Das Ende der Nahrungskette

Wer nun glaubt, hier einen Artikel über die evolutionsbedingte Entwicklung des Menschen und dessen selbst zugesprochene Priorität gegenüber allen anderen Lebewesen auf diesem Globus zu erfahren, darf jetzt schon mit einer herben Enttäuschung rechnen. Im Blickwickel dieser Betrachtung steht die Spezies „Mensch“ allein. Tiefsinnige wie eigentlich absurde Vergleiche zur Tierwelt beweisen lediglich die Arroganz jener „Krönung der Schöpfung“…

Wenn man von einer dummen Pute spricht, charakterisiert man für gewöhnlich einen weiblichen Vertreter unserer Gattung, dessen Verhalten offensichtlich von der eigenen Vorstellung abweicht und in der eigenen Wahrnehmung selbstverständlich mit negativen Handlungen auffiel.

Das blöde Schaf hingegen ist eher genderneutral. Schafe sind bekanntermaßen Herdentiere und somit treten sie immer in Gruppen auf. In unserer Zivilisation finden wir uns mehrheitlich in dieser Gruppe wieder, denn die Elite der Gesellschaft hat sich ein eigenes Paralleluniversum geschaffen. Dort findet man dann gelegentlich Finanzhaie oder auch Leitwölfe und weitere Raubtiere. Tierische Vergleiche von erfolgreichen und mächtigen Personen greifen dabei gerne auf Karnivoren zurück.

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Quelle: kiraka.de

Am Ende der Nahrungskette stehen zwangläufig Diktatoren oder auch Regierungen in augenscheinlich demokratischem Kostüm, welches eigentlich bei genauer Betrachtung eine einzige Maskerade darstellt. In der Tierwelt spricht man von Mimikry, dem Vortäuschen falscher Tatsachen. Die ansonsten harmlose und weitgehend schutzlose Schwebfliege gewinnt mit ihrer Ähnlichkeit zur Wespe bedeutend an Sicherheit. Aber auch das Chamäleon verschafft sich durch seine mannigfaltigen Tarnfähigkeiten erhebliche Vorteile beim Beutefang. Ebenso existieren unter den Menschen solche Blender und Täuscher, die sich unter unsere Schafherde mischen und auf diese Weise so manches Tier unbemerkt in der Masse verspeisen. Selbst wenn ein Wolf auf eher spektakuläre Weise sich ein Schaf aus der Herde schnappt, kehrt verhältnismäßig rasch wieder Ruhe ein und die Tiere grasen weiter vor sich hin, als sei nie etwas passiert…

Wir sind die Schafe in unserer Gesellschaft. Und genau wie unseren tierischen Pendants reagieren wir auf tiefgreifende  Ereignisse weitgehend mit Lethargie. Irgendwie ist jeder froh, diesmal wieder nicht zur Beute geworden zu sein. Diese Einstellung des ohnmächtigen Hinnehmens der Zustände und der Ereignisse befeuert jene Dekadenz der Oberschicht, sich als solche fühlen und dementsprechend auftreten zu können. Manche Schafe eifern der Vorstellung nach, selbst zu den Privilegierten gehören zu können, indem sie ihresgleichen verraten und verkaufen. Andere wiederum verstecken sich hinter der eigenen Angst selbst die nächste Beute zu werden, indem sie die restliche Herde beruhigen und dabei gleichzeitig immer auf der Suche nach dem sichersten Platz inmitten ihrer Herde sind.

Wir sollten uns ein Beispiel an Ameisen nehmen. Selbst der stärkste Löwe kann nichts gegen eine Armee wütender Ameisen ausrichten. Die winzigen Krabbeltiere haben uns hochentwickelten Primaten voraus, dass sie im Kollektiv ihr Volk beschützen, verteidigen, ernähren und eigentlich alles, was man sich in einer Lebensgemeinschaft vorstellt. Das Ende der Nahrungskette ist flexibel, wenn man sich wehrt…

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