Landtagswahl 2009 im Saarland – wie hütet man eine Schafherde?

Am 30. August 2009 war Landtagswahl in Sachsen, Thüringen und dem Saarland. Dem letztgenannten Bundesland ordne ich mich geographisch zu und möchte ausschliesslich auch nur darauf eingehen.

CDU 34,5% (-13%)

SPD 24,5% (-6,3%)

Linke 21,3% (+19%)

FDP 9,2% (+4%)

Grüne 5,9% (+0,3%)

Die Ergebnisse (ohne Gewähr) zeigen deutlich, dass offensichtlich die Wähler nicht sonderlich mit der Politik der alleinigen CDU- Regierung der letzten (10) Jahre zufrieden waren. Viele Wähler entscheiden nach Sympathie oder gar Popularität des jeweiligen Spitzenkandidaten, aber auch Inhalte der Wahlprogramme werden zunehmend wichtiger. Ein Anstieg der Wahlbeteiligung von 55,5% auf 67,7% unterstreicht diese These. Die Linke konnte offensichtlich viele Wähler mobilisieren. Im Saarland hat sicher das Ende des Bergbaus in der Region dazu beigetragen, dass viele Betroffene die Politik Peter Müllers nicht akzeptieren konnten. Er war zwar zum Handeln genötigt, den Ausstieg aus der Kohleförderung umzusetzen, hat es aber versäumt, den Betroffenen akzeptable Alternativen anzubieten. Ebenso hat die CDU- Landesregierung mit der Einführung der Studiengebühren bei Studenten und deren Unterhaltspflichtigen sicher kaum Freude bereiten können.

Unpopuläre Skandale auf Bundesebene schlagen besonders in der heißen Wahlphase auch regional ein. So war die Dienstwagenaffäre von Ulla Schmitt sicherlich nicht förderlich für die SPD und auch die seltsame Geburtstagsfeier von Deutsche Bank Chef Josef Ackermann im Kanzleramt verärgert so manchen potentiellen CDU- Wähler. Familienministerin Ursula von der Leyen, inzwischen besser bekannt als Zensursula, hält ausgerechnet im saarländischen Sulzbach eine, von vielen als demagogisch bezeichnete Propagandarede über die Bekämpfung von Kinderpornographie, wo sie offenkundig Unwahrheiten verbreitet, die längst widerlegt wurden. Dass gerade netzaffine Wählerschichten, meist Leute aus IT- Berufen, sich ebenfalls von der CDU abwenden,  ist so unwahrscheinlich nicht. Da die Piratenpartei bei dieser Landtagswahl noch nicht antreten durfte, die wohl ihren Wählerstamm genau in dieser Zielgruppe erwarten kann, kam es offensichtlich den Linken und der FDP zugute, dass sie auf Bundesebene geschlossen gegen das umstrittene Zugangserschwerungsgesetz gestimmt hatten. Auch Wirtschaftsminister Karl- Theodor zu Guttenberg hat durch seine Fremdvergabe zur Erstellung von Gesetzestexten an ausländische Kanzleien mehr Schaden angerichtet als die Saar- CDU es gebrauchen konnte…

Es war einmal eine Herde Schafe, die friedlich auf einer grünen Wiese das frisch duftende Gras genüsslich verzehrte. Nun ist ein jedem bekannt, dass Schafe gemeinhin nicht mit denjenigen Lebewesen in einem Atemzug genannt werden, denen man ein ausgesprochen intelligentes Verhalten zuspricht, wenn auch bisweilen Ausnahmen existieren mögen.

Wie es üblich war, wurde die Schafherde von einem Hund bewacht und zusammengehalten. So war es eines Tages, dass ein schwarzer Wolf des Weges kam und dem Hund einen Vorschlag unterbreitete. Sicherlich könnte der Hund etwas Entlastung vertragen, wobei der Wolf die Aufgabe des Hundes zeitweilig übernehmen wollte und als Gegenleistung dafür ein Schaf fressen dürfte. Ein einziges Schaf einer so großen Herde würde sicher nicht ins Gewicht fallen und die anderen wären ja so in guter Obhut, während der Hund sich währenddessen auch mal um private Dinge kümmern könnte. Der schwarze Wolf argumentierte, dass er die Schafe einteilen würde in eine produktive Hälfte, die viel Wolle liefern würden und eine unproduktive, die wenig Wolle zu bieten hätten. Er, der schwarze Wolf würde auch peinlich genau darauf achten, immer nur ein Schaf der unproduktiven Gruppe zu fressen, wenn er denn die Arbeit des Hundes übernehmen würde. Der Hund konnte sich nicht so recht überzeugen lassen und vertagte die Entscheidung.

Als dann kam ein roter Wolf daher, der ebenfalls die Überforderung des Hundes erkannt haben wollte. Auch der rote Wolf machte dem Hund ein Angebot. Er wolle ebenfalls auf die Schafherde aufpassen und den Hund zeitweilig entlasten. Dieser Wolf hingegen wollte für seine Dienste immer nur ein Stück eines Schafes fressen, welches somit alle Schafe am Leben ließe, lediglich immer nur einige etwas schwächen würde. Er versicherte dem Hund, bei der Auswahl der Schafe, die er anknabbern würde, suchte er sich ausschließlich nur kräftige Tiere aus, die auf ein Ohr, ein Bein oder ein Stück Hinterschinken verzichten könnten. Der Hund war skeptisch und traf noch keine Entscheidung…

Wie es der Zufall so wollte, erschien nun auch noch ein gelber Wolf. Auch dieser trat an den Hund heran und wollte ihm seine Hilfe anbieten. Der Vorschlag des gelben Wolfes sah vor, dass er sich im Gegensatz zu seinem Vorgänger, dem roten Wolf, zum Fressen immer das schwächste Tier der Herde aussuchen würde. Er argumentierte, dass damit die Herde immer auf dem produktivsten Stand gehalten würde und die schwachen, kranken oder alten Tiere ohnehin für die Gemeinschaft nicht relevant wären. Dem Hund sah man die zunehmende Verwirrung an und er konnte keine Entscheidung treffen…

Während der Hund noch die verschiedenen Alternativen sondierte, kam ein grüner Wolf des Weges daher. Dieser Wolf war ein seltsamer Vertreter seiner Spezies, denn als Entgelt für seine Dienste wollte dieser grüne Geselle, dass man auch als Wolf vom Grasfressen leben könne und einen Teil der Wiese für sich beanspruchte. Auf diese Weise müßte kein Schaf sein Leben lassen, sie müßten lediglich mit weniger Futter auskommen und mit Entbehrungen Leben lernen. Man sah dem Hund die Verwirrung immer deutlicher an und die Entscheidung fiel ihm immer schwerer…

Zu allem Übel tauchte nun noch ein weiterer roter Wolf auf, der sich vom anderen, gleicher Farbe dahingehend unterschied, dass er links etwas hinkte. Dieser Wolf erklärte dem Hund, dass es sicher vorteilhaft für alle sei, wenn die Schafe zu ihrem eigenen Wohl immer ein winziges Stück Fleisch, das kaum ins Gewicht fiele, sich selbst entrissen und an den links hinkenden roten Wolf für seine Arbeit abgeben würden. Auf diese Weise würde jedes Schaf gleichermaßen behandelt und keines der Tiere übervorteilt oder vernachlässigt. Dieses Solidarprinzip wollte sich der Hund nochmals durch den Kopf gehen lassen…

Ein brauer Wolf kam zwar auch des Weges, doch schlug er kurzfristig eine andere Richtung ein, sodass er mit dem Hund gar nicht erst ins Gespräch kam.

Armer Hund, wie wirst du dich wohl entscheiden?

(Ähnlichkeiten zu lebenden Personen oder Ereignissen sind rein zufällig)

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