zusatzunterstützung zu erhalten. Das Konzept von Frau Dr. von der Leyen entpuppt sich bereits zu Beginn als purer Aktionismus.

Das marode Rentenversicherungssystem entspringt ja nun wirklich nicht plötzlich den überforderten Hirnen unserer Politelite, sondern hat sich bereits zu Schröders Kanzlerschaft und der berüchtigten Agenda 2010 in so manch Langzeitgedächtnis eingebrannt. Mit Placebo- Aktionen, wie einer faktischen Rentenkürzung in Form der Verlängerung des Renteneintrittsalters von 63 auf 67 Jahren, wollte man den sprichwörtlichen Tropfen auf den heißen Stein in sandigem Untergrund konservieren. Das Renteneintrittsalter ist ohnehin eine völlig absurde Idee, da man unterschiedliche Erwerbstätigkeiten allein anhand ihrer körperlichen Erfordernissen gar nicht vergleichen kann.

Das Modell eines Grundeinkommens, wie es die Piratenpartei gerne evaluiert sehen möchte, mal von der eingeforderten Bedingungslosigkeit abgekoppelt, könnte durchaus dem längst überfälligen Paradigmenwechsel eine Richtung verleihen. Die Abkehr von einem System, wo beispielsweise Parlamentariern oder Beamte ohne eigene Einbindung in das so gerne erwähnte Solidaritätsprinzip ein höherer finanzieller Ruhestandsanspruch zugestanden wird, muss endlich ausgedient haben. Von welcher Solidaritätsgemeinschaft redet eigentlich unsere gesellschaftliche Elite, wenn sie vom Prekariat Opfer abverlangt, welche sie selbst nicht zu leisten gewillt ist?

Dass immer noch die sogenannte Riester- Rente als vertrauenswürdige Altersversorgung vermarktet werden darf, schürt die nicht unberechtigte Vermutung vieler Kritiker, dass die private Versicherungsbranche zur Melkmaschine der nicht nur für dumm verkauften Bevölkerung zum einzigen Schmarotzer eines perfiden Spiels gemacht wurde.

Glücklicherweise existiert ja schließlich noch der demographische Wandel in unserer Gesellschaft. Immer weniger Beitragszahler müssen zukünftig für immer mehr Rentner die Beiträge zahlen. Einen Generationenvertrag verwandelte man durch entsprechend angereicherte Diskussionen zu einem Generationenkonflikt. Das bestehende Establishment besitzt nicht das geringste Interesse, ein System so zu verändern, dass es dem eigenen Vorteil entgegen wirkt. Alle Reformbemühungen skizzieren Scheingefechte in einer entmilitarisierten Zone, denn die Verlierer innerhalb einer solidarischen Reform wären die Gewinner im jetzigen System. Minijobs und Niedriglöhne beschönigen lediglich die aktuelle Statistik des Arbeitsmarktes, bereiten aber den Einstieg in die Altersarmut vor. Solange unsere Regierung, wer immer dies auch gerade sein mag, sich einer Reform verweigert, wird sich die Armutsspirale immer weiter in kritische Bereiche drehen.

Ich bin kein Experte, mein gesunder Menschenverstand jedoch, den ich noch zu besitzen glaube, flüstert mir, dass ein gerechtes Sozialsystem irgendwie anders aussehen sollte…

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Eine Antwort to “Die Renten sind sicher unsicher!”

  1. Finanznachrichten.info Says:

    Rentenkonzepte en masse: Wie sieht die Rente von morgen aus?…

    Die Bundestagswahl in einem Jahr wirft ihre Schatten voraus. Eine Partei nach der anderen holt jetzt ein Rentenkonzept aus der Schublade, um durch den Kampf gegen die Altersarmut beim Gegner zu punkten. Zugleich wird die Kritik an der staatlich geförde…

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