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Asylparadies Deutschland

29. Oktober 2015

Vorstellung und Realität verhalten sich selten proportional zueinander. Das gilt für Asylsuchende gleichermaßen wie für die „Gastgeber“. Man könnte bisweilen den Eindruck gewinnen, dass jede Verfehlung von Flüchtlingen im Gastland mit dem Smartphone eingefangen und in sozialen Netzwerken, allen voran Facebook, dokumentiert wird.

Flüchtlinge überqueren nicht das Mittelmeer, weil sie eine Kreuzfahrt gebucht haben. Sie laufen nicht 3000 Kilometer durch fremde Länder, weil sie eine Wallfahrt machen. Vielleicht klingt es für Besserdeutsche zu banal, aber diese Menschen fliehen vor Kanonen, Gewehren und Fanatikern, die Waffen gnadenlos benutzen, welche wiederum von Industriestaaten des Profits wegen dorthin geliefert wurden. Ist es so verwunderlich, dass jene Menschen aus ihrer zerbombten Heimat nach Deutschland und Resteuropa kommen und hier schließlich als Kollateralschaden einer seit Jahrzehnten misslungenen Weltpolitik auf dem Altar von selbstgefälligen Rettern des Abendlandes geopfert werden?

Im Sog einer desaströsen Flüchtlingspolitik befinden sich auch viele Menschen, die sich schlicht und ergreifend ein besseres Leben erhoffen, ohne aus unmittelbarer Lebensgefahr entkommen zu sein. Das Bild von Wohlstand, Reichtum und Freiheit wurde zu lange und zu oft mit auffälliger Dekadenz von der Europäischen Union vermittelt. Wer zeigt schon gerne schlechte Fotos aus dem Urlaub oder macht überhaupt solche? Bundeskanzlerin Angela Merkel wird nicht müde, Deutschland als Flüchtlingsparadies auf Erden zu bejubeln und die Balkanstaaten bekunden kein Interesse, die Flüchtlingsströme auf ihrem Weg ins gelobte Land aufzuhalten.

Es ist bisweilen auch eine herbe Enttäuschung, was viele Immigranten am Ziel ihrer falschen Träume entdecken. Überfüllte Erstaufnahmelager, Ellbogenmentalität untereinander und öffentlich praktizierter Fremdenhass von den Deutschesten unter den Deutschen passen nicht in das Bild, was viele Menschen in den Herkunftsländern von Deutschland haben.

Ein Flüchtling, der in Deutschland um Asyl bittet, muss das nicht in Demut kniend vor jedem rechtpopulistischen Idioten tun. Es ist ein verbrieftes Recht in jenem Grundgesetz, welches als schriftliches Bollwerk gegen eine düstere Vergangenheit errichtet wurde. Und wer den Anspruch stellt, in diesem Land aufgenommen zu werden, besitzt unweigerlich die Bringschuld, die darin dokumentierten Werte anzuerkennen. Es wäre eigentlich gar nicht so schwierig…

Deutschland gerät zunehmend an die Grenzen der eigenen Belastbarkeit und zwingt Flüchtlinge in geduldige Lethargie, während destruktive politische Kräfte den Staat an einer offengelegten Achillesferse treffen wollen. Viele Menschen erliegen einer subversiven Propaganda, welche sogar teilweise zusammengelogen wurde, um längst überwunden geglaubte Ideologien wieder zum Leben zu erwecken. Erschreckend ist der Erfolg, Menschen mit einfachen Lösungen, die gar keine sind, überzeugen zu können.

Dabei wäre es für alle von Vorteil, anstatt gegen Islamisierung wöchentlich spazieren zu gehen oder die eigene Unzufriedenheit mit dem Anzünden von Flüchtlingsunterkünften zu befriedigen, wenigstens nicht jene zu behindern oder gar zu bedrohen, die sich engagieren, eine Lösung zu finden. Auch müssen ein Staat und jene, die ihn führen möchten, erkennen, dass Fehler beseitigt werden müssen, anstatt sie zu ignorieren oder gar zu vertuschen. Den Menschen, die nach Deutschland kommen, muss unmissverständlich klar gemacht werden, und zwar nicht erst, wenn sie bereits vor der Tür stehen, was sie real hier erwartet.

Meist sind es Muslime, die in den Fokus von Rassisten geraten, weil deren Religion so fremd und unvereinbar mit der hiesigen Kultur zu sein scheint. Nicht erst seit der aktuellen Flüchtlingskrise wurde das Problem von real existierenden Parallelgesellschaften ignoriert. Es ist inakzeptabel, wenn Muslime mit extrem religiösen Vorstellungen, Gesetze und gesellschaftliche Werte in diesem Land missachten. Religionsfreiheit endet dort, wo Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Frauen sind in Deutschland den Männern gleichgestellt. Homosexualität ist nicht strafbar und erst recht keine Krankheit. Und wer Andersgläubige offen als unrein betrachtet und entsprechend reagiert, hat in dieser Gesellschaft keine Daseinsberechtigung.

Das gilt jedoch auch für Propagandisten, welche auf das Recht der Meinungsfreiheit pochen, aber es durch Beleidigungen, Verleumdungen oder Hetze überstrapazieren. Wir leben in Deutschland im Verhältnis zu anderen Ländern und Regionen ausgesprochen gut. Es ist kein Paradies, weder für Einheimische noch für Flüchtlinge. Man darf behaupten, dass sich das Prinzip des Sozial- und Solidaritätsstaates bewährt hat. Was spricht dagegen, diesem Prinzip treu zu bleiben?

Gutmenschen versus Besserdeutsche

28. August 2015

Die Kleinstadt Heidenau in Sachsen bekleckerte sich dank einer rechtsextremen Horde nicht sonderlich mit Ruhm.

Es gibt noch weitere Orte in dieser Republik, wo Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zum ekelhaften Spiegelbild zumindest von einem Teil der dortigen Bewohner avancieren. Offen werden insbesondere Leute, die Flüchtlinge in irgendeiner Weise unterstützen und deren Schicksal in lebensfreundlichere Umstände wandeln möchten, abfällig als Gutmenschen betitelt.

Gutmenschen sind nach Auffassung jener Besserdeutschen sogenannte Schlafschafe, die ihre Augen vor der Wahrheit verschließen und in dümmlicher Lethargie die bevorstehende Apokalypse ignorieren. Ein Teil diese Apokalypse sind die nicht enden wollenden Flüchtlingsströme, die nach Meinung einiger erleuchteter Lichtgestalten, die sich als Bewahrer des christlichen Abendlandes begreifen. Die Islamisierung und der kulturelle Kollaps stehen bevor und die Machtelite steuert bewusst dieses schöne Vaterland ins Verderben. Besorgte Bürger unterstützen zumindest passiv durch ihre Zustimmung den nicht zu übersehenden Rechtsruck in unserer Gesellschaft.

Einige Fragen an jene besorgten Bürger und Besserdeutschen sind folgende:

Was können Flüchtlinge für eine gescheiterte europäische Flüchtlingspolitik?

Was würden Sie, wenn in Deutschland Krieg oder Ausnahmezustand herrschen würde, dass Ihr Leben und das Leben Ihrer Familie in höchster Gefahr wäre, unternehmen?

Was würden Sie mitnehmen, wenn Sie Hals über Kopf das Land und Ihre Familie verlassen müssten?

Welches Ziel würden Sie wählen?

(Gerne darf, wer möchte, diese Fragen per Kommentar beantworten.)

Argumente von besorgten Bürgern und Besserdeutschen klingen oft plausibel. Sind sie auch richtig? Inzwischen gibt es ausreichend Quellen, wo deren Argumente entkräftet wurden, wenngleich es der Intellekt mancher Besserdeutschen ohnehin verbietet, die Fakten anzuerkennen und zu begreifen.

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Quelle: Die Welt

Im Video erläutert die Dame im Trainingsanzug ihre Sichtweise mit:

…weil so Leute haben hier in Deutschland nichts zu suchen!

Ohne dieser Frau zu nahe treten zu wollen, ist der Satzbau so schlecht, dass man durchaus auch ihr Recht, hier in Deutschland zu leben, aus ihrer eigenen Perspektive betrachtet, in Frage stellen darf.

Weil die nehmen uns die Arbeit weg!

Sicherlich ist dieses Argument aus dem Zusammenhang gerissen, stimmt aber trotzdem nicht. Asylbewerber dürfen nur in absoluten Ausnahmefällen ein Arbeitsverhältnis eingehen. Selbst wenn diese Hürde nicht bestünde, wäre es doch für solche Leute wie diese Frau eine beschämende Selbsterkenntnis, wenn Leute, ohne deutsche Sprachkenntnisse in einem fremden Land mit fremder Kultur diversen Besserdeutschen den Arbeitsplatz streitig machen könnten. Interessant wäre es noch zu erfahren, um welchen Arbeitsplatz sich die Dame im blauen Trainingsanzug wegen Flüchtlingen Sorgen macht?

Die Gegenargumentationskette könnte man endlos fortsetzen. Dennoch wird es unumstritten schwieriger, wenn Begriffe wie Wirtschaftsflüchtlinge oder Scheinasylanten in die Argumentation einfließen.

Hierbei sind gezielt Flüchtlinge gemeint, die aus Regionen kommen, die als sichere Herkunftsländer eingestuft wurden. Das trifft für die Balkanländer zu, wenngleich ethnische Minderheiten dort unter Verfolgung und Unterdrückung leiden müssen. Asyl erhalten diese Menschen eher selten in Deutschland, dennoch scheint es für sie die letzte Hoffnung auf ein besseres Leben zu sein. Tatsächlich scheint der kurzfristige Aufenthalt in Deutschland erträglicher zu sein, als in der Heimat. Man mag es nicht gerechtfertigt finden, dass Asylbewerber eine staatliche Mindestunterstützung bis zur Entscheidung über den Asylantrag erhalten, was gerne als Sozialschmarotzertum oder mit schlimmeren Ausdrücken beschimpft wird, rechtfertigt aber ganz sicher nicht jene fremdenfeindliche Ressentiments, die daraus entwachsen. Die Menschen können nichts für ihre Herkunft und folgen dem Selbsterhaltungstrieb, wie es auch jeder andere tun würde.

Kriminelle Asylbewerber, die es zweifelsohne auch gibt, verleiten besorgte Bürger dazu, pauschal alle Flüchtlinge zu verurteilen. Besserdeutsche skandieren gerne, dass kriminelle Ausländer vor der deutschen Justiz eine Bevorzugung erfahren würden. Besorgte Bürger glauben solche Märchen auch gerne, denn es bestätigt sie in ihrem Eifer gegen Flüchtlinge. Strafbare Handlungen von Rassisten oder Rechtsextremen werden gerne relativiert oder gar mit diversen Einzelfällen mit Ausländerbeteiligung gerechtfertigt.

In einer Berliner S- Bahn pöbelten 2 stark alkoholisierte Männer eine ausländisch erscheinende Frau mit ihren beiden Kindern an. Neben fremdenfeindlichen Sprüchen urinierte einer der Männer auf die Kinder.

Quellen:

Berliner Morgenpost

Greenpeace-Magazin

Man muss eigentlich kein Gutmensch sein, um von solchen Taten angewidert zu sein. Glücklicherweise ist auch diese Tat ein Einzelfall.

Trittbrettfahrer heizen die Stimmung zusätzlich auf. Nach dem grausamen Fund von ca. 50 Leichen in einem LKW auf der Autobahn bei Wien, womit augenscheinlich eine Schlepperbande Flüchtlinge transportierte, erschüttert folgender Facebook- Beitrag die Gemüter:

sam_black

Quelle: Facebook

Rücksichtnahme auf Identitäten endet dort, wo der Ekelfaktor die Grenze der Menschlichkeit überschreitet. Es ist ein Fake- Profil, was dennoch keine sichere Anonymität verspricht. Insbesondere wenn die Person selbst Hinweise auf die eigene Identität liefert, sollte den Ermittlungsbehörden, falls sie denn diese Art der Interpretation eines solch erschütternden Vorfalls als strafrelevant erachten, die Ergreifung problemlos gelingen. (Namen und Pseudonyme wurden von den Personen selbst veröffentlicht und sind öffentlich zugänglich.)

freezy_crakk2

Quelle: YouTube

Ist es Eitelkeit oder nur Dummheit, die eigentliche Identität in Klammern dahinter anzugeben? Denn Freezy Crakk findet man mehrfach im Netz der Netze. Offensichtlich belebt er, wenn er nicht ausgerechnet verbalen Müll ausspuckt, die Hip- Hop- Szene in Bremen.

 

sam_black2

Quelle: Facebook

freezy_craak

Quelle: banggood.com

Er unterhält einen YouTube- Kanal und besitzt auch einen Google+ Account. Das gleiche Profilbild erscheint sowohl beim Pseudonym Sam Black als auch bei Freeky Crakk, womit mit hoher Wahrscheinlichkeit erwiesen ist, dass es sich um die gleiche Person handelt. Eine weitere Spur hinterlässt der Hip- Hopper beim Online- Einkauf.

Es gibt sogar Leute, die solche widerlichen Texte mit einem „Gefällt mir“ würdigen, was annähernd ebenso widerwärtig ist. Toleranz endet, wenn die Gegenseite diese selbst abgelegt hat. Die Besserdeutschen werden auch für dieses Flüchtlingsdrama in Österreich zynische Bemerkungen liefern.

Wie lange will die EU bzw. die Bundesregierung weitgehend untätig bleiben? Mediale Empörung beinahe aller etablierten Parteifunktionäre genügen längst nicht mehr. Die Ursachenbekämpfung muss unverzüglich beginnen. Der Grund für millionenfache Flucht, was schon als Völkerwanderung bezeichnet werden kann, findet sich in den Herkunftsländern. Anstatt bilaterale Handelsbeziehungen zu Despoten und Diktatoren zu pflegen, muss man den Willen und die Kraft besitzen, die jeweiligen Staatsoberhäupter in ihre humanitäre Verantwortung zu zwingen.

Würde man mit gleicher Intensität dem Flüchtlingsproblem begegnen, welche man in die Überwachung der eigenen Bevölkerung durch Vorratsdatenspeicherung und viele andere verfassungswidrige Gesetze investiert, wäre man einen wesentlichen Schritt weiter…

Anmerkung: Pauschal Leute als Pack zu bezeichnen, setzt den Redner aufs gleiche Niveau, welches dieser damit kritisieren wollte. Diese Strategie ist quasi ein Eigentor jener Politik, die selbst versagt hat. Der Begriff Dunkeldeutschland richtet sich ebenfalls pauschal und geographisch auf eine Region in Deutschland und besitzt durchaus beleidigenden Charakter gegenüber Menschen, die sich keineswegs an Rassismus und Ausländerhetze beteiligen. Wenn die deutsche Politikelite keine besseren Argumente vorweisen kann, ist das als Kapitualtion der eigenen Aufgabe zu werten. Wenn es darum geht, Banken zu retten, scheinen die Ressouren unausschöpflich zu sein. Die besorgten Bürger sollten vor Banken und Regierungsgebäuden demonstrieren und ihre Aggression nicht an den Schwachen und Wehrlosen auslassen. Gutmenschen müssen aber auch einsehen, dass ihre Hilfe eine Hilfe zur Selbsthilfe sein muss.

Trauriges Update, wozu ich keine weiteren Worte verlieren möchte:

 

Til ist kein Schweiger…

19. August 2015

Auch wenn sein Nachname es behaupten möchte, ist Til Schweiger eben kein Promi, der die Schnauze hält, wenn brisante Themen die Nation in Gutmenschen und Besserdeutsche spalten. Mit durchaus vulgärer Intonation taucht er in die Flüchtlingsdebatte ein und muss so manchen verbalen Schlag unter die Gürtellinie ertragen.

Man muss den erfolgreichen Schauspieler nicht unbedingt mögen oder seine darstellerischen Fähigkeiten bewundern, dennoch zeigt er entgegen vielen anderen Prominenten und jenen, die sich dafür halten, eine klarepolitische Position. Er kann es sich leisten, andere vermutlich weniger.

Sie gehen mir auf den Sack, echt!

Ein Zitat in einer TV- Runde, welches gegen einen herablassenden Kommentar des CSU- Generalsekretärs Andreas Scheuer aus ihm heraus brach, entlarvt eigentlich sehr genau jene Lethargie und Angst der politischen Mandatsträger in Deutschland, womit sie dem Flüchtlingsproblem begegnen. Niemand der Verantwortlichen in der Bundesregierung besitzt den Mut, verständlich und schonungslos den Bürgern dieses Landes die Tatsachen zu präsentieren. Das schafft Raum für Spekulationen, welcher dankend von Fremdenfeinden und Rechtspopulisten mit haarsträbenden Unwahrheiten gefüllt wird.

Dass ein Mobiltelefon im Jahr 2015 kein Luxusartikel mehr ist und auch in Ländern wie Syrien oder Eritrea das Rad längst erfunden wurde, sollte sich inzwischen im letzten Provinznest unserer Republik herum gesprochen haben. Es ist für einen Flüchtling im Prinzip das letzte Bindeglied zu Familie und Freunden. Afrikaner tragen auch keine Baströckchen, sondern jene Kleidung, die auch Europäer kleiden und nicht selten als Billigprodukte aus jenen Ländern stammen, die lange Zeit als 3. Welt für den Wohlstand der Industriestaaten herhalten mussten.

Von der Vorstellung, dass Flüchtlinge demütig die Allmosen der zivilisierten Welt in tiefer Dankbarkeit entgegen nehmen, um anschließend motiviert in jene Kriegsgebiete und Elendsgegenden zurück geschickt zu werden, sollten sich selbst die hatnäckigsten Bildzeitungsleser und Facebook- Kotzbrocken verabschieden. So völlig unschuldig an den dramatischen Zuständen in den Herkunftsländern jener Flüchtlinge sind die Industrienationen wirklich nicht.

Dass nicht jeder Flüchtling tatsächlich ein solcher ist oder auch kriminelle Energie besitzt, wird immer dann deutlich, wenn jene Besserdeutschen wie im beschaulichen Städtchen Freital* und auch anderswo aufgrund geschürter Ängste und hochgespielten Einzelfällen den Hass auf ihr eigenes verkommenes Dasein davon galoppieren lassen. Es entsteht der beängstigende Eindruck, dass die Orks aus „Herr der Ringe“ inzwischen durch die Gassen deutscher Städte und Dörfer schwadronieren.

Schauspieler werden gerne als die Helden gefeiert, welche sie in diversen Filmrollen darstellen. Da sind die Rollen klar in gut und böse getrennt. In der Realität will es Til Schweiger offensichtlich nicht gleichermaßen gelingen. Obwohl er zielgenau die Ursachen für die Flüchtlingsproblematik betitelt, sucht man nach Fehltritten in seiner Biographie, als wäre darin ein Knopf verborgen, der ihn ausschalten könnte.

Die Amerikaner, unser Hauptverbündeter, ist für den ganzen Scheiss verantwortlich, weil sie unter einer Lüge in den Irak reingegangen sind, um konsequent ihre wirtschaftlichen Interessen zu verfolgen.

Keineswegs wird dieses Zitat zu einem rhetorischen Meisterwerk erwachsen und Herr Schweiger war ohnehin noch nie sonderlich wortgewandt. Doch so abwegig ist seine Ursachenforschung keineswegs. Seit Jahrzehnten tobt im Nahen und Mittleren Osten der wirtschaftliche Kampf ums Erdöl, wozu auch der inzwischen nicht mehr zu leugnende Interventionskrieg der USA gegen den Irak seinen Beitrag leistete. Man öffnete die Büchse der Pandora…

Flüchtlinge sind das Resultat von Krieg und Elend. Diese Menschen kommen nicht freiwillig  unter lebensbedrohlichen Umständen nach Europa. Welche andere Alternative bleibt ihnen denn? Diese Frage geht direkt an jene, die so vehement gegen Flüchtlinge hetzen…

 

*  Auch in Freital gibt es sicher Menschen, welche nicht fremdenfeindlich sind. Pauschalisierungen helfen niemandem.

 

 


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