Posts Tagged ‘Lügenpresse’

Warum ist die Lügenpresse eine Lügenpresse?

2. November 2015

Nicht nur im direkten Umfeld von Pegida (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) oder der AfD (Alternative für Deutschland) hört man den abfällig klingenden Begriff Lügenpresse wie das Mantra der jeweiligen Veranstaltung aus der Menge erklingen. Weil die Medien nicht das berichten, was die Anhänger dieser politischen Kaste hören und sehen wollen, werden sie als sogenannte Lügenpresse geschmäht. Die Wahrheit ist einzig und allein, was der eigenen Ideologie entspricht.

Ein Beitrag vom ZDF Morgenmagazin von der AfD- Demo in Erfurt Ende Oktober 2015 bietet sich an, um den Vorwurf zu analysieren, inwieweit eine Beschimpfung mit einem durchaus so brandmarkenden Begriff gerechtfertigt ist. Moderatorin Dunja Hayali interviewte Teilnehmer vor Ort. Zunächst wird davon ein Bericht ausgestrahlt, der die Aussagen der befragten Menschen in knapp 4 Minuten komprimiert:

 

Mit etwa 26 Minuten erhält man später in einer nicht geschnittenen Version ungefiltert die Interviews.

 

Ab Minute 00:35 kommt ein Herr zu Wort, der in der Kurzfassung überhaupt keine Berücksichtigung findet. Er schildert sehr unaufgeregt und nachvollziehbar seine Sorgen und Ängste. Ob man seine Ansichten über eine mögliche Invasion des Islam teilt oder nicht, repräsentiert er dennoch eher den Querschnitt vieler Menschen in Deutschland. Seine Argumentation lässt sich nicht als völlig unbegründet abweisen, indem er behauptet, dass ständig auf der Welt im Namen des Islam gemordet wird. Das mag nicht der wahren Lehre des Islam entsprechen, dennoch ist es nicht weg zu diskutieren, dass islamistischer Terrorismus existiert und auch eine bedeutende Rolle im Gesamtaufkommen von Terrorismus einnimmt. Auf das Gegenargument von Frau Hayali, dass heutzutage selbst im Namen des Christentums Morde passieren, hat er eine moderate Antwort geben können:

Wenn ein Christ mordet, der beruft sich nicht auf die Bibel, aber diese islamischen Mörder oder Terroristen berufen sich auf ihren Koran, ihre Bibel.

Nun hat das ZDF bzw. das Morgenmagazin nicht gelogen, allerdings das wohl interessanteste Interview schlichtweg unterschlagen, wenn wie gewöhnlich nur eine Kurzzusammenfassung der Geschehnisse veröffentlicht wird. Diese Erkenntnis bleibt und besitzt einen Hauch von Manipulation. Denn allein durch das Weglassen des vernünftigsten Interviews schlechthin wirken alle anderen naturgemäß aggressiver und unbegründeter in ihrer Argumentation.

Ab Minute 04:37 kommt eine Person zu Wort, deren Beitrag in der Kurzfassung auf Aussagen zurecht geschnitten wurde, dass der Herr, reduziert auf diese Teilaussagen, wie ein Hetzer und Volltrottel erscheint. Wer sich dann später im TV so wiederfindet, wird sich wohl kaum darüber freuen, als Idiot der Nation dargestellt worden zu sein. Ist es nicht auch eine Art der Lüge, wenn man wesentliche Teile der Berichterstattung unterschlägt?

Ich krieg 500€ Rente und so ein Muslim kriegt 670…

Eine Dame (Minute 16:15) beschwert sich massiv und aufgeregt und skandiert mehrfach ihren Hass. Dass ihr Neid auf Flüchtlinge unbegründet ist, weil sie fälschlicherweise glaubt, dass sie weniger Rente erhalten würde als muslimische Flüchtlinge, wird leider nicht richtig gestellt. Den Betrag von 670€ erhalten die Kommunen vom Bund als Zuschuss für die Komplettbetreuung eines Flüchtlings. Ein erwachsener Single erhält 143€ im Monat, was allerdings noch stärker als bisher in Sachleistungen erfolgen soll.

Ab Minute 19:00 kommen erneut in der Langfassung 2 Frauen zu Wort, die sich keinesfalls rechtspopulistisch äußern. In der Kurzfassung fehlen typischerweise ausgerechnet diese beiden Interviews. Das ist manipulative Berichterstattung. In der Kurzfassung werden nur Szenen berücksichtigt, welche den Eindruck erwecken, dass alle Teilnehmer an dieser Demo eine deutlich rechtspolitische Einstellung besitzen würden. Das ist unausgewogen.

Einen weiteren Beweis für manipulative Berichterstattung lieferte das ZDF zur Ukraine unter anderem hiermit:

Manipulationsmedien versus Lügenpresse

Es liegt also zum großen Teil an den Medien selbst, wie sie wahrgenommen werden. Die Menschen möchten keine vorgekauten Nachrichten mehr, sondern eine umfangreiche und ausgewogene Berichterstattung. Zu oft werden wichtigen Nachrichten zu wenig Sendezeit zugestanden, während allerlei dumpfer Quatsch über alle Kanäle hinweg die Menschen berieselt.

Obdachloser wurde von Asylanten getötet?

1. Oktober 2015

Wenn Asylkritiker und andere besorgte Bürger selbst in die Opferrolle schlüpfen, weil sie gelegentlich als Nazis betitelt werden, wenn sie sich zu rechtspopulistischen und fremdenfeindlichen Parolen hinreißen lassen, ist das oft die Feigheit, sich eingestehen zu müssen, auf falsche Propaganda herein gefallen zu sein. Das ist mir vor Jahren selbst passiert, als ich diverse Verschwörungstheorien zur Ergreifung der Weltherrschaft durch Illuminaten, Freimaurern und Hochfinanzeliten förmlich einsaugte. Die Schilderungen mit mutmaßlichen Beweisen verknüpft mit historischen Geschehnissen sind teilweise so plausibel dargelegt, dass sie nur die präferierten Schlussfolgerungen zulassen. Diese werden natürlich auch gleich konsumgerecht serviert. Man muss sich die Synapsen regelrecht freischütteln, um eine belastbare Objektivität zurück zu gewinnen. Der Blick auf die Ereignisse und die unterschiedlichen Interpretationen muss möglichst wertneutral bleiben und Stigmatisierungen vermeiden. Die undenkbare Möglichkeit, dass die gegensätzliche Meinung doch richtig sein könnte, darf nicht vollkommen verdrängt werden.

Die Flüchtlingskrise avanciert zu einen heiklen Thema, welches durch emotionale Einflüsse und Propaganda die rationale Beschäftigung damit beinahe unmöglich werden lässt. Manche Zeitgeister befürchten offen die Spaltung der Nation. Als kürzlich jemand wieder argumentativ mit dem Rücken zur Wand stand, folgte fast vorhersehbar der erwartete Reflex:

FÜR EUCH IST ALLES RECHTE HETZE. Wenn man nicht jubelt, dass Millionen Flüchtlinge kommen und Bedenken hat, ist man RECHTS.

 

Ich jubele auch nicht, dass täglich 1000de Flüchtlinge eintreffen. Ich habe auch meine Zweifel, ob Integration so funktioniert, wie sich es manche vorstellen. Ich habe nicht die Vorfälle in und um Flüchtlingsunterkünfte ausgeblendet. Ich denke auch, dass nicht alle Flüchtlinge diesen Status verdienen, kann aber aus der Ferne nicht gerecht selektieren und schon gar nicht pauschal darüber urteilen. Ich bin auch der Auffassung, dass Integration in hohem Maße eine Bringschuld des Asylbewerbers sein muss. Ich betrachte viele Dinge der aktuellen Flüchtlingspolitik mit Skepsis und Sorge. Dennoch reiche ich einem Ertrinkenden die Hand, ohne ihn vorher zu fragen, ob er in meine Wertvorstellung passt. Was danach geschieht, muss entschieden werden, aber nicht aufgrund von Hetze und manipulierten Informationen von Seiten irgendwelcher Rassisten oder Rechtspopulisten. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als darauf zu vertrauen, dass die Behörden, die Entscheidungsträger und die vielen ehrenamtlichen Helfer weitgehend richtig handeln. Mich hält auch gewiss niemand davon ab, selbst tätig zu werden. Aber wenn Rechtspopulisten plötzlich die Obdachlosen entdecken, welche sie selbst bisher ignorierten, um damit die Flüchtlingspolitik gegen die Sozialpolitik aufzuwiegen oder gar auszuspielen, ist dieses Vorgehen ausgesprochen perfide. Wenn Rassisten und Rechtspopulisten sich gefälschter Propaganda bedienen und gleichzeitig über die Mainstreammedien als Lügenpresse skandieren, fällt es mir ausgesprochen schwer, mich von deren Logik überzeugen zu lassen. Und wer schließlich diesen nachweislich rechtsextremen Hetzern zujubelt, muss sich auch gefallen lassen, diesem Spektrum zugeordnet zu werden.

Dieser Artikel soll dazu dienen, dass man selbst beginnt, zu differenzieren, sofern man diese Fähigkeit überhaupt noch besitzt. Ich will niemanden von meiner Meinung überzeugen, da ein solches Unterfangen ohnehin kaum Aussicht auf Erfolg hat. Ich möchte jene, die Zweifel besitzen oder schlicht den Faden zwischen wahr und unwahr verloren haben, animieren, sich wie ich die Synapsen frei zu schütteln und selbst zu urteilen.

Der Autor greift einen Fall auf, der weder polizeilich registriert ist noch ein Beweis existiert, dass sich dieses Ereignis tatsächlich so zugetragen hat. Man kann nun intervenieren, dass die Polizei etwas vertuschen möchte und die sogenannte Lügenpresse sowieso. Doch wer solche Behauptungen aufstellt, ist doch wohl zuerst an der Reihe, diese auch sauber und beweiskräftig darzulegen, bevor man die Beweislast bequem umkehrt…

Ohne ersichtlichen Grund stellt der Autor einen Bezug zwischen Obdachlosen und Asylanten her.

Wer ist dieser ominöse, engagierte junge Mann, der angeblich den toten Obdachlosen am Bahnhof gefunden haben mag? Wieso konnte er zwar ein Foto machen, welches nun kaum einen Beweis für die dazugehörigen Behauptungen darstellt, aber keine Hilfe herbei holte oder die Polizei alarmierte? Ist das nicht etwas merkwürdig? Wer hatte zudem die medizinischen Fachkenntnisse, den Todeszeitpunkt auf die erwähnten 3 Tage zuvor zu datieren? Und wer vermutet, dass hier ein Obdachloser verhungert ist bzw. wie kommt der junge engagierte Mann zu dieser Schlussfolgerung? Mit den richtigen Fragen, bekommt das Szenario plötzlich ein völlig anderes Bild. Die Person kann dennoch ein Obdachloser gewesen sein. Dieser kann womöglich auch verhungert sein, was allerdings eher utopisch klingt. Er könnte sogar tatsächlich schon seit 3 Tagen verstorben sein. Das ist alles denkbar, aber eben nicht erwiesen, nur weil es jemand einfach mal behauptet. Ganz gleich, was hier tatsächlich geschehen sein mag, der Autor instrumentalisiert das Ereignis zum Zweck, gegen Flüchtlinge zu hetzen. Und diese Feststellung kann zweifelsfrei getroffen werden.

Quelle: Indexexpurgatorius's Blog

Quelle: Indexexpurgatorius’s Blog

Recherchiert man etwas mehr, stellt sich schnell heraus, dass der Autor sich einer anderen Quelle bediente. Behauptungen werden also quasi unreflektiert übernommen und für eigene Propaganda ausgeschlachtet. Es gibt auch dort keine belegbaren Fakten, dass die Behauptungen der Wahrheit entsprechen. Das spielt letztendlich für die Propagandisten auch keine Rolle, weil der eigentliche Zweck, die Hetze gegen Flüchtlinge, erfüllt wurde. An den Kommentaren zu den jeweiligen Artikeln ist das hervorragend nachvollziehbar.

Interessant ist eine Recherche nach „Obdachloser verhungert“ mit einer Internet- Suchmaschine. Die Ergebnisse bleiben überraschenderweise überschaubar. Auffällig ist, dass genau der geschilderte Beispielfall ausschließlich von Internetpräsenzen aufgegriffen wurde, welche irgendwie die Wahrheit über das Weltgeschehen und den Kosmos überhaupt für sich beanspruchen. Andere Ergebnisse führen zu Einträgen in Foren oder ähnlichen Web- Seiten, wo diese Floskel als solche verwendet wird. Ich zumindest konnte nicht einen einzigen Bericht finden, wo tatsächlich ein Obdachloser verhungert wäre, wenn man vom hier beschriebenen Fall absieht. Erfrieren dürfe wohl eher eine unnatürliche Todesursache für Obdachlose darstellen. Es existiert auch für diesen Beispielfall nur dieses wenig aufschlussreiche Foto. Die sogenannte Lügenpresse berichtet überhaupt nichts darüber. Sollte der Fall letztendlich doch nur eine üble Fälschung gewesen sein? Es sind interessanterweise jene Leute, die sich gerne über die Lügenpresse echauffieren, aber selbst sehr fragwürdige Artikel in Umlauf bringen…

 

Die Ängste von besorgten Bürgern

22. September 2015

Kommentar von einer besorgten Bürgerin, die weder als Nazi noch als Pack bezeichnet werden möchte.

Sehr geehrte Frau Merkel, sehr geehrter Herr Gauck,

auch ich gehöre zu den Menschen, die Sie als Pack bezeichnen. Allerdings nicht, weil ich rassistisch oder fremdenfeindlich bin. Genauso wenig habe ich nazistische Züge oder braunes Gedankengut. Nein, ich gehöre zu dem Pack, das einfach nur Angst hat. Angst vor der Zukunft in einem Land, das ungefilterte Ströme von Migranten ins Land lässt, ohne dass die verantwortlichen Politiker einen Plan zu haben scheinen, wie das alles funktionieren soll.

Da Ihr Kommentar, der beinahe schon ein offener Brief an den Bundespräsidenten bzw. die Bundeskanzlerin zu begreifen ist, kaum von den adressierten Personen eine Antwort entlocken wird, möchte ich Ihnen darauf antworten, obgleich meine Auffassung nicht unbedingt mit jenen der angesprochenen Personen übereinstimmen wird.

Ja Frau Merkel, Sie machen mir Angst mit Ihrer Art alles aussitzen zu wollen. Wir haben eine Katastrophe im Land und Sie schweigen. Was ist eigentlich Ihre Aufgabe als Bundeskanzlerin? Wofür werden Sie von den Deutschen eigentlich bezahlt? Haben Sie nicht geschworen Schaden vom deutschen Volk zu wenden?
1. Ich habe Angst, weil hier Massen ins Land kommen, die selbst innerhalb ihrer eigenen Religion keinen Frieden halten können, wie soll das dann mit einer hier etablierten Religion möglich sein?

Liebe Frau F., Sie pauschalisieren. Es gibt weltweit über 50 Millionen Flüchtlinge. Im Verhältnis zu der prognostizierten 1 Million, die Deutschland als Zuflucht erreichen werden, ist das eine Masse, die es abzubauen gilt. Dass natürlich ein plötzlicher Zuwachs von 1 Million Menschen in Deutschland, die Behörden und natürlich auch die Bürger vor eine extreme Herausforderung stellen, bleibt unbestritten. Der Zusammenhang zur Religion dieser Flüchtlinge ist jedoch zunächst unerheblich. Es ist ebenso hochspekulativ, dass die Religionsunterschiede maßgeblich den gesellschaftlichen Wertekanon durcheinander bringen werden. Konflikte dieser Art gab es schon immer und sie wurden ausschließlich von Fundamentalisten ausgelöst. Da hat der Islam tatsächlich ein Problem, was nicht gleichermaßen bedeutet, dass andere Religionen oder Weltanschauungen deswegen keine Konflikte hervorrufen würden.

2. Ich habe Angst, dass unser Sozialsystem unter dieser Masse zusammenbricht, denn dieses ist auf Gegenseitigkeit ausgelegt.

Diese Angst ist insofern begründet, dass die zuständigen Behörden hoffnungslos überfordert sind. Für geeignete Lösungsansätze sind die Verantwortlichen sicher aufgeschlossen. Nun basiert unser Grundgesetz allerdings auch auf der Überzeugung, dass Menschenrechte zu wahren und zu verteidigen sind und politisch Verfolgten Asyl zu gewähren ist. Die akute Flüchtlingssituation, wie sie aktuell besteht, hatte zum Zeitpunkt der Einführung dieses Grundgesetzes keine Berücksichtigung gefunden. Man darf es ruhig als Ausnahmezustand bezeichnen. Eine Gegenfrage sei an dieser Stelle erlaubt? Hatten Sie keine Angst um die Sozialsysteme, als die Bankenrettung Unsummen an Steuermitteln verschlungen hatte?

3. Ich habe Angst, dass unser Bildungswesen zusammenbricht, wenn neben Inklusion auch noch Kinder ohne Deutschkenntnisse die Schulen fluten. Wie sollen Lehrer noch Wissen lehren, wenn sie mit Integration beschäftigt sind?

Dieses Problem dürfte angesichts der Infrastrukturprobleme ein eher geringes darstellen. Zum Teil gibt es sogar positive Aspekte für das Bildungswesen. Diverse Schulen, deren Schließung bereits beschlossen war, können nun weiter betrieben werden.

4. Ich habe Angst, dass Sie und Ihr Finanzminister sich notwendiges Geld wieder einmal vom kleinen Mann holen und die Reichen im Lande schonen. Die Krankenkassen haben die Erhöhung ja bereits angedroht.

Man darf bei dieser Befürchtung gerne wieder die Banken- bzw. Griechenlandrettung in die Diskussion einbeziehen. Es ist leider unrühmliche Tatsache, dass die Verteilung finanzieller Ressourcen seit Jahrzehnten ungerecht vorgenommen wird. Das hat mit der Flüchtlingskrise jedoch nichts zu tun. Auch die Ankündigung der Krankenkassen, die Beiträge erhöhen zu wollen, hat nur geringfügig mit einer zusätzlichen Belastung des Gesundheitssystems durch Flüchtlinge zu tun. Steigende Arzneikosten und der demographische Wandel sind nur 2 Gründe von etlichen anderen, welche primär für eine Erhöhung der Zusatzbeiträge verantwortlich gemacht werden. Dass auch hierbei eine faktisch ungerechte Verteilung zu Lasten der Kassenpatienten vorgenommen wird, ist eine klassische, politische Fehlleistung.

5. Ich habe Angst, dass die Verbrechensquoten rapide ansteigen, weil im Zuge von Sparmaßnahmen die Exekutive kaputt gespart wurde.

Sie haben also nicht davor Angst, dass die Kriminalitätsrate aufgrund von Asylbewerbern ansteigt, sondern wegen politischer Entscheidungen? Auch wenn es nicht so wäre, bestätigen die Kriminalstatistiken ohnehin, dass die Kriminalitätsrate durch Flüchtlinge nicht nennenswert angestiegen ist.

6. Ich habe Angst, weil Sie, die Politiker, scheinbar keine Ahnung haben, wie all diejenigen, die hier kein Asyl erhalten werden, wieder zurückgeschickt werden sollen. Freiwillig werden sie wohl kaum in die Züge steigen. Bleiben diese dann illegal in Deutschland und was sind dann die Folgen. Diese Menschen dürfen nicht arbeiten und verfügen über kein Geld. Welche Konsequenzen wird das haben?

Man darf durchaus diesen Politikstil anzweifeln. Speziell Defizite bei der Abarbeitung von Asylanträgen wurden ja unlängst zugegeben. Die Konsequenz daraus darf man allerdings abermals anzweifeln. Eigentlich ist es doch ganz einfach, wenn ein Asylantrag abgelehnt wurde. Die staatliche Unterstützung fällt weg und die Menschen müssen ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten. Eine Aufenthaltserlaubnis besteht nur, wenn auch ein Arbeitsverhältnis nachgewiesen werden kann. Eine Duldung von abgewiesenen Asylbewerbern wird sich der Staat nicht auf Dauer leisten können. Dass Ausländer in Deutschland nicht arbeiten dürfen, ist ein fataler Trugschluss. Das trifft nur zu, wenn jene Ausländer einen Asylantrag stellen. Der Status ist dann ein völlig anderer und zieht auch andere Konsequenzen nach sich. Es mag schlimm sein und fehlende Barmherzigkeit suggerieren, wenn nach bürokratischen Richtlinien eine Ausweisung beschieden wurde. Asyl bedeutet schließlich nicht, dass jeder sich ein Land seiner Wahl aussuchen kann, um ein besseres Leben als in der ursprünglichen Heimat führen zu können und eine Subventionierung zu erfahren. Hierfür kann und darf man sich ganz offiziell bei einem Unternehmen in diesem Land bewerben und wird in der Regel auch eine Aufenthaltserlaubnis erhalten. Das wäre dann der klassische Gastarbeiter. Es gibt auch Deutsche, die auf dieser Basis im Ausland tätig sind. Wer jedoch einen Asylantrag stellt, muss sich auch über die Konsequenzen im Klaren sein.

7. Ich habe Angst, weil zu vermuten ist, dass viele der vermeintlichen Flüchtlinge hier eingeschleust werden, um Anschläge zu verüben, denn woher kommt das viele Geld, dass eine solche Flucht kostet? Jemand der flüchtet, weil er alles verloren hat, verfügt auch nicht über Geld für eine Flucht.

Flüchtlinge sind nicht allesamt mittellos. Die meisten Flüchtlinge aus Kriegsgebieten hatten zuvor ein ähnlich geregeltes Leben wie wir es in Deutschland kennen. Dazu zählt auch unter Umständen ein gewisses Vermögen. Dieses ersparte Geld oder sonstige Wertsachen sind im Kriegsgebiet kaum von Bedeutung. Vermutlich ist in vielen Fällen das Geld, das so ziemlich letzte, was jene Flüchtlinge in ihrer zerbombten Heimat verloren haben. Terroristen werden die unsichere, lange Reise über die sogenannte Balkanroute eher nicht antreten. Das wäre aus deren Sicht kontraproduktiv. Es wäre eine Schmach für jene Gotteskrieger, im Mittelmeer zu ertrinken oder irgendwo vor ihrem Ziel in einem Flüchtlingslager auf unabsehbare Zeit hängen zu bleiben.

8. Ich habe Angst, weil kein Politiker in diesem Land konkret sagt, wie das alles organisiert werden soll. Wer zahlt die Unterbringung, Verpflegung, Taschengeld (das ich übrigens nicht habe), Gesundheitsbetreuung?

Es sagt deshalb kein Politiker konkret etwas, weil niemand eine Patentlösung bieten kann. Dass der Staat finanziell für die Flüchtlinge aufkommt, ist eigentlich logisch. So ist das eben mit dem Asyl. Wovon soll ein Asylbewerber denn seinen Unterhalt finanzieren, wenn er/sie nicht arbeiten darf? Oder soll man tatsächlich Flüchtlinge mit Gewalt fern halten, wie es inzwischen einige EU- Staaten betreiben? Wer tatsächlich Anspruch auf Asyl besitzt, wird man so nicht feststellen können. Es soll ja eine schnelle Integration angestrebt werden. Mit „Taschengeld“ bezeichnet man im Übrigen die finanzielle Grundversorgung eines Asylbewerbers, welche unterhalb des Hartz- 4 Niveaus angesiedelt ist. Es besteht kein Grund, deswegen neidisch zu sein. Deutsche bzw. EU- Mitbürger werden gegenüber Flüchtlingen bevorzugt behandelt, wenn auch rechtspopulistische Propaganda ein anderes Bild davon zeichnen möchte.

9. Ich habe Angst, dass die Löhne in diesem Land noch weiter sinken, denn es kommen ja genügend Menschen, die bereit sind für weniger zu arbeiten. Und erzählen Sie mir nichts vom Mindestlohn. Darüber können wir reden, wenn Sie und ihre Kollegen mal ein Jahr lang nur von diesem gelebt haben.

Nachweislich hat die Einführung des Mindestlohns das Lohnniveau in der Gesamtheit angehoben, ohne dass entgegen der Prophezeiung von Arbeitgebervertretern und deren zugeneigten Politikern die Arbeitslosigkeit angestiegen wäre. Selbst wenn die neuen Mitbürger bereit wären, unterhalb des Mindestlohns eine Beschäftigung anzunehmen, wäre das gesetzeswidrig und würde Konsequenzen für deren Arbeitgeber haben. Es gibt allerdings auch ohne integrierte Flüchtlinge bereits schwarze Schafe unter Unternehmen, die den Mindestlohn zu unterlaufen versuchen.

10. Ich habe Angst, auch vor den Menschen, die aus Ländern kommen, die keine rechtsstaatliche Ordnung kennen, die Polizei auslachen und sich ihre eigenen Gesetze schaffen.

Integration sollte bedeuten, dass in Deutschland aufgenommene Flüchtlinge sich genauso an Recht und Ordnung zu halten haben wie die sogenannten Einheimischen. Die Etablierung von sogenannten Parallelgesellschaften ist eigentlich auf das Versagen der zuständigen Behörden zurück zu führen. Der Rechtsstaat zeigt bisweilen seine Defizite. Rechtfertigt dies die Einführung eines Polizeistaates mit erweiterten Machtbefugnissen?

11. Ich habe Angst, vor den Menschen, deren Hemmschwelle aufgrund der Gewalt, die sie in ihrer Sozialisation erlebt haben, sehr viel niedriger ist, als wir es kennen.

Gewaltbereitschaft ist kein Umwelteinfluss, sondern ein individueller Wesenszug, welcher auch teilweise anerzogen wurde. Das Lebensumfeld kann Menschen an diverse Bedingungen anpassen. Menschen sind größtenteils manipulierbar. Bemerkenswert bei dieser Befürchtung ist, dass ausgerechnet Extremisten sowohl aus dem rechten als auch aus dem linken Spektrum das größte Gewaltpotential erkennen lassen. Dennoch fürchten sich die besorgten Bürger vor gewaltbereiten Ausländern deutlich mehr.

Diese Aufzählung könnte ich noch endlos weiter fortführen. Aber aufgrund unzähliger Gespräche mit anderen Menschen weiß ich, dass diese Ängste in der Bevölkerung real existent sind. Und diese Menschen, die einfach nur Angst haben, weil Sie und Ihre Kollegen versagen und keine Antworten auf unsere Fragen wissen, die werden von Ihnen als Pack beschimpft und weil es ja so einfach ist, gleich in die braune Schublade gesteckt. Wie wäre es einmal von Ihrem hohen Ross herabzusteigen und eine klare Ansage zu tätigen, wie diese Probleme alle gestemmt werden sollen?

Die geschilderten Ängste sind sowohl berechtigt als auch real. Was macht jemand, der seine Angst überwinden möchte? Man stellt sich seiner Angst und kann sie womöglich überwinden. Das muss nicht immer gelingen, aber der Versuch ist es allemal wert. Den Begriff „Pack“ verwendete übrigens nur ein einziger Politiker. In die „braune Schublade“ verkriechen sich so manche besorgte Bürger von ganz allein, indem sie sich Rechtspopulisten anschließen. Das beginnt mit einen gedrückten „Like“ bei Facebook, wenn aus rechtspopulistischen Kreisen Propaganda verbreitet wird. Es setzt sich fort, indem man an Demonstrationen teilnimmt, die von Rassisten und/oder Rechtsextremen organisiert werden. Es endet mit Gewalt, wie die Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte beweisen.

Wer das alles finanzieren soll? Das wäre zumindest ein Schritt, um das, was Sie großmäulig allgemein als Fremdenhass bezeichnen, vielleicht in andere Bahnen zu lenken. Doch durch Ihre Politik, die Einflussnahme auf die Medien seitens der Regierung, sind Sie dabei unser Vertrauen endgültig zu verlieren. Viele von uns glauben nicht mehr, was Ihnen tagtäglich serviert wird und aus den Erfahrungen der letzten Jahre sind wir uns auch sicher, dass es wieder der „kleine Mann“ sein wird, der diese Katastrophe auszubaden hat……………genau das sind die Ängste, die sich breit machen und die kann man nicht einfach weglächeln und blauäugig drüber wegsehen und das hat nichts aber auch rein gar nichts mit Fremdenfeindlichkeit oder sonstigem zu tun!!!!!!!!!!!

Auch die zerstörten Flüchtlingsunterkünfte müssen renoviert, somit auch refinanziert werden. Wer also solche Anschläge verübt, betreibt Sabotage und gefährdet vorsätzlich Menschenleben. Man will im Prinzip damit verhindern, dass das Flüchtlingsdesaster nicht einmal ansatzweise gelöst werden kann.
Interessant ist auch der Umstand, dass sich jene Propagandisten gerne den Medien bedienen, die sie als Lügenpresse bezeichnen, wenn es in ihr politisches Portfolio passt. Dann wird auch gerne etwas manipuliert und gelogen, um besorgte Bürger auf ihre Seite zu ziehen. Geschehnisse entsprechen nicht nur dann der Wahrheit, wenn sie der eigenen Ideologie entsprechen. Die Propagandisten schüren bewusst die Ängste der Menschen und versuchen sie zu manipulieren. Wer ist der schlimmere Lügner?
Zwischen 1933 und 1945 waren nicht jene unfähigen Politiker unserer Zeit an der Macht, welche offensichtlich nicht im Stande sind, die Flüchtlingskrise zu bewältigen. Es waren die Nazis, die das düsterste Kapitel der deutschen Geschichte schrieben. Ausgerechnet diese Leute, die einem Regime nachtrauern, welches menschenverachtender und gewalttätiger kaum sein könnte, wollen diese Demokratie, mit ihren Ecken, Kanten und Fehlern gegen ihre krude Weltanschauung eintauschen. Alle besorgten Bürger sollten sich darüber im Klaren sein, dass der inzwischen eingeschlagene Rechtsruck den Verfechtern nationalsozialistischer Gesinnungen Vorschub leistet. Womöglich wird im Hinblick auf solche Zukunftsvisionen die Flüchtlingskrise unser geringstes Problem sein.

Die Lügenpresse ist Rechtsabbieger

17. Februar 2015

Laut einem Artikel im Blog „DortmundEcho“ soll es einen Überfall auf 2 Frauen gegeben haben, der von Ausländern verübt wurde, die sich allein durch Blicke provoziert fühlten. Der Vorfall soll am Rosenmontag, dem 16. Februar 2015 stattgefunden haben. Die Täter sollen mehrheitlich arabischer und schwarzafrikanischer Herkunft gewesen sein und die Polizei soll nicht eingegriffen haben. Das klingt empörend und erzeugt eine gewisse Wut. Genau diese Reaktionen will man hervorrufen. Das Bild zeigt vermutlich eine gewalttätige Situation mit bzw. zwischen Leuten verschiedener Hautfarbe und Herkunft. Viel mehr ist allerdings nicht zu erkennen. Man könnte nun vom Text die beschriebene Situation ableiten und hinein interpretieren.

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Quelle: http://www.dortmundecho.org/2015/02/nach-dortmunder-karnevalszug-mutter-tochter-von-auslaendermob-zusammengeschlagen/

Interessant wie entlarvend zugleich ist die Tatsache, dass genau jenes Bild an anderer Stelle erneut auftaucht:

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Quelle: http://www.dortmundecho.org/2015/02/bleib-stehen-du-deutsche-schl-schwarzafrikaner-poebeln-vor-evinger-asylheim/

Das absolut gleiche Bild schmückt einen völlig anderen Sachverhalt, der zu einem anderen Zeitpunkt an einem anderen Ort stattgefunden haben soll. Zu welchem Ereignis gehört das Bild nun wirklich? Vermutlich hat das Bild mit beiden Ereignissen überhaupt nichts zu tun. Denn das Dortmunder Echo hat dieses Bild sogar einem weiteren Ereignis zugeordnet.

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Quelle: http://www.dortmundecho.org/2014/09/aplerbeck-auslaender-ueberfallen-geburtstagsfeier-presse-verschweigt-hintergruende/

Das Bild wurde sicherlich irgendwann und irgendwo tatsächlich aufgenommen, aber definitiv nicht im Zusammenhang zu den Artikeln, die jenes rechtspopulistische Nachrichtenportal veröffentlichte. Den Beweis liefert eine weitere Internetpräsenz, wo dieses Bild schon vor über einem Jahr zu Propagandazwecken verwendet wurde. Diesmal führt die Spur nach Österreich.

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Quelle: http://freies-oesterreich.net/2014/01/30/auslaendergewalt-vertuscht-verharmlost-gut-geheissen/

Und auch auf einer weiteren rechtspopulistischen Internetpräsenz findet man dieses Bild zur etwa gleichen Zeit wieder.

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Quelle: https://impulsgeberblog.wordpress.com/2014/01/11/im-namen-des-antirassismus-guillaume-faye-uber-die-multiethnische-gesellschaft/
Die Beweise sind erdrückend. Mit einem Bild, dessen tatsächlicher Hintergrund völlig unbekannt ist, wird rassistische und fremdenfeindliche Hetze betrieben. Widerlicher kann man kaum noch lügen und betrügen. Kurioserweise skandieren gerne Leute aus diesem Spektrum mit dem Begriff „Lügenpresse“, um diversen Mainstreammedien ihre Fehler vorwerfen zu können.
Das „Impulsblog“ wird anonym betrieben.
freies-oesterreich.net“ wird in Russland gehostet und die Urheber lassen ihre Identität von der Firma Domain ID Shield Service in Hong Kong professionell verschleiern. Also muss das ja stimmen, was diese Internetpräsenzen so veröffentlichen…
Das Blog „DortmundEcho“ beansprucht die Dienste der US- Firma A Happy DreamHost Customer, um die eigene Identität zu verbergen.
Man sollte also vorsichtig sein, wem man sein Vertrauen schenkt. Wer will schon gerne belogen und betrogen werden?

Update 18. Februar 2015:

Inzwischen berichtet auch die Regionalpresse über den Vorfall. Demnach sollen Jugendliche und Erwachsene aneinander geraten sein. Eine Frau aus der Gruppe der Erwachsenen, welche leicht verletzt wurde, hat offensichtlich Anzeige erstattet. Nichts deutet auf die Schilderungen hin, wie sie vom DortmundEcho verbreitet werden. Wie tief muss man gesunken sein, um Fremdenfeindlichkeit und Rassimus durch dreiste Lügengeschichten zu schüren?

Auch interessant sind diese Kommentare bei Facebook zu diesem Sachverhalt:

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Laut einer Zeugenaussage waren etwa 10 Personen an der eher verbalen Auseinandersetzung beteiligt, die von lediglich 2 Polizisten geschlichtet wurde. Offensichtlich wurde die Situation völlig überbewertet und rechtspopulistisch instrumentalisiert. Das ist nichts weiter als bösartige Propaganda, welche leider auch Abnehmer findet. Leicht manipulierbare Menschen gibt es viele, die sich für dumm verkaufen lassen.

Manipulationsmedien versus Lügenpresse

15. Februar 2015

Nachdem der reizbare Begriff „Lügenpresse“ zum Unwort des Jahres 2014 gekürt wurde und aufgrund seiner historischen Wurzeln quasi zum Tatwerkzeug für verbalen Selbtmord für die Benutzer umfunktioniert wurde, blieb offensichtlich jeglicher Lerneffekt auf der Strecke.

Nicht selten wurde das ZDF damit betitelt und beschimpft. Man darf als öffentlich- rechtliche Medienanstalt journalistische Kardinalsfehler nicht dauerhaft ignorieren. Man kann fahrlässige Fehler als gebührenfinanzierte Sendeanstalt mit Anspruch auf Seriosität und einem verpflichtendem Bürgerauftrag nicht leugnen und sich selbst als Opfer einer Verschwörung präsentieren. Aber sie haben es schon wieder gemacht:

 

Am 12. Februar berichtete man über russische Panzer, welche angeblich während der Verhandlungen über einen Waffenstillstand in Minsk die Grenze zur Ukraine überquert hätten. Weitgehend ungeprüft übernimmt man die Aussagen der ukrainischen Regierung. Eine Recherche des Internetblogs Blauer Bote offenbart zumindest eklatante Mängel in dieser Berichterstattung. So existierte das gezeigte Bildmaterial bereits 2009, wo  der Georgien- Konflikt thematisiert wurde. Eine koreanische Quelle verwendete damals exakt das gleiche Foto…

 

 

Inwieweit das Bild nun tatsächlich zum Bericht auf diesem koreanischen Blog passt, würde erneut intensive Recherchearbeit erfordern. Im aktuellen Kontext ist dieser Umstand allerdings nebensächlich, denn bewiesen wurde ja dadurch, dass das ZDF augenscheinlich das verwendete Bildmaterial ungenügend überprüft.

Bilder suggerieren immer noch eine Untermauerung des jeweiligen Artikels und seiner Aussagekraft. Man kann damit die eigene Position im Unterbewusstsein des Zuschauers bzw. Lesers beeinflussen. Man liefert sozusagen wichtige Indizien zur Meinungsbildung mit. So funktioniert auch Propaganda und im Zusammenhang mit einem derart brisanten Sachverhalt wie die Ukraine- Krise, ist ein solches Handeln unverantwortlich.

Fehler passieren und Fehler sind menschlich, allerdings die Art, wie die Verantwortlichen beim ZDF damit umgehen, kann man schon als arrogant bis absichtlich manipulativ erachten. Denn nachdem der Faux Pas bemerkt wurde bzw. das ZDF freundlicherweise darauf hingewiesen wurde (z.B. in einer Email meinerseits vom 14. Februar 2015), tauschte man lediglich das Bild aus, als hätte es diesen peinlichen Fehler nie gegeben. Bekanntlich vergisst das Internet nie, das sollte auch inzwischen beim ZDF angekommen sein. Anmerkung: Ob das aktuelle Bild dem Thema zugeordnet werden darf, ist ebefalls fragwürdig, denn die eher sommerliche Kleidertracht der Soldaten auf dem Bild wirkt merkwürdig. Zur Zeit herrschen in der Gegend dauerhaft Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.

Quelle: ZDF

Quelle: ZDF

 

An keiner Stelle wird erwähnt, dass man das ursprüngliche Bild augetauscht hatte und schon gar nicht warum. Eine Antwort auf meine Email blieb bislang ebefalls aus, obwohl ich explizit um Stellungnahme gebeten hatte. Das ZDF besitzt durch dieses Verhalten maßgeblichen Anteil am schlechten Image der Mainstreammedien und beschädigt ein weiteres Mal das Ansehen der gesamten Presselandschaft.

 

Update 16. Februar 2015:

Über Nacht wurde ein Text hinzugefügt, der endlich den Fehler bestätigt. Gleichzeitig versucht man den nächsten Fehler zu korrigieren, indem man gleich zugibt, dass das neue Bild ebenfalls nicht zur Situation passt und ebenfalls aus einem anderen Zusammenhang stammt.

Quelle: ZDF & Reuters

Quelle: ZDF & Reuters

 

Was soll nun ein Bild aus dem August 2014, welches russische Panzer und Soldaten auf russischem Territorium zeigt, in einem Artikel vom Februar 2015, wo es um angebliche Truppenbewegungen aus Russland in die Ukraine geht? Nach wie vor wird ein Sachverhalt dadurch manipulativ verändert. Liebes ZDF, das ist eine ganz erbärmliche Vorstellung, welche ihr da inszeniert. Wie kann man das noch vor den Gebührenzahlern rechtfertigen, welche für ihre verpflichtende Haushaltsabgabe wenigstens ehrliche und wahrheitsgetreue Berichterstattung erwarten dürfen…?

 

Update 17. Februar 2015:

Email- Antwort des ZDF:

haben tatsächlich recht: Mit Blick auf den Krieg in der Ostukraine wurde auf der Internetseite von heute.de ein falsches Bild verwendet. Es zeigt georgische Panzer aus dem Jahr 2009 und nicht russische Panzer aus dem aktuellen Konflikt. Im Produktionsprozess ist leider ein Fehler passiert, die Bildbeschreibung wurde falsch übertragen und so wurden aus georgischen Panzern russische Panzer. Der Fehler wurde schließlich aber korrigiert und auf heute.de entsprechend kenntlich gemacht. Wir können Sie daher nur um Entschuldigung bitten. Die zuständige Redaktion hat die Arbeitsabläufe überprüft und verbessert, so dass solche Fehler nicht mehr vorkommen sollten.

Als Entschuldigung kann man diese Antwort nur bedingt annehmen. Denn was hätte die korrekte Bildbeschreibung für einen Sinn ergeben? Das Bild gehörte da schlichtweg gar nicht hin. Und auch das neue Bild hat nichts mit dem geschilderten Sachverhalt zu tun. Wenn kein Bildmaterial zu diesem Thema zur Verfügung steht, kann man nicht einfach ein beliebiges Bild verwenden. Das verzerrt den Informationsgehalt. Von einer seriösen Berichterstattung darf der Gebührenzahler erwarten, dass sie nach bestem Wissen und Gewissen der Wahrheit entspricht. Indem ein Artikel mit einem Bild ergänzt wird, will man damit den Inhalt der Botschaft visuell untermauern. Man will eine optische Zusatzinformation darbieten. Ein Bild, welches von einem anderen Ort und einer anderen Zeit stammt, gehört verdammt nochmal nicht zu diesem Bericht.


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