Wenn Pferde Eier legen könnten…

eier

Wenn Pferdefleisch in der Lasagne landet, welche laut Angaben auf der Verpackung Rindfleisch beinhalten sollte, ist das ein übler Betrug am Verbraucher. Wenn Eier aus tierquälerischer Hühnerhaltung als solche verkauft werden, die angeblich von Hennen stammen, denen man noch ein Mindestmaß an Lebensqualität zugesteht, ist das wiederum Betrug am Verbraucher. In beiden Fällen wurde systematisch Profit durch betrügerisches Handeln generiert. Wie eigentlich immer, wenn solche Lebensmittelskandale durch die Medien wandern, kann man die zuständigen Politiker in aufgeregtem Aktionismus beobachten. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) muss wie üblich ihre vorgefertigten Textbausteine in Form einer großen Bestürzung bezüglich der Geschehnisse über die entsetzte Bevölkerung ergießen. Vollmundig kündigt sie auch wie üblich schärfere Kontrollen und schmerzhafte Konsequenzen für die Verbrecher an. Die Medien freuen sich über Themen, die Schlagzeilen wert sind, bis nach wenigen Wochen kein Mensch mehr darüber spricht. Auch nicht die Ministerin, die offensichtlich jene Erleichterung herbeisehnt, nicht im Fokus einer negativen Berichterstattung allzu lange verweilen zu müssen.

Das Krisenmanagement der Regierung beruht offensichtlich auf genau dieser Massendemenz unserer Informationsgesellschaft, die längst neuen Ereignissen hinterher hechelt und in leichtgläubigem Vertrauen die letzten Gedanken an unbequeme Wahrheiten von der arg strapazierten Großhirnrinde abstreift. Der nächste Skandal lässt sowieso nicht lange auf sich warten. Dass sich die Ereignisse in leicht veränderter Form wiederholen, gibt Anlass, zu hinterfragen, ob wirklich wirksame Maßnahmen getroffen wurden. Blickt man zurück muss man recht oft auf der Zeitachse einen Zwischenstopp einlegen.

Erst Ende 2012 mussten wir unseren Kindern die Adventskalender entreißen, weil Rückstände von Mineralöl in der Schokolode nachgewiesen wurde. Das damals empörte Gesicht von Frau Verbraucherschutzministerin hätte sie gleich beibehalten können, das nächste gesichtsverzerrende Ereignis ließ ja nicht lange auf sich warten. Was ist eigentlich wegen der kontaminierten Adventskalender geschehen? Wer wurde bestraft? Welche vorbeugenden Maßnahmen wurden eigentlich getroffen?

Als noch dioxinverseuchtes Fett als Futtermittel in Umlauf gebracht wurde, waren bereits 2010 auch Eier davon betroffen. Man kann sich sicher nun darüber freuen, dass man diesmal nur betrogen anstatt vergiftet wurde. Im gleichen Jahr durften sich übrigens die Verbraucher über keimverseuchtes Gefrierfleisch aufregen.

2008 konnte man die Käsevariante Mozzarella beklagen, wovon ca. 11000 Tonnen über ganz Europa verteilt mit Würmern und Mäuse- Kot verunreinigt waren. Diesmal nicht giftig, aber immerhin ziemlich eklig. 2006 konnten erneut Eier für Schlagzeilen sorgen, als Nudelprodukte aus verdorbenem sogenanntem „Flüssigei“ hergestellt wurden.

Zwischen 2003 und 2007 erzeugten regelmäßig Skandale wegen Gammelfleisch Brechreiz und Empörung. Um deklarieren und um etikettieren avancierte zum Wettbewerb in der Lebensmittelbranche und hatte verbrecherische Methode. Dioxin wurde auch 2003 schon in Futtermitteln entdeckt, die von Thüringen an Betriebe in ganz Deutschland und in die Niederlande geliefert wurden.

Mit Antibiotika angereichertes Fischmehl aus niederländischen Garnelen hergestellt, gelangte 2001 in die Futtertröge von Schweinen und Geflügel und somit in die Nahrungskette. Im Jahr 2000 durften wir uns europaweit mit der Rinderseuche BSE beschäftigen, welche ja bekanntlich ebenfalls auf unnatürliche Futterverabreichung zurückzuführen war.

Bis weit in die 70er- Jahre zieht sich ein roter Faden mit Ekelfaktor durch die Lebensmittelbranche. Salmonellen sind dabei schon beinahe gesellschaftsfähig geworden. Hormone dienten für schnelleres Wachstum und Antibiotika sollten Krankheiten aufgrund einer unhygienischen Massentierhaltung den Profit sichern.

Ein trauriges Fazit muss man ziehen, wenn man allein die ans Licht der Öffentlichkeit beförderten Sauereien betrachtet, ohne damit die gleichnamigen Tiere damit beleidigen zu wollen. Versagt haben auf jeden Fall Ministerin Aigner und ihre Vorgänger und alle politisch Verantwortlichen. Offensichtlich beherrschen die Lobbyisten der Lebensmittelbranche das Geschehen. Solange Korruption und Intransparenz unserer Politikerelite zugestanden wird, kann sich nicht wirklich etwas ändern…saarpiraten

(Mit freundlicher Unterstützung von Petra Litzenburger)

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