Posts Tagged ‘NATO’

Geschichtsstunde beim Nazi nebenan

28. September 2015

Als kürzlich die HuffingtonPost einen Artikel über eine umtriebige Aktivistin der rechtsextremen Szene veröffentlichte, hätten manche Kommentare darauf nicht skurriler sein können.

Besonders herausgestochen ist ein verschmähter Historiker, der offensichtlich den geeigneten Raum gefunden hat, um dem infantilen Bürgertum eine Lektion in deutscher Geschichte des frühen 20. Jahrhunderts zu erteilen. Nennen wir diesen Geleerten* fiktiv einfach Johannes S. .

Zunächst versucht er mit einem grandiosen Erklärungsversuch die absurde Taschengeldforderung jener Asylkritikerin zu rechtfertigen:

Quelle: Facebook

Quelle: Facebook

Die deutsche Übersetzung ohne Gewähr lautet:
Wer sich mit der Politik der deutschen Regierung und der Nato nicht anfreunden will und konstruktive Kritik anbringt, wird als Nazi verunglimpft. Wer sich solcher Diffamierungen befleißigt, muss eine Fäkalie sein…

Die historisch ausgesprochen freizügige Interpretation des Johannes S. (Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen sind ganz und gar nicht zufällig) des 2. Weltkriegs, der eigentlich mit der Ursprungsthematik so viel gemein hat, wie eine Essiggurke mit einem Feuerzeug, folgt mit dieser fulminanten Überleitung:

Quelle: Facebook

Quelle: Facebook

 

Demnach war der 2. Weltkrieg zum größten Teil fiktiv und ein Märchenbuch, verfasst von Schriftstellern im Auftrag der Alliierten. Öffentlich- rechtliche Sendeanstalten verbünden sich mit dem Springer- Verlag und der Nato, um die Kriegspropaganda des Herrn Goebbels im 3. Reich wie einen feuchten Waschlappen aussehen zu lassen.

Quelle: Facebook

Quelle: Facebook

Auf die Frage hin, auf welche Fakten sich die Thesen von Hobby- Historiker Johannes S. stützen, liefert er eine   gewöhnungsbedürftige Erklärung:

 

Quelle: Facebook

Quelle: Facebook

Johannes S. sieht sich selbst offenkundig als verlässliche Quellenangabe. In amerikanischen (Konzentrations)lagern seien offensichtlich eine Million Soldaten gestorben und niemand, insbesondere die „Lügenpresse“ wollen nicht darüber berichten. Auch hätten die USA absichtlich mit dem Eintritt in den 2. Weltkrieg gewartet, bis sich deutsche und russische Soldaten hinreichend nieder gemetzelt hatten. Adolf Hitler war nach Ansicht von Johannes S. aus humanistischen Gründen gezwungen, Polen anzugreifen. Die Polen hätten schließlich den Führer daran gehindert, „seinen Leuten“ Lebensmittel liefern zu können. Auch über diese historischen Tatsachen berichtete augenscheinlich die Lügenpresse nicht. Die Verwendung von Uran- Munition im Irak durch die amerikanischen Streitkräfte scheint eine geheime Verschlusssache zu sein, welche selbst dann nicht in der Presse veröffentlicht werden darf, wenn sie nicht mehr geheim wäre. Johannes S. hingegen scheint einer gewissen Elite anzugehören, denen dennoch diese geheimen Informationen zu Teil wurden. Und obwohl er sich hier und jetzt als verkannter Whistelblower um Kopf und Kragen schreibt, will niemand die Geschichtsbücher seiner Realität entsprechend umschreiben.

Auch ich bin Fan von Dana Scully und Fox Mulder und habe so manche X- Akte im Fernsehsessel genossen. Wo Realsatire beginnt und Fiktion aufhört, scheint sie bei grenzdebilen Rechtspopulisten fließend ineinander über zu gehen. Bei dieser ausgesprochen bedrohlichen Beschädigung des Hypothalamus, sollte Herr Johannes S. dringend medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

(*) Dem ironischen Kontekt entsprechend wurde diese Wortspielerei dem orthographisch richtigen Begriff „Gelehrter“ vorgezogen.

Friede, Freude, Ukrainekuchen

10. Juni 2014

US- Präsident Barack Obama wurde kurz nach seinem Amtsantritt der Friedensnobelpreis verliehen. Das roch förmlich nach Satire, dennoch meinte es das Nobelpreiskomitee bitter ernst. Offensichtlich wünschte man sich einen Messias herbei, der das amerikanische Militär endlich von den Brandherden, die sie maßgeblich selbst entzündet hatte, zurück pfeifen würde. Der erste farbige Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten muss schließlich ein Zeichen setzen, dachten sich die Preisverleiher erwartungsvoll. Jede andere Überlegung grenzt an Senilität.

Seinen Erwartungen wurde der amerikanische Präsident in keiner Weise gerecht. Es ist schwierig, sich keinen Spekulationen hinzugeben, doch spricht man inzwischen offen von einem neu entflammten „kalten“ Krieg zwischen den sogenannten Supermächten Amerika und Russland. Das Spielfeld für diese Schlacht heißt übrigens Ukraine, Obamas Gegenspieler Wladimir Putin. So sieht es offenkundig die Geschichtsschreibung vor. Weil jedoch Obama samt seiner Verbündeten in der NATO alles andere als glaubwürdige Friedenspolitik offenbaren, darf man nicht vergessen, dass Herr Putin im Grunde ein Despot ist. Es sollte sich nicht die Frage stellen, ob eine gut funktionierende Diktatur einer leider miserabel gelebten Demokratie vorzuziehen sei. Nur weil auf Seiten des Westens eklatante Fehler im Ukraine- Konflikt begangen wurden, wird dadurch das Handeln der Gegenseite nicht besser.

Die Menschen in der Ukraine sind die Leidtragenden, nach deren Wünschen sich eigentlich alle Konfliktparteien richten sollten. Man sollte sich demnach nicht von all jenen Propaganda- Bemühungen beeinflussen lassen, die eigene Sympathie nach West oder Ost zu verlagern. Die Solidarität sollte einzig den Betroffenen gelten und keinesfalls den politischen und militärischen Drahtziehern, welche förmlich nach moralischer Rechtfertigung für ihr verwerfliches Handeln hecheln und dabei weder auf Lügen oder Intrigen verzichten. Leider sind wir an einem Punkt angelangt, der konsequentes Hinterfragen jeglicher Protagonisten beider Konfliktparteien verlangt.

Nun ist der Mensch bekanntermaßen ein Herdentier und folgt blind der Tradition von Lemmingen fremdbestimmten Leitfiguren. In Deutschland repräsentieren insbesondere die Wähler der großen Volksparteien jene possierlichen, jedoch auch ziemlich naiven, mausverwandten Wühltiere. Dass jenes Verhalten des Massenselbstmordes von Lemmingen ebenso eine Illusion ist, wie der Glaube an verantwortungsbewusstes Handeln unserer Regierungsvertreter, sollte endlich etwas Speicherplatz in der Festplatte von Wählerhirnen finden.

Aktuell liefert Heiko Maas (SPD), einstiger Padawan (Synonym für „Schüler“ aus dem Star Wars Universum) vom ehemaligen saarländischen Ministerpräsidenten und Ex- Linken- Parteichefs Oskar Lafontaine, der in seinem Bundesland nie politisch überzeugen konnte, den Beweis für umfassende Inkompetenz als Justizminister. Sollte Herr Maas nicht an Blitzdemenz leiden, müsste ihm schließlich bewusst sein, warum Edward Snowden einer nach Moskau anreisenden Delegation des entsprechenden Untersuchungsausschusses nicht Rede und Antwort stehen kann. Es wäre ein Zeichen der eigenen Staatssouveränität, Herrn Snowden in Deutschland zu befragen und ihm Immunität gegenüber den USA und einem in diesem Fall absurden Auslieferungsvertrag zu zu sichern.

Da wurden durch Edward Snowden ungeheuerliche Schnüffelaktionen diverser Geheimdienste detailliert nachgewiesen, während die Bundesregierung zunächst die massenhaften Ausspähungen leugnete und später zu relativieren versuchte. Damit reiht Herr Maas sich nahtlos in die unfähige Regierungsmannschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel(CDU) ein, deren einstige Lakaien, Ex- Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) und Ex- Innenminister Hans- Peter Friedrich(CSU), den NSA- Untersuchungsausschuss zu verhindern versuchten und die Ausmaße der Spionagetätigkeiten klein reden wollten.

Man kann sich nicht dem Eindruck erwehren, dass in dieser Angelegenheit die Bundesregierung die eigene Inkompetenz mit aller Gewalt zu vertuschen versucht und sich dabei weltweit lächerlich macht, denn tiefer kann man gar nicht mehr im Arsch des amerikanischen Präsidenten stecken, wodurch dieser alsbald Würgereflexe durch den von unten herannahenden Haaransatz unserer Bundeskanzlerin bekäme.

Die erst kürzlich durchgeführte Europa- Wahl bestätige einmal mehr, dass die Mehrheit der Deutschen lieber konservativ belogen und betrogen wird anstatt ihre Wohlstandslethargie der Gerechtigkeit und des eigenen Gesichtsverlustes wegen verlassen würde. Wer sich jetzt angepisst oder denunziert fühlt, darf sich gerne mit konstruktiven Gegenargumenten zur Wehr setzen. Dieses Volk ist doch selbst daran schuld, dass wir den Führungseliten folgen und in den Abgrund stürzen, während diese jedoch immer einen Fallschirm besitzen. Nicht die Lemminge sind blöd…


%d Bloggern gefällt das: