Ein Stadion für unseren FCS

Nachdem am Wochenende, dem 18. August 2012, das Pokalspiel zwischen dem 1. FC Saarbrücken und dem FC Schalke 04 nicht nur sportlich (0:5) im Desaster endete, sucht man nach den üblichen Schuldigen. Ausgerechnet bei deutlich über 30 Grad Celsius wurde dieses Fußballspiel unter glühender Nachmittagssonne ausgetragen. Nicht etwa die Spieler fielen reihenweise wegen Kreislaufproblemen um, sondern fast 90 Zuschauer.

Nach Angaben vieler Anwesenden war das Getränkeangebot sehr schnell ausgeschöpft. Der verantwortliche Catering- Service korrigierte diese Aussagen mit dem Verweis, dass lediglich Wasser zwischenzeitlich nicht mehr erhältlich gewesen sei. Andere antialkoholische Getränke hätten durchgehend zur Verfügung gestanden.

Allerdings darf man durchaus Kritik daran üben, dass zu wenig Getränkestände zur Verfügung standen. Während sich nun der Verein, die Stadt Saarbrücken als Inhaber des Stadions und der Caterer gegenseitig die Schuld zusprechen, entflammt auch erneut die politische Diskussion um diesen Ort der sportlichen Betätigung.

Ministerpräsidentin Annegret Kramp- Karrenbauer (CDU) und Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) sind sich schon lange ausnahmsweise mal einig, dass nach Saarbrücken ein bundesligataugliches Stadion gehört. Dumm nur, dass „unser“ FCS nach wie vor im unteren Mittelfeld der 3. Liga daher dümpelt. Laut einer Machbarkeitsstudie soll die neue Arena insgesamt 28 Mio. Euro kosten. Immerhin wäre das billiger als der immer noch unfertige 4. Pavillon des Saarlandmuseums…

Angesichts von Schuldenbremse und der anteiligen politischen Verantwortung am Desaster um den Museumspavillon scheint die saarländische Ministerpräsidentin nichts dazu gelernt zu haben. Wer tatsächlich so naiv ist, zu glauben, dass ein bundesligataugliches Stadion zum Schnäppchenpreis zu haben sei, sollte nicht die Führungsrolle eines Bundeslandes inne haben.

Als mahnendes Beispiel sollten sich unsere Protagonisten im Saarland das Fritz- Walter Stadion in Kaiserslautern als praktisches Referenzmodell heranziehen. Der Umbau des „Betze“ wurde mit 48,3 Mio. Euro veranschlagt. Tatsächlich kostete das Projekt am Ende 76,5 Mio. Euro. Dabei spielt es keine Rolle, dass die Verantwortlichen die gestiegenen Stahlpreise und eine Insolvenz eines beteiligten Bauunternehmens vorschoben. Das Land Rheinland- Pfalz und die Stadt Kaiserslautern mussten für die ausufernden Kosten aufkommen. Der Verein war danach auch pleite.

Persönlich befürworte ich, dass Sportstätten in adäquater Form zur Verfügung stehen müssen. Prestigeprojekte, die nur ein bestimmtes Klientel bedienen, sind strikt abzulehnen. Genau dies zeichnet sich aber beim Ludwigspark ab.

Es soll laut Britz und Kramp- Karrenbauer eine Sportarena für das gesamte Saarland werden. Ist man ehrlich zu sich selbst, wird größtensteils nur der 1. FC Saarbrücken davon profitieren. Wenn man die Zeiten für den Spielbetrieb und das Training abrechnet, wird’s schon eng, nur einen zweiten Verein damit beglücken zu können. Da nun Saarbrücken im Saarland nicht einmal sonderlich zentral liegt, wird dieses Stadion den meisten Menschen in der Großregion keinen Mehrwert verschaffen.

Nebenbei erwähnt muss auch ein solches Projekt wirtschaftlich lohnenswert sein. Ein Verein, der in der 3. Liga beheimatet ist und kaum Ambitionen erkennen läßt, in die 2. Liga aufsteigen zu können, wird niemals die nötigen Einnahmen generieren können, um das Stadion gewinnbringend zu verwerten. Es fehlen schlichtweg  jegliche Perspektiven.

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14 Antworten to “Ein Stadion für unseren FCS”

  1. Ralf Says:

    Das es auch ganz anders und billiger geht, zeigt das Besispiel Offenbach:
    Sparda-Bank-Hessen-Stadion ab 2011

    Am 18. Juni 2009 beschloss der Offenbacher Magistrat in einer Grundsatzentscheidung einen 25 Millionen Euro teuren Neubau. Bauherrin ist die neu gegründete Stadiongesellschaft Bieberer Berg als Tochtergesellschaft der Stadtwerke Offenbach Holding (SOH), die das Stadion für jährlich 450.000 Euro an den OFC vermietet, der dafür seine Profiabteilung in eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert hat.

    Das neue Sparda-Bank-Hessen-Stadion, ein Ein-Rang-Stadion im „englischen Stil“ mit vier einzelnen Tribünen, wird von der Bremer AG aus Paderborn am Standort des alten Stadions errichtet. Das Stadion hat eine Kapazität von ca. 20.500 Plätzen (10.500 Sitz- und 10.100 Stehplätze).

    Die Namensrechte wurden im Dezember 2009 für fünf Millionen Euro an die Sparda-Bank verkauft. Der Vertrag läuft zehn Jahre.

    http://www.offenbach.de/landingpages/stadion/
    http://www.ig-stadionbau.de/
    http://www.ofc.de/v4/index.php/component/content/article/269-top-news/2370-bilder-zum-neuen-sparda-bank-hessen-stadion

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  2. heinz Says:

    Selten So einen dünnschiss gelesen. Populismus in reinkultur. Ohne Fakten. Setzen 6

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    • forenwanderer Says:

      Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Im Kommentar von Ralf gibt es ausreichend Fakten und es ist auch Fakt, dass die angesetzte Summe niemals ausreichen wird. Lieber Dünnschiss- lesender Heinz, es wäre aufschlussreicher und glaubwürgiger, würdest du faktenbasierende Gegenargumente vorbringen. So disqualifizierst du dich selbst…

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  3. Hexer Says:

    Wollen wir hier im Saarland immer der Musik hinterher laufen ein neues Stadion ist bestimmt kein Luxus nur wäre es Saarland mittig besser angebracht gewesen und man hätte einen gewissen Neidfaktor ausschliessen können.Wo waren denn übrigens die ganzen Kritiker als die Millionnengräber Gondwana und 4. Pavillion gebaut wurden und das ganz ohne eine Machbarkeitstudie?

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    • forenwanderer Says:

      Doch, ein neues Stadion, welches mindestens 30 Mio. Euro kosten soll, ist im Zuge der beschlossenen Schuldenbremse absoluter Luxus. Deinem Vorschlag der Örtlichkeit würde ich dennoch zustimmen. Kritiker der Millionengräber Gondwana sowie Museumspavillon bin ich auch, in diesem Blog gibt es sogar Artikel darüber. Solche Studien und deren Offenlegung werden übrigens ständig von der Piratenpartei gefordert, jedoch unsere Landesregierung, ob zuvor Jamaika oder jetzt die Große Koaltion verhindern jegliche Transparenz. So wurde es per Wählervotum am 25. März 2012 erneut gewollt…

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  4. Hexer Says:

    Es müsste eigentlich im Saarland nicht nur der Bau eines neuen Stadions voran getrieben werden auch eine Eventhalle wäre dringend von Nöten,der kleine Mann auf der Strasse guckt mit grossen Augen auf die Bundesländer wo solche Einrichtungen heute eine Selbstverständlichkeit sind und wir hier an der Saar? Wir entfernen uns immer weiter was die Themen Infrastruktur angehen.Am liebsten wäre es einigen wenn man noch ein paar kommunale Einrichtungen wie Schwimmbäder und Sporthallen schliessen würde und dafür im Gegenzug die Steuern erhöht.

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  5. FCS-Freund Says:

    Jaja, das Stadion für den FCS, es eignet sich prächtig zum Polemisieren. Ich frage mich tatsächlich, warum andere Projekte von Land und Stadt, die teilweise noch mehr Geld verschlingen, nicht annähernd so kontrovers diskutiert werden. Das baufällige Kultusministerium soll für eine Summe zwischen 30 und 40 Millionen Euro saniert werden, ohne dass bis jetzt geklärt ist, ob es danach für das Gebäude überhaupt einen Verwendungszweck gibt. Wo ist Ihr Blog-Eintrag zu diesem Thema?

    Also, ein Stadion – ganz exklusiv für den FCS. Nicht etwa für die mindestens 100 000 Zuschauer (ein Zuschauerschnitt von 5000 vorausgesetzt), die sich pro Saison die Heimspiele des FCS anschauen werden. Sollen sie doch am Wochenende weiterhin im Regen und Matsch stehen. Nicht für zehntausende Konzertfreunde, die in Zukunft vielleicht die Chance haben werden, Open-Air-Konzerte „um die Ecke“ erleben zu können. Sollen sie doch weiterhin nach Trier, Mannheim oder Luxemburg fahren.

    Im Verlgleich: 195 609 zahlende Zuschauer hatte das Saatstheater im letzten Jahr. Subventioniert wird es aus öffentlicher Hand mit 22 Millionen Euro – und zwar JEDES JAHR. Niemand protestiert – zu Recht. Aber: Was spricht dagegen, Fussball, der für viele Saarländer Breitenkultur ist, durch die Modernisierung der Infrastruktur ebenfalls zu unterstützen.

    Braucht ein Drittligist ein neues Stadion? Die Frage muss doch lauten: Kann ein Drittligist, der nur über eine nicht vermarktbare Schrottimmobilie verfügt, zum Zweitligist werden? Nein. Selbst wenn ein Aufstieg gelingen würde, würde keine Lizenz erteilt.

    Verabschiedet sich das Land vom Stadion, von seiner Stadtmitte, von der Eventhalle, von ordentlich bezahlten Polizisten, Feuerwehrleuten und Lehrern, von seinen Leitpfosten auf Landstraßen, von seinen Kita-Plätzen, von seinen Schwimmbädern und von allen anderen Dingen, die Geld kosten, dann werden wir die Schuldenbremse einhalten und eigenständig bleiben können. Nur: Wer möchte an so einem Ort leben…?

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    • forenwanderer Says:

      Das ist falsch, FCS- Freund. Gerne darf der FCS sich ein neues Stadion bauen lassen, aber bitte nicht durch Steuergelder finanziert, abgesehen von den Subventionen, die jeder Verein für seine Sportstätte erhält. Wenn sich Investoren finden, dann kann’s ja gleich morgen schon losgehen.
      Recht hast du natürlich damit, dass man gleichermaßen alle Projekte hinterfragen muss, wenn dafür Steuergelder fließen sollen.

      Das baufällige Kultusministerium soll für eine Summe zwischen 30 und 40 Millionen Euro saniert werden, ohne dass bis jetzt geklärt ist, ob es danach für das Gebäude überhaupt einen Verwendungszweck gibt. Wo ist Ihr Blog-Eintrag zu diesem Thema?

      Weshalb gibt es denn keinen Artikel von Ihnen, wenn Sie eine Verschwendung von Steuermitteln bei Kultusminsterium aufgedeckt haben wollen? Nennen Sie mir Fakten mit zuverlässigen Quellenangaben und ich werde die Sache in den Landtag tragen. Ich kann schlecht über etwas berichten, wovon ich nichts weiß…

      Meinetwegen kann sich der FCS sogar 2 Stadien bauen lassen, wenn die Finanzierung durch Privat- Investoren gesichert ist. Ich besuche das Staatstheater genauso wenig wie Heimspiele des FCS und möchte daher beides nicht bezahlen müssen. Im Gondwana- Park war ich übrigens auch noch nicht, obwohl ich eigentlich Dinofan bin. Alle die Großprojekte können nicht annähernd den notwendigen Erfolg versprechen, wenigstens ihre Investition zu decken. Ich selbst bin in einem Fussballverein, der vor wenigen Jahren mit viel Eigeninitiative aus einem unbespielbaren Hartplatz einen Kunstrasen machte. Es gab auch dafür einige Zuschüsse, die allerdings jeder Verein bekommen kann, wenn er die entsprechende Töpfe anzapft. Der Rest bleibt am Verein und seinen Mitgliedern hängen. Mich hätte es stark interessiert, wenn Saarbrücker, Saarlouiser oder Hombuger hätten diese Sportstätte finanzieren müssen?

      Braucht ein Drittligist ein neues Stadion? Die Frage muss doch lauten: Kann ein Drittligist, der nur über eine nicht vermarktbare Schrottimmobilie verfügt, zum Zweitligist werden? Nein. Selbst wenn ein Aufstieg gelingen würde, würde keine Lizenz erteilt.

      Das Ziel ist also lediglich, dass der FCS wieder Bundesliga spielen soll. Dagegen habe ich nichts, doch sollte der FCS dies dann sowohl sportlich wie finanziell selbst meistern. Die Frage ist doch: Ein neues Stadion soll ja für das ganze Saarland als Sport- und Kulturstätte zur Verfügung gestellt werden. Damit möchte man doch die staatlichen Subventionen rechtfertigen. Auf meine Frage an das Damenduo Britz und Kramp- Karrenbauer, wie man die Nutzung des „neuen“ Stadions entsprechend aufteilen will, gibt es bislang keine Antwort.

      Die anderen Projekte, ob der Pavillon, Stadtmitte am Fluss usw. müssen ebenfalls hinterfragt werden, ob wir es uns leisten können. Die Schuldenbremse ist von der aktuellen Landesregierung beschlossen worden. Diese wurde von der Mehrheit der Saarländer als Große Koalition so installiert. Da nützt es nichts, hinterher zu motzen, wenn Sparzwänge umgesetzt werden. Natürlich ist es blödsinnig, wenn man mit Leitplanken den Haushalt sanieren möchte, aber dafür die Stadtmitte am Fluss unbedingt haben möchte. Deine Argumentation geht in die falsche Richtung. Auch der Ausbau von KiTa- Plätzen würde ich vor das Projekt Stadtmitte am Fluss stellen und natürlich auch vor den Stadionbau, doch der Wähler hat im Frühjahr 2012 anders entschieden. Wofür hattest du dich entschieden?

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  6. FCS-Freund Says:

    Sie nutzen „Sie“ und „Du“ im munteren Wechsel, ich mag Kontinuität, also gerne „Du“. Dann lege ich mal los:

    1. Eine Quelle zum Thema Sanierung des Kumis: Saarbrücker Zeitung vom 17.12.2012, Artikel „Neue Adresse: alte Post“. In diesem Zusammenhang möchte ich feststellen, dass ich die Vokabel „Verschwendung von Steuermitteln“ nicht verwendet habe; das ist Dichtung von Dir. Ob die Sanierung eines unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes dem Wohle Vieler dient oder nicht, möchte ich nicht entscheiden.

    2. „Ich besuche das Staatstheater genauso wenig wie Heimspiele des FCS und möchte daher beides nicht bezahlen müssen“. Entschuldige, wenn jetzt zu viel Dichtung meinerseits ins Spiel kommt, aber das hört sich aber schon ein wenig nach „Kultur für die, die es sich selbst leisten können oder private Investoren finden“ an. Gefährliches Denkmuster! Ich empfehle eine Rede von Richard von Weizsäcker (Bundespräsident a.D., Quelle: Wikipedia😉 ) aus dem Jahre 1991:

    „Kultur kostet Geld. Sie kostet Geld vor allem auch deshalb, weil der Zugang zu ihr nicht in erster Linie durch einen privat gefüllten Geldbeutel bestimmt sein darf… Denn Kultur ist kein Luxus, den wir uns leisten oder auch streichen können, sondern der geistige Boden, der unsere eigentliche innere Überlebensfähigkeit sichert.“

    Vielleicht ein kleiner Denkanstoß. Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass Fussball Breitenkultur ist, die ebenfalls Zuwendung verdient und in allen anderen Bundesländern auch bekommt.

    3. „Das Ziel ist also lediglich, dass der FCS wieder Bundesliga spielen soll.“ Nö. Es wäre lediglich peinlich, wenn sich der FCS sportlich qualifizieren würde und wegen der Infrastruktur nicht aufsteigen dürfte. Das ist übrigens keine Übertreibung, sondern tatsächlich zu befürchten. „Sorry, wir sind das einzige (!) Bundesland, das sich keine adäquate Sportstätte für Profisport leisten kann. Und Kitas haben wir auch nicht.“ Wo steht eigentlich, dass es uns – weil wir Saarländer sind – nicht genauso gut gehen soll, wie den anderen Menschen im Bund? Ich meine, dass im Grundgesetz sogar Gegenteiliges steht.

    4. „Deine Argumentation geht in die falsche Richtung“. Wer sagt, welche Richtung richtig ist. Die Piratenpartei? Im Endeffekt schlägst du argumentativ doch in die immergleiche Kerbe, die schon seit Jahren bemüht wird: Wir können kein Stadion bauen, so lange keine Kita gebaut ist, wir können aber auch keine Kita bauen, solange das Schlagloch vor’m Haus von Frau Heinzelmann noch nicht zu ist. Und weil für’s Schlagloch kein Geld da ist, machen wir halt garnix. Das Wunder der Kreisdiskussion – Resultat: Stagnation auf vielen Ebenen.

    Ich denke, dass das Saarland seine Probleme nicht durch Sparen allein lösen kann. Erhöhung der Einnahmen lautet die Formel und eine Verbesserung der Einnahmensituation wird sich nicht einstellen, wenn jährlich mehr Saarländer das Land verlassen, als neue zuziehen. Und ob jemand hierher kommen und leben möchte, hängt auch davon ab, wie attraktiv das Land ist. Vielleicht wäre „Alles streichen, was Steuergelder kostet“ doch ein wenig zu kurz gedacht.

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    • Forenwanderer Says:

      Zunächst einmal danke für deine ausführliche Stellungnahme.
      Der Sache mit dem Kultusministerium werde ich wertneutral nachgehen. „Verschwendung von Steuermitteln“ ist auch keine Vokabel von mir, sondern von saarländischen Rechnungshof zu den Projekten „Gondwana Park“ und „4. Museumspavillon“. Ob dies noch für weitere Infrastrukturprojekte, wie etwa einem Stadionneubau zutreffen wird, wird sich zeigen. Meine Kritik richtet sich gegen eine erwiesenermaßen unprofessionelle und zum Teil unseriöse Vergabe- und Finanzierungspraktik. Aktuell wurde dies wieder in einem Fall bei „Saarforst“ und dem „Erneuerbaren Energieprojekt in einer saarländischen Grube“ festgestellt. Mir liegt es fern, Kultur oder Sport einer übermäßigen Sparwut zu unterwerfen, auch wenn ich selbst ein Kulturbanause bin. Um beim Stadion zu bleiben – wenn ein tragfähiges Finanzierungskonzept vorgelegt werden kann, welches nicht allein dem FCS Vorteile bietet, sondern dem gesamten Saarland, sofern Steuermittel dafür verwendet werden sollen, sehe ich keinen Grund, diese „Breitenkultur“ verhindern zu wollen. Die angegebene Summe von 28 Mio. Euro für den Stadionneubau ist jedoch nicht realistisch. Andere Stadionum- oder neubaumaßnahmen beweisen das Gegenteil. Hier wird erneut unseriös eine Machbarkeit vorgegaukelt, die es nicht gibt. Die doppelte Summe wäre realistisch. Lassen wir mal die KiTas aus dem Spiel. Diese besitzen Priorität, weil sie per Gesetz bis August 2013 soweit ausgebaut sein müssen, dass alle berechtigten Kinder untergebracht werden können. Mir geht es primär darum, dass man bei solchen Großprojekten realistische Maßstäbe ansetzt und korrekt kalkuliert, um nicht noch einmal das Desaster wie beim Museumspavillon zu erleben. Das wären dann sinnvolle Sparmaßnahmen, die dann auch Spielraum für kulturelle Projekte schaffen. Ich gehe vollkommen konform mit dir, dass ein strikter Sparkurs, wie die aktuelle Regierung ihn verfolgt, aber durch solche Fehler selbst immer schwieriger gestaltet, nicht die gewünschten Synergieeffekte bescheren wird. Dann kommen solch skurrilen Sparforderungen in die Überlegungen der Verantwortlichen, ob man Leitpfosten wegrationalisieren könne…
      Als nächsten Aspekt muss man die Gegenfinanzierung ebenfalls berücksichtigen. Hypothetisch angenommen, ein saarländischer Fussballverein, z.B. der FCS, würde in absehbarer Zeit den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffen und diese Spielklasse auch wenigstens einige Jahre halten können, gibt es eine vernüftige Kalkulation, wie man dadurch (und mit weiteren Veranstaltungen) das Stadion gegenfinanzieren kann? Der 1. FCK hat sich ja bekanntermaßen allein mit dem Umbau des Fritz- Walter Stadions finanziell übernommen. Eigentlich müsste man auch eine Kalkulation aufstellen für den unvorhergesehenen Fall, dass der FCS den Aufstieg nicht schaffen sollte…

      „Erhöhung der Einnahmen“ hast du in die Diskussion eingebracht. Das raten auch führende Ökonomen sogar im Falle von Griechenland, anstatt an einem kompromisslosen Sparkurs festzuhalten. Dazu muss man natürlich auch vorher Konzepte erarbeiten. Darüber ist mir allerdings nichts bekannt, außer dass CSU- Verkehrsminister Ramsauer die PKW- Maut einführen möchte. Das sind sicher unpopuläre Maßnahmen, die mich als Betroffener besonders stören würden, wenn damit Löcher gestopft werden sollen, die aufgrund von Fehlplanungen entstanden sind. Ich möchte mich nicht ständig wiederholen müssen und rechtfertigen muss ich mich erst recht nicht, denn ich mahne lediglich an, mit Sorgfalt an diese Sache heranzugehen und nicht erneut die gleichen Fehler begehen zu wollen, wie es sich jedoch abzeichnet. Wer mir nun vorwirft, mit reiner Polemik gegen ein neues Stadion für den FCS zu wettern, sollte selbst zunächst vernünftige Vorschläge unterbreiten. Gerne lasse ich mich überzeugen, dass ein schönes Stadion im Saarland realisierbar wäre, ohne dass der Rechnungshof später wieder den Zeigefinger hebt.

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  7. Nitro Says:

    Verkauft und veraten,von wem den wohl? Na von den Piraten!

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    • Forenwanderer Says:

      …von wem den wohl?

      sollte eher „…von wem denn wohl?“ heißen. Im Übrigen haben die Piraten mit diesen Entscheidungen rein gar nichts zu tun und möchten lediglich mehr Transparenz in die Entscheidungsprozesse bringen.

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  8. Nitro Says:

    @Forenwanderer Danke für den Hinweis.Im übrigen wenn Du dich an kleinen Rechtschreibefehler hochziehst und sonst nichts vorzuzeigen hast als das Gesülze das Du weiter oben abgeben hast, dann Tschüss!

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