Energiewendehälse

Der Strom kommt aus der Steckdose. Elektrische Energie ist zum Lebenselixier eines jeden Haushalts geworden und bereits kurzzeitige Engpässe der Versorgung stellen uns vor erhebliche Probleme. Viel zu abhängig sind die Menschen in Industriestaaten von elektrischer Energie geworden, sodass diese Abhängigkeit uns teuer zu stehen kommt.

Energie ist ein Instrument der Macht und die Mächtigen bewegen die Hebel jener Macht nach ihren Interessen. Anfangs glaubte man, zumindest wurde es so in den Medien suggeriert, die übermächtigen Energiekonzerne würden mit dem Atomausstieg an Einfluss verlieren, doch auch die Energiewende wussten sie durch geschickte Lobbyarbeit für sich zu nutzen. Lobbyisten aller Branchen wirkten erfolgreich auf die politisch Verantwortlichen ein, dass eine an sich gut konzipierte Energiewende mit einem  erbärmlich schlechten Ruf zu kämpfen hat. Das EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) erzeugte mehr Transparenz insbesondere bei seiner Finanzierung, wird aber ausgerechnet deswegen verteufelt. Obwohl andere Energieträger ebenfalls und zum Teil wesentlich höher subventioniert werden, dies aber kaum bemerkt im staatlichen Steuergeflecht versteckt bleibt, haftet der Energiewende ungerechtfertigt ein schlechtes Image an. Das EEG selbst wurde politisch in mehreren Schritten unternehmerfreundlich verwässert mit der Folge, dass die privaten Endkunden mit ständig steigenden Umlagen auf der Stromrechnung beglückt werden.

Es scheint Methode zu besitzen, dass von Lobbyisten und ihnen gewogenen Politikern der Energiewende immer wieder Steine in den Weg gelegt werden. Zuletzt wurde der Netzausbau heftig in die öffentliche Kritik gebracht. Die extrem teuren Stromtrassen, welche die Windenergie von Norden nach Süden transportieren sollen, will natürlich niemand vor der eigenen Haustür erblicken. Das ist weitgehend verständlich, relativiert sich jedoch durch den deutlich geringeren Widerstand als hoch gefährliche Kernkraftwerke wie Pilze aus dem Boden wuchsen. Ebenso sind Kohlekraftwerke nicht gerade wegen ihrer gesunden Wirkung auf die Umwelt bekannt, genießen aber offensichtlich mehr Zuspruch als Wind- und Solarparks.

netzentwicklungsplan

Quelle: TenneT TOS GmbH & Amprion GmbH

Inzwischen mehren sich Gerüchte, dass durch den Ausbau der Stromautobahnen vorwiegend erzeugter Strom aus Braunkohlekraftwerken transportiert werden soll und weniger jener aus Windkraft. Untermauert wird diese Vermutung durch die Ausbaupläne, wo merkwürdigerweise nur eine einzige von den 3 geplanten Hauptstromautobahnen tatsächlich aus dem hohen Norden, wo die Offshore- Windparks in der Nordsee stehen,  nach Süden führt. Ist es Zufall, dass die geplanten Stromtrassen in unmittelbarer Nähe der großen Braunkohlereviere im Ruhrgebiet und der Lausitz bzw. dem Mitteldeutschen Revier beginnen? Die Vermutung, dass die neuen Stromwege eher für Braunkohlestrom verwendet werden sollen, wird durch Aussagen etlicher Wissenschaftler, wie z.B. Prof.  Lorenz  Jarass gestützt.

Wie passend, dass jetzt wieder andere Wissenschaftler,  sechs Gutachter unter Leitung des Managementprofessors Dietmar Harhoff von der Ludwig-Maximilians-Universität München, unlängst das EEG anstatt zu reformieren, eher komplett abschaffen wollen.

Professorin Claudia Kemfert, die im Bereich Energiewirtschaft durchaus Respekt verdient, kontert in der Huffington Post mit folgender Aussage:

„Zahlreiche Studien belegen, dass es im vergangenen Jahrzehnt im Bereich der erneuerbaren Energien zu deutlichen Innovationen und technologischen Fortschritten gekommen ist. Diese Innovationen sollte man sicherlich nicht ausschließlich an der Zahl der neu angemeldeten Patente ablesen, da es bei der Energiewende zum jetzigen Stadium zum größten Teil um Technologiesprünge bereits existierender Technologien geht.“

Das klingt selbst für Laien einleuchtend.

Weiterhin argumentiert sie folgerichtig:

„Auch dass die erneuerbaren Energien nicht zum Klimaschutz beitragen, ihn teuer und ineffizient machen, ist ein Mythos. Die erneuerbaren Energien tragen im Moment fast allein in Deutschland zur Senkung der Treibhausgase bei. Leider steigen der Anteil von Kohlekraftwerke und damit die daraus entstehenden Emissionen. Leider hat man außerdem zu wenig getan, um die Energieeffizienz vor allem im Gebäude- und Mobilitätsbereich zu verbessern, so könnten die Emissionen gerade in den letztgenannten Bereichen kosteneffizient gesenkt werden.“

Doch was bedeutet das für das gemeine Volk, wenn Wissenschaftler, Politiker und diverse Lobbyisten über die Energiewende streiten? Darauf gibt es eine ganz einfache Antwort: Das Dschungelcamp kannst du zur besten Sendezeit anschauen, vertraue der Bildzeitung  und mache  bei einer politischen Wahl dein Kreuz unbedingt bei einer etablierten Partei, welche schon seit Jahren lobbygesteuerte Politik macht. Denn du weißt ja: Der Strom kommt aus der Steckdose!

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