Archive for the ‘Politik’ Category

Cybercop träumt vom digitalen Lummerland

20. August 2014

Wenn sich Thomas de Maiziere vor die Presse stellt, ist dem amtierenden Innenminister garantiert eine haarsträubende Idee zugeflogen.

Mit seinem nationalen Cyber- Abwehrzentrum war Thomas de Maiziere (natürlich CDU) bereits phänomenal gescheitert, bevor er eine politische Exkursion ins Verteidigungsministerium unternahm, um nun wieder an bewährter Wirkungsstätte Sinnlosigkeiten zu produzieren. Damals attestierte ihm der Bundesrechnungshof, dass jene neu geschaffene Institution quasi überflüssig sei:

Das Zentrum sei aktuell “nicht geeignet, die über die Behördenlandschaft verteilten Zuständigkeiten und Fähigkeiten bei der Abwehr von Angriffen aus dem Cyberraum zu bündeln”…

…Der Bundesrechnungshof kritisiert zudem, dass es dem NCAZ an Expertise mangelt, obwohl alle wichtigen Behörden vertreten seien. Das Zentrum könne nicht nur seine Aufgabe der Gefahrenabwehr nicht ausreichend wahrnehmen, sondern finde selbst “als Informationsplattform nur geringe Akzeptanz”. Außerdem sei nicht klar, was das NCAZ überhaupt für Aufgaben übernehme, weil es offenbar an einer klaren Aufteilung der Zuständigkeiten mangelt. Der Bundesrechnungshof hält ein Zentrum für “nicht gerechtfertigt”, dessen “einziger vorgegebener Arbeitsablauf die tägliche Lagebesprechung” und eine “Handlungsempfehlung auf politisch-strategischer Ebene in einem Jahresbericht” sind.

An der einmal täglich stattfindenden Besprechung habe zudem “das BBK als eine der drei Kernbehörden nur sehr selten und später gar nicht mehr” teilgenommen. Das Zollkriminalamt habe sogar nur einmal an einer Besprechung teilgenommen, die neben dem MAD vorgesehenen Bundeswehr-Stellen gar nicht.

Quelle: http://www.tagesschau.de/inland/cyber-100.html

Offensichtlich ist jeglicher Lerneffekt ausgeblieben, denn nun will der Minister ein neues IT- Gesetz auf den Weg bringen. Damit sollen Unternehmen mit kritischen IT- Infrastrukturen verpflichtet werden, Angriffe auf ihre Computersysteme zu melden. In den Raum hinein definierte er Banken, Versicherungen, Energie- und Telekommunikationsunternehmen sowie Wasserversorger. Welche Unternehmen genau betroffen sein sollen, bleibt weitgehend unklar. Allein daran erkennt man ein erschreckendes Defizit dieser Gesetzesinitiative, die wohl mit den bequemen Mehrheitsverhältnissen von CDU/CSU und SPD in ein legislatives Bett gelegt werden wird.

Um betroffene Unternehmen vor einem Imageschaden zu schützen, soll es diesen gestattet werden, entsprechende Vorfälle auch anonym melden zu dürfen. Damit ist allerdings gemeint, dass entsprechende Vorfälle der Öffentlichkeit verenthalten werden. Zuständig soll erneut das BSI (Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik) sein, jene Behörde, die bereits beim Cyber- Abwehrzentrum federführend beteiligt war…

Da nun im Prinzip eine genaue Definition fehlt, welche Unternehmen in die Pflicht genommen werden, erinnert dieses Vorhaben an einen von vielen Schildbürgerstreichen, die gerne und häufig von Unions- Politikern ausgeheckt werden. Ist demnach eine Arztpraxis weniger kritisch zu beurteilen wie ein Einwohnermeldeamt? Denkt man auch an Notrufleitzentralen und Krankenhäuser? All dies soll intransparent bleiben.

Ein weiterer, nicht zu vernachlässigender Aspekt ist der Umstand, dass viele Unternehmen, die womöglich zu den auserwählten zählen könnten, gar keine eigene IT- Abteilung unterhalten. Das macht es schwierig, überhaupt Cyber- Angriffe als solche zu erkennen. Wer eine Sicherheitsoftware auf dem eigenen Computer verwendet, wird gelegentlich mit Meldungen konfrontiert, deren Bewertung selbst Fachleuten schwer fällt. Oft sind es harmlose Aktivitäten, ausgelöst durch Updateversuche oder lapidare Systemanfragen, in Expertenkreisen auch als sogenannte “False Positives” bekannt, der Auslöser für Alarmierungen. Und wer nichts bemerkt, wird auch nichts melden…

Der Verdacht liegt nahe, dass der Bundesinnenminister mit diesem Gesetz die in Unionskreisen geliebte, vom Bundesverfassungsgericht aber abgeschmetterte Vorratsdatenspeicherung in milder Variante eingeführen möchte. Denn demnach soll das Telemediengesetz derart geändert werden, dass Anbieter von Telekommunikationsdiensten in Fällen von Fehlern und Störungen Bestands- und Verkehrsdaten von Nutzern erheben dürfen und sollen. Das weckt Begehrlichkeiten von Strafverfolgungsbehörden, die ja letztendlich als steuerende und analysierende Behörden ins Konzept verwoben wurden, wie beispielsweise das Bundeskriminalamt.

Unlängst verpulverte Thomas de Maiziere als Verteidigungsminister über 600 Millionen Euro Steuergelder in das Euro- Hawk Projekt, einer Aufklärungsdrohne für die Bundeswehr, der nie eine Erlaubnis zum Fliegen erteilt worden wäre. Kann man diesem Fiasko kein Ende setzen? Was bringt die wahlberechtigten Bürger Deutschlands zur Vernunft, nicht ständig unfähige Regierungen mit ihrem lapidaren Kreuz auf einem Wahlzettel zu erschaffen? Auf diesem Holzweg, den Herr de Maiziere beschreitet, findet sich auf jedem Abschnitt ein Brett, welches sich prächtig vor die eigene Stirn nageln lässt…

Wir wollen Krieg!

19. August 2014

Deutsche Medien und Politiker sowie hochrangige NATO- Repräsentanten verbreiteten nachweislich brisante Falschmeldungen. Twitter- Meldungen von 2 englischen Journalisten zufolge sollte angeblich ein russischer Militärkonvoi die Grenze zur Ukraine passiert haben. Diese unbestätigten Behauptungen wurden von westlichen Medien aufgegriffen und als Schlagzeilen verpackt der Öffentlichkeit präsentiert. Selbst Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen bestätigte diese Meldung ebenso wie ein ukrainischer Militärsprecher.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko scheute sich nicht davor, der Lügenmär noch eine dreiste Pointe zu verpassen. Laut seinen Aussagen hätte das ukrainische Militär sogar jenen russischen Militärkonvoi weitgehend zerstört…

Quelle: salzburg.com

Quelle: salzburg.com

 

 

 

 

 

 

 

 

Den angeblichen Militärkonvoi hat es nie gegeben. Es gibt weder Bild- noch Videobeweise dafür, auch keine Beweise für den mutmaßlichen Abschuss von etwa zwei Drittel jener Militärfahrzeuge, wie Poroschenko behauptete. Die ganze Geschichte stinkt zum Himmel…

Welches Fazit wird daraus gezogen? Im Prinzip keines, obwohl solche Meldungen in der aktuellen Situation hochgradig gefährlich sind. Damit beschwört man Kriege herauf, liebe Medien und Politiker. Obwohl Bundeskanzlerin Merkel unmittelbar nach diesem erfundenen Vorfall mit Poroschenko telefonierte, verzichtet man auf eine Richtigstellung. Auch die Medien ziehen ihre falsche Berichterstattung nur zaghaft zurück.

 

Im Osten der Ukraine droht eine weitere Eskalation: Trotz aller Warnungen aus Kiew drangen russische Militärfahrzeuge in der Nacht zum Freitag über die Grenze in die Ukraine ein, worauf die ukrainische Armee nach Angaben der Präsidentschaft in Kiew mit Artilleriebeschuss reagierte.

 

So titelte u.a. der Stern noch am 15. August 2014: http://www.stern.de/politik/ausland/konflikt-in-der-ostukraine-ukrainisches-militaer-greift-russische-armee-an-2131298.html

Nichts davon entsprach der Wahrheit. Ein erforderliches Dementi bleibt aus. Andere Medien, wie SpiegelOnline räumen immerhin Fehler ein.

Freitagabend mussten Zuschauer und Leser im Westen glauben, in der Ostukraine sei der Casus Belli erreicht: Eine Meldung von der teilweisen Vernichtung eines “russischen Militärkonvois” auf ukrainischem Gebiet durch die ukrainische Armee machte die Runde. Auch SPIEGEL ONLINE griff die Nachricht auf und sprach von einem Angriff auf den Militärkonvoi. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen “bestätigte” in seiner wie üblich vorpreschenden Art sofort den “Einfall” der russischen Armee in die Ostukraine. Die Amerikaner sprachen ebenfalls von einer “russischen Militärintervention”. Weltweit rutschten die Börsenkurse ab.

 

Weder Poroschenko noch Rasmussen werden zur Rechenschaft für Lügen und Dilettantismus gezogen. Interessant wäre gewesen, wie man auf einen ähnlichen Lapsus von Wladimir Putin reagiert hätte? Ohne Putin und seine eigene Propaganda in Schutz nehmen zu wollen, wer so offensichtlich der Lüge und Kriegshetze überführt wird, sollte Konsequenzen erwarten müssen. Aber tatsächlich wird dieser Fall kollektiv unter den Teppich gekehrt.

Die westlichen Staaten sowie ihre Leitmedien müssen sich nicht wundern, wenn man sie als Lügner und Betrüger betitelt, denn sie haben diese Einschätzung nun nachhaltig bestätigt. Zu Recht müssen sie sich gefallen lassen, als Kriegstreiber zu handeln. Wie könnte man diesen Vorfall anders bewerten, insbesondere nach den Reaktionen nach der Erkenntnis, dass jener Zwischenfall sich nie ereignete…?

 

 

 

 

Hört endlich mit der Kriegshetze auf!

23. Juli 2014

Wenn die Medien diesseits oder jenseits des 37. Längengrades (etwa bei Donezk, Ukraine) jeweils ihre eigene Propaganda zu den Konfliktherden in der Ost- Ukraine oder im Gaza- Streifen entsprechend gefiltert und komprimiert in die Schädel der Menschen hämmern, wird die Situation dadurch keineswegs entschärft. In Zeiten der globalen Vernetzung suchen sich die Menschen online jene Wahrheiten, die ihnen am besten in die eigene Ideologie passen, selbst heraus. Die Folgen sind bisweilen fatal.

Ungefiltert überfluten Informationen jene Nachrichtenkonsumenten und leider befinden sich darunter auch etliche Falschmeldungen, zum immer größer werdenden Teil sogar bewusst manipulierte. Einen solchen augenscheinlichen Videobeweis für die angeblich vorsätzliche Ermordung der Zivilbevölkerung im Gaza- Streifen durch israelische Soldaten habe ich hier zu  analysieren versucht:

Ich möchte darauf hinweisen, dass das gezeigte Videomaterial für Kinder absolut ungeeignet ist und meine Analyse der dort gezeigten Vorfälle keinesfalls der Wahrheit entsprechen muss. Auch distanziere ich mich von jedweder Sympathie bzw. Antipathie zu irgend einer Seite der Konfliktparteien. Dieses Video dient ausschließlich beispielhaft zur Sensibilisierung der Leute, die sich solches Material ansehen und sich womöglich eine Meinung aufgrund manipulierter Informationen bilden. Es wäre wünschenswert, wenn die Medien sich auf ihre eigentlichen Aufgaben besinnen und die Menschen neutral über derartige Vorfälle aufklären würden. Den deutschen Medienvertretern fehlt der Mut, sich mit solchen Informationsquellen sachlich und kompetent auseinander zu setzen…

Direktlink: https://www.youtube.com/watch?v=sBakqLUBWP0&feature=player_detailpage

Auffällig erscheint, dass die Protagonisten vor bzw. hinter der Kamera wechselweise englisch und arabisch reden. Das muss nichts bedeuten, wirkt aber in dieser spannungsgeladenen Situation merkwürdig. Zunächst scheint es so, als wollte jemand die Zustände in Gaza dokumentieren. Im weiteren Verlauf scheint die Lage immer gefährlicher zu werden, ohne dass dies die Akteure scheinbar beeindruckt. Wenn die Situation sich derart dramatisch verändert, ist kaum noch jemand in der Lage, sich auf das Filmen zu konzentrieren und würde wohl um Leib und Leben besorgt sein. Israelische Soldaten sind übrigens zu keiner Phase zu erkennen.
Minute 2:00

Im Video sieht man links kurz im Bild den Mann mit dem grünen Shirt. Man beachte, dass dort eine Hauswand entlang die linke Seite abschließt! Die Kamera (wahrscheinlich Handy) schwenkt dann schnell mindestens um 90 Grad nach rechts.

Minute 2:11

Man sieht eine schwarz gekleidete Frau, die die Hände mit den Handflächen nach oben vor sich hält. Wichtig – im Hintergrund sieht man 3 Männer in gelben Warnwesten !?! Dann hört man einen Schuss und die Kamera schwenkt zurück. Der Mann in grünen Shirt taucht unmittelbar vor der Kamera auf, der Rückschwenk war allerdings keine 90 Grad mehr.

Minute 2:23

Er ist demnach vor den Filmenden getreten, ausgerechnet im Moment des Schusses. Erstaunlich ist (zumindest für mein Empfinden), dass in dieser Situation niemand in Deckung geht, was bei mir reflexartig geschehen wäre.

Minute 2:24

Das Kamerabild wird zwar kurz verschwommen, aber erstaunlicherweise hat sich die Kameraposition in keiner Weise geändert. Zumindest der Kameramann ging nicht in Deckung, obwohl der vermeintlich Getroffene unmittelbar vor bzw. neben ihm stand.

Minute  2:27

Ab hier ändert sich die Szene erheblich. Der Mann im grünen Shirt liegt plötzlich in den Trümmern und schaut auf sein Handy. Für jemanden, der gerade von einer Kugel getroffen wurde, ist nicht nur dieses Verhalten ungewöhnlich. Er liegt auch einige Meter weit weg und zwar untypisch für jemanden, der gerade angeschossen wurde. Insbesondere, dass er nun parallel zur Kamera liegt, die sich im Prinzip nicht nach vorn oder hinten weg bewegte, sondern nun wieder nach rechts schwenkte. Auffällig ist der gelbgrüne Nylonsack, der nun plötzlich im Bild liegt. Dass die Kameraposition wieder an der Stelle war, wo sie zuvor (2:11) die Hände der Frau zeigte, erkennt man an der Perspektive wieder und besonders, dass die 3 Personen mit den gelben Westen erneut im Bild sind. Eindeutig ist die Kameraposition jetzt wesentlich weiter vorn, denn die 3 Männer in den Warnwesten sind nun größer. Das sind schätzungsweise 10 Meter, die offensichtlich fliegend im Bruchteil einer Sekunde überbrückt wurden und zwar vom Angeschossenen und vom Kameramann.

Minute 2:37

Jetzt fällt der 2. und 3. Schuss, während das Verhalten des Mannes im grünen Shirt durchaus merkwürdig erscheint. Wie ein Verletzter wirkt er nicht (da kann ich mich auch täuschen) und scheint hauptsächlich um sein Handy besorgt zu sein.

Minute 2:46

Jetzt sieht man dann auch wieder die Männer in den gelben Warnwesten, die offensichtlich Hilfskräfte sind und in den Trümmern suchen. Erstaunlich, dass diese Leute so gelassen ihrer Arbeit nachgehen, während vor ihren Augen jemand mit 3 Schüssen erschossen wurde. Sie scheinen sich daran überhaupt nicht zu stören, was da in ihrer unmittelbarer Nähe geschieht.

Minute 3:00

Augenscheinlich ist der Mann im grünen Shirt tot (?), die Kamera läuft unaufgeregt weiter und auch die 3 Rettungskräfte im Hintergrund stören sich nicht an der offensichtlich so gefährlichen wie entsetzlichen Situation. Von Hilfeleistungsversuchen ist keine Spur, weder von den Begleitern des vermeintlich getroffenen noch von den 3 Männern in Warnwesten…

Mir ist vollkommen bewusst, dass ich hiermit spekuliere und keineswegs beweisen kann, dass diese “Exekution” inszeniert war. Ich möchte auch die Grausamkeiten im Gaza- Streifen damit nicht relativieren. Eines ist allerdings nicht von der Hand zu weisen. Mit solchen Videos, ob nun manipuliert, inszeniert oder tatsächlich authentisch, erwirkt man keine Deeskalation, sondern nimmt bewusst weitere Aggression in Kauf. Auf diese Weise kommt man dem Frieden kein Stück näher, sondern schürt Hass, der sich dann wieder an anderer Stelle entlädt. Wer so etwas macht, treibt die Spirale der Gewalt voran.

Täglich kursien solche und ähnliche Videos vorwiegend durch die sozialen Medien. Sie wirken auf den ersten Blick authentisch und oft geben sie sogar die Realität wider. Leider konnten inzwischen etliche angebliche Beweise für oder gegen irgend welche Ereignisse als Manipulationen entlarvt werden. Manchmal reicht es aus, entscheidende Szenen einfach zu unterschlagen, um einen völlig anderen Eindruck der Geschehnisse zu erzeugen. Ein Paradebeispiel für eine derartig manipulative Berichterstattung lieferte kürzlich das Bild eines prorussischen Separatisten, der eine Stoffpuppe demonstrativ in die Kamera hielt, die offensichtlich einem Passagier des Unglücksflugs MH-17 zuzuordnen ist.

 

Das Bild allein lässt Raum für diverse Interpretationen, die auch von vielen Journalisten entsprechend zelebriert wurden. Es gibt auch Szenen, die danach zeigen, wie sich der “Soldat” bekreuzigt, als er das Stofftier wieder zurück legte. Die Eindrücke könnten nicht unterschiedlicher sein.

Ich würde mir wünschen, dass die Berichterstattung umfassender und konkreter durchgeführt würde. Den Journalisten lastet eine große Verantwortung auf den Schultern und nicht selten fällt es schwer, zu glauben, was man serviert bekommt. Zu oft wurden die Menschen belogen und betrogen.

Mir bluten die Augen, die Ohren dröhnen und mir zerreißt die Seele, sodenn es sie geben sollte, wenn ich ohnmächtig ansehen muss, wie die Menschen sich gegenseitig sinnlos zerfleischen. Ob in Syrien, in der Ost- Ukraine oder im Nahen Osten, einen wahrhaften Grund, weshalb sich die Menschen gegenseitig hassen und töten, kann ich nicht erkennen. Die Bestie scheint entfesselt…

 

Direktlink: https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=xLdRBaL4-wU

Alex im Sommerloch

14. Juli 2014

Sein Name ist Dobrindt…, Alexander Dobrindt , gestört, nicht wach geschüttelt. Er ist der aktuell amtierende Verkehrsminister Deutschlands. Mit einer phänomenalen Attacke auf das bevorstehende politische Sommerloch 2014, die MAUT für alle und überall, versucht sich der CSU- Politiker hinter dem breiten Rücken seines bayrischen Landeschefs Horst Seehofer bemerkbar zu machen.
Gelungen scheint sein Publicity- Plan zu sein, denn wer mächtig viel Nonsens verbreitet, wird in unserer Spaßgesellschaft schließlich eher wahrgenommen als jemand, der eine sinnvolle Idee anzubieten hätte.
Maut, abgeleitet aus dem Gotischen Sprachgebrauch, hat sich als Fachbegriff für Wegzoll etabliert und verliert dadurch etwas an seiner negativ bissigen Bedeutung. Und wenn etwas gar nicht mehr so schlimm klingt, kann man ja damit eben mal bei allen Kraftfahrzeugen auf Deutschlands Straßen abkassieren. Eine Renovierung der Verkehrsinfrastruktur wäre dringend erforderlich. Damit hat Herr Dobrindt absolut recht, jedoch das Überbleibsel aus dem CSU- Bundestagswahlkampf, welches die Koalitionspartner CDU und SPD am liebsten auf Seite 8 und 29 ihres Koalitionsvertrages dem Schlaf des Vergessens überlassen hätten, hat nun der Mann mit der überdimensionierten Brille wieder ausgegraben.
Kein deutscher Autofahrer soll angeblich zusätzliche Kosten tragen müssen. Die Maut für inländische KFZ- Halter soll mit der Kraftfahrzeugsteuer verrechnet werden. Damit die EU seine Pläne nicht durchkreuzt, soll eine sogenannte „Infrastrukturabgabe“ die versprochene Entlastung der deutschen Kraftfahrer formal von der KFZ- Steuer entkoppeln. Ob die Politiker in Brüssel auf diese Dobrindt’sche Finte hereinfallen, besitzt in etwa die Zuversicht, dass Frau Holle doch für winterliches Schneegestöber verantwortlich zu machen sei. Kritiker dieser „All inclusive- Maut“ befürchten, dass die vom Verkehrsminister erwarteten Mehreinnahmen von schätzungsweise 600 Millionen Euro jährlich zu einem Großteil in den Fressnapf des allgegenwärtigen Bürokratiemonsters geraten würden. Schließlich muss die KFZ- Steuer komplett umgestaltet werden. Ob diese Pläne dem Kollegen Wolfgang Schäuble, seines Zeichens Finanzminister und bekanntester Rollstuhlfahrer der Nation, gefallen werden, wird sich alsbald herausstellen, denn dem Finanzministerium wird womöglich mit einer Reform der KFZ- Steuer eine lukrative Einnahmequelle genommen.

Quelle: CSU.DE

Quelle: CSU.DE


Die Niederlande haben bereits eine Klage beim Europäischen Gerichtshof angekündigt, sollte Deutschland seine Maut- Pläne in die Tat umsetzen wollen. Dass ausgerechnet Österreich ebenfalls zu den schärfsten Kritikern der deutschen Maut- Pläne zählt, klingt irgendwie obszön, wo doch jenes Bergvolk schon lange Zeit selbst Wegezölle von Durchreisenden einfordert.
Diese Politiker- Posse erster Güte wird die Medien und die Stammtische quer durch die Republik eine Weile beschäftigen. Tatsächlich geht es auch gar nicht darum, die Maut- Pläne in die Tat umzusetzen, sondern um eine Gesichtswahrung jener CSU- Protagonisten, die diese unausgegorene Idee zum Wahlkampfthema auserkoren hatten. Eigentlich sollte es in der europäischen Union keine Wegzölle geben, wenn man den Grundgedanken dieser Staatengemeinschaft ins Gedächtnis zurück ruft. Anstatt Richtlinien über die Krümmung von Bananen zu erstellen, wäre die Maut eigentlich ein ausgesprochen europäisches Thema…

Wozu gibt es die EU, wenn jeder Staat seine nationalen Wegezölle pflegt? War nicht gerade die Öffnung der Grenzen und jene Freizügigkeit eine fundamentale Errungenschaft dieser europäischen Gemeinschaft? Vernünftig sowie sinnvoll wäre es, ein europaweites Verkehrskonzept auf den Weg zu bringen. Aber wie man die Politiker kennt, bastelt jeder sein eigenes verwirrendes Maut- Spektakel. Eine EU- weite Maut, welche die jeweiligen Gegebenheiten der einzelnen Mitgliedsstaaten berücksichtigt und ausschließlich für die gemeinsame Verkehrsinfrastruktur genutzt würde, dürfte die einzig plausible Lösung dieses Dilemmas sein. Gerechter wäre es in jedem Fall, Bürokratie könnte erheblich reduziert werden und insbesondere das Transportgewerbe bekäme Planungssicherheit. Die KFZ- Steuer würde dadurch womöglich ihre Daseinsberechtigung verlieren. Schließlich muss man Kompromisse eingehen…

Weltmeistertitel für Deutschland überraschend aberkannt!

14. Juli 2014

Bei Sami Khedira sowie Kevin Großkreutz wurde das Dopingmittel Erythropoetin bei der routinemäßigen Urinprobe nach dem Finale um die Fußball- Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien nachgewiesen. Der Star von Real Madrid wollte sich durch kurzfristige Absage vor Spielbeginn einem möglichen Test entziehen, indem er eine plötzliche Wadenzerrung vortäuschte. Der Dortmunder Großkreutz hingegen zog die Aufmerksamkeit der Dopingkontrolleure auf sich, weil er nach dem Pokalfinale zwischen Borussia Dortmund und Bayern München beim Wildpinkeln in einer Berliner Hotellobby aufgefallen war.

Beide Aktionen waren für die Dopingexperten der FIFA verdächtig. Nach den FIFA- Regularien gelten auch Spieler als mutmaßliche Täter, die nicht zum Einsatz kamen, sobald sie zum offiziellen Mannschaftskader zählen. Trainer, Spieler und DFB- Funktionäre legten immer wieder großen Wert auf die Feststellung, dass der gesamte Kader ein geschlossenes Team bildet und jeder darin eine wichtige Funktion erfülle.

Daraus ergibt sich folgerichtig, dass Dopingverstöße auch jenem Kollektiv anzulasten sind. Der Pokal geht damit automatisch an den Zweitplatzierten, also die argentinische Nationalmannschaft.

 

Manuel Neuer darf seine Auszeichnung als bester Torwart des Turniers behalten. Lionel Messi muss allerdings, nachdem er schließlich nachgerückter Weltmeister ist, seinen Trostpreis als bester Spieler an den Engländer Rooney weiter reichen, der in der Reihenfolge von FIFA- Trostplastern Zweitplatzierter war. In einer eigens neu geschaffenen Kategorie für den besten Grünflächen- Wadenbeißer avancierte Luis Suarez aus Uruguay unangefochten für den Titel. Zwar verfehlte er im Match das Bein des Italieners Chiellini deutlich, konnte sich aber in dessen Schulter verankern. Kein anderer Spieler konnte im Turnier einen ähnlichen Erfolg in dieser Disziplin verzeichnen.

Hoffnungsvoll verkündete der brasilianische Fußballverband unerwartet, dass nun wegen Erfolglosigkeit der eigenen Mannschaft ein Blitzturnier, die sogenannte WM Reloaded, durchgeführt wird. Kurzfristig konnte man die hochkarätigen Nationalteams aus San Marino, Dschibuti und Andorra für das Großereignis überzeugen. Somit hält sich die  Seleção die Chancen auf einen Titelgewinn offen…

 

 

 

 

Bundesagentur für Arbeit bietet Umschulung zum Spion an!

11. Juli 2014

Langzeitarbeitslose können aufatmen. In Deutschland wurde ein erhebliches Defizit bei der Berufsgruppe der Spione und der Fachangestellten im Agentenstatus festgestellt. Beide Berufsbilder erfordern lediglich eine einstündige Einarbeitungsphase und werden bei erfolgreicher Übernahme in den Staatsdienst mit Besoldungsstufe 3 eingruppiert.

Doppelagenten werden zu einer besonderen Schulung zur CIA geschickt, nachdem sie einen speziellen Eignungstest bestanden haben. Der insolvente Gastwirt und ehemalige Hobbychirurg Helmfried H. aus B. war einer jener Absolventen. Aufsehen erregte der angehende Doppelnull- Agent durch das Entwenden der Lesezirkel- Mappe aus dem NSA- Untersuchungsausschuss, was die Bundesregierung dazu veranlasste, einen US- Diplomaten höflich des Landes zu verweisen.
Die Mission ist aus Sicht der amerikanischen Geheimdienste damit ein voller Erfolg. Man konnte damit in erschreckend demonstrativer Weise offenbaren, dass Merkel & Co. tatsächlich an die Existenz von Neuland glauben. Die eher demutsvollen und unterwürfigen Reaktionen auf den offensichtlich größten Abhörskandal der Menschengeschichte, steigern lediglich den Empörungsgrad im Gesicht der Kanzlerin von leicht pikiert zu etwas beleidigt.
Wenn es auch so scheint, dass unsere amerikanischen Freunde auf der anderen Seite des großen Teichs diesem Sturm im Wasserglas (Stoßlüftung im Kanzleramt) keine Beachtung schenken würden, hat sich gewaltig getäuscht. Das Gelächter beim monatlichen Kegeltreffen zwischen NSA und CIA in der ehemaligen Kneipe von Juniorspion Helmfried H. über die deutsche Einfalt wurde im benachbarten Brackwede als Jubelgeschrei deutscher Fussballfans wegen des 7:1 Erfolges der Nationalkicker über das brasilianische Team wahr genommen.
So wird ein Edward Snowden offensiv ignoriert, der dem Untersuchungsausschuss wertvolle Erkenntnisse liefern könnte, während man sich über Spionagetätigkeiten im NSA- Untersuchungsausschuss entsetzt zeigt, wenngleich ohne die Informationen des Whistleblowers dieses Gremium kaum würdig erscheint, bespitzelt und abgehört zu werden. Auch die Erkenntnisse des mutmaßlichen Agenten im Verteidigungsministeriums bescheren den Amerikanern doch lediglich die peinlichen Reformbemühungen einer Ursula von der Leyen, welche die Bundeswehr zu einer Krabbelgruppe umgestalten sowie die ohnehin von den Amerikanern gesteuerten Kampfdrohnen auf den bundeswehreigenen Parkplätzen abstellen will.
Das bis dahin praktizierte Prinzip, zunächst den Kopf in den Sand zu stecken, damit wir nicht sehen, wie uns unser wichtigster Bündnispartner vor aller Welt lächerlich macht, konnte selbst nicht mehr den hartnäckigsten Merkel- Freunden zugemutet werden. Stattdessen folgt die neue Strategie dem Motto, dass in einen großen Arsch bestimmt auch mehre reinkriechen können…
(Anmerkung: B steht für Bielefeld und Bielefeld gibt es gar nicht)

Maximallohn für Parlamentarier

1. Juli 2014

Nachdem die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD endlich im Bundestag den Mindestlohn von 8,50 € beschlossen hat und der Arbeitgeberlobby diverse Zugeständnisse einräumte, ist es nun an der Zeit, über die Entgelte jener Volksvertreter zu verhandeln.
Um einen fairen Vergleich anbringen zu können, muss man allerdings die Ausnahmefälle beim Mindestlohn genauer betrachten.

Cent

Quelle: Deutsche Bank

Da wären zum Beispiel jene Zeitungszusteller. Nicht allein in meinem Umfeld übernehmen diesen Job oftmals Schüler, die sich dadurch ihr Taschengeld aufbessern möchten. Und genau in dieser Kategorie bewegt sich auch in der Regel die Bezahlung für diesen Job. Genau genommen könnte man hierbei in einigen Fällen von geduldeter Kinderarbeit durch die Erziehungsberechtigten reden. Gelegentlich darf ich leicht schmunzelnd beobachten, wie das unmittelbare familiäre Umfeld jenes Schülers sich an dieser Aufgabe abarbeitet bis man genervt oder überfordert diese Tätigkeit an den nächsten Protagonisten abgibt. Es ist eben eine reine Nebentätigkeit, die man nur mit ausreichend überflüssiger Freizeit bewältigen kann. Krank darf man übrigens nicht werden, denn diese Form der Arbeitsunfähigkeit gehört nicht ins Tätigkeitsprofil eines Zeitungszustellers auf Basis eines 450€- Jobs.
Die sogenannten Minijobs sind insbesondere für die Arbeitgeber lukrativ, sparen sie dadurch doch Sozialabgaben und die dazugehörigen Verpflichtungen. Dieses Modell der quasi gesetzlich legitimierten Schwarzarbeit besitzt auch auf Arbeitnehmerseite durchaus Wohlgefallen. Jenseits der Finanzbehörden lässt sich unbürokratisch schnelles Geld verdienen. Ist man darauf nicht angewiesen und die zusätzlichen Einnahmen dienen einzig dem persönlichen Luxusgewinn, hat diese Beschäftigungsform durchaus ihre Berechtigung.
Anders sieht die Sache aus, wenn Hartz 4- Empfänger mit solchen geringfügigen Beschäftigungen ihnen Unterhalt „aufstocken“ wollen. Da erreicht man schnell die Grenze, wo dieser Zusatzverdienst angerechnet wird. Die Begründung ist durchaus plausibel, denn schließlich soll ein Arbeitsloser ja nicht von Beruf Arbeitsloser sein. Aber auch gleichzeitig offenbart sich der Irrsinn dieser Methodik. Würde man jene geringfügig Beschäftigten entsprechend entlohnen, also ihnen den Mindestlohn zahlen, wären sie schließlich nicht mehr arbeitslos. Politisch scheint dies aber nicht gewollt zu sein…
Neben Zeitungszustellern sind allerdings auch Saisonarbeiter, Praktikanten sowie Minderjährige im Fokus jener Politiker der Wirtschaftsflügel von CDU/CSU, die auf weitreichende Ausnahmeregelungen drängen. Ob Praktika generell entlohnt werden müssen, ist durchaus diskussionswürdig, unterscheidet man schließlich zwischen berufsbildenden Pflichtpraktika und jenen, die zur Steigerung der Erfolgschancen bei Umschülern und Umsteigern absolviert werden.
Ebenso wie bei Saisonarbeitern sind es oft bürokratische Hürden, die einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung im Weg stehen. Das könnte man ändern, wenn man denn wollte…
Perfide empfinden es viele Menschen, insbesondere die Betroffenen selbst, wenn ausgerechnet jene Volksvertreter, die selbst weit weg von der Lebensrealität eines Arbeitnehmers, dessen Leistung unter Mindestlohn gewürdigt wird, über deren Existenzgrundlage entscheiden.

Mit einer monatlichen Aufwandsentschädigung von derzeit 8252€ (Stand Juni 2014), die zwar versteuert werden muss, aber immerhin von Abgaben zu Renten- & Arbeitslosenversicherung befreit ist, lässt sich kaum nachvollziehen, wie ein Hartz- 4 Empfänger haushalten muss. Hinzu kommt noch die Amtsausstattung, womit die steuerfreie Kostenpauschale in Höhe von aktuell 4202€ den größten Posten darstellt. Die kostenlose Nutzung aller Verkehrsmittel der Deutschen Bahn incl. Schlafwagen sowie Inlandsflüge werden noch durch die Bereitstellung von Büroräumen samt Ausstattung und einer Mitarbeiterpauschale für Angestellte ergänzt. Dazu zählen sogar Mitarbeiter in den Wahlkampfbüros, die im Prinzip Parteiarbeit erledigen und keineswegs im Sinne des Mandats tätig sind. Bestimmte Posten, wie Fraktionsvorsitzende(r) erhöhen diese Entgelte für manche Abgeordnete zusätzlich um einen nicht zu unterschätzenden Betrag.

Man braucht keine Neiddebatte anzuzetteln, um zu erkennen, dass man als Parlamentarier finanziell unabhängig ist. Das ist im Prinzip auch so gewollt, denn ein Abgeordneter soll in seinen Entscheidungen unabhängig bleiben und nur nach seinem Gewissen entscheiden. Dass dies eine Wunschvorstellung ist, die permanent missachtet wird, braucht man nicht näher zu erläutern. Allein der Umstand, dass seit Jahren ein Antikorruptionsgesetz nicht ratifiziert wird, ja eigentlich sogar massiv unterbunden wird, zeigt deutlich, dass ein Großteil jener Volksvertreter gar nicht die Absicht hat, das Volk zu vertreten, sondern sich an ihm zu bereichern.
Man stelle sich vor, ein Parlamentarier würde insgesamt nur noch 6000€ netto verdienen, was ja gegenüber einem Normalsterblichen definitiv kein Hungerlohn wäre. Wäre es nicht so, dass dann nur noch Abgeordnete in den Parlamenten sitzen würden, die tatsächlich aus Überzeugung und nicht wegen des Geldes wegen, diese durchaus schwierige Aufgabe ausüben würden?

Naturschutz für Anfänger

13. Juni 2014

Wenn von Naturschutz die Rede ist, denkt man allgemein an den Walfang, an das Robben- Abschlachten oder das Verenden von Vögeln in irgend einem Ölteppisch. Dabei beginnt Naturschutz bereits vor der eigenen Haustür. Kaum wahrgenommen, existieren in unserer unmittelbaren Umgebung Lebewesen, die nicht selten in der Werbung für ausgerechnet jene Produkte missbraucht werden, die sie maßgeblich ausrotten. Als Paradebeispiel darf man Schmetterlinge heranziehen. Sie symbolisieren das Lebensgefühl einer heilen Welt.

Der Schwalbenschwanz gehört zu den prächtigsten Tagfaltern in unserer Region. Papilio machaon, so sein wissenschaftlicher Name, ist jedoch stark bedroht, da seine Lebensräume immer weiter eingeschränkt werden. Die Futterpfanze seiner Raupe ist vorrangig die wilde Möhre, auch Dill oder Fenchel verschmäht sie nicht.

Direktlink: http://youtu.be/S_F6Ac_EASw

Diese Futterpflanzen wachsen überall dort, wo man sie durch Ackerbau und Monokulturen verdrängt. An Strassengräben und Waldwegen wird sie durch zu exzessives Abmähen ebenfalls immer weiter verdrängt. Dadurch wird dieser schöne Schmetterling immer seltener. Im Garten findet man die Raupen des Schwalbenschwanzes gelegentlich in selbst angelegten Möhrenbeeten. Sie fressen lediglich das Kraut und treten nur vereinzelt auf. Einen Schaden richten sie nicht an. Wer also so eine große grün- schwarz gemusterte Raupe mit orangenen Flecken an den Möhren entdeckt, sollte sie einfach in Ruhe lassen, denn sie ist völlig harmlos, kein Schädling und wird, wenn es denn gelingt, einmal ein wunderschöner Schmetterling.

Hier noch Aufnahmen der Raupe an wilder Möhre:

 


Direktlink: https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=Z1jfhFMh37Y

Friede, Freude, Ukrainekuchen

10. Juni 2014

US- Präsident Barack Obama wurde kurz nach seinem Amtsantritt der Friedensnobelpreis verliehen. Das roch förmlich nach Satire, dennoch meinte es das Nobelpreiskomitee bitter ernst. Offensichtlich wünschte man sich einen Messias herbei, der das amerikanische Militär endlich von den Brandherden, die sie maßgeblich selbst entzündet hatte, zurück pfeifen würde. Der erste farbige Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten muss schließlich ein Zeichen setzen, dachten sich die Preisverleiher erwartungsvoll. Jede andere Überlegung grenzt an Senilität.

Seinen Erwartungen wurde der amerikanische Präsident in keiner Weise gerecht. Es ist schwierig, sich keinen Spekulationen hinzugeben, doch spricht man inzwischen offen von einem neu entflammten „kalten“ Krieg zwischen den sogenannten Supermächten Amerika und Russland. Das Spielfeld für diese Schlacht heißt übrigens Ukraine, Obamas Gegenspieler Wladimir Putin. So sieht es offenkundig die Geschichtsschreibung vor. Weil jedoch Obama samt seiner Verbündeten in der NATO alles andere als glaubwürdige Friedenspolitik offenbaren, darf man nicht vergessen, dass Herr Putin im Grunde ein Despot ist. Es sollte sich nicht die Frage stellen, ob eine gut funktionierende Diktatur einer leider miserabel gelebten Demokratie vorzuziehen sei. Nur weil auf Seiten des Westens eklatante Fehler im Ukraine- Konflikt begangen wurden, wird dadurch das Handeln der Gegenseite nicht besser.

Die Menschen in der Ukraine sind die Leidtragenden, nach deren Wünschen sich eigentlich alle Konfliktparteien richten sollten. Man sollte sich demnach nicht von all jenen Propaganda- Bemühungen beeinflussen lassen, die eigene Sympathie nach West oder Ost zu verlagern. Die Solidarität sollte einzig den Betroffenen gelten und keinesfalls den politischen und militärischen Drahtziehern, welche förmlich nach moralischer Rechtfertigung für ihr verwerfliches Handeln hecheln und dabei weder auf Lügen oder Intrigen verzichten. Leider sind wir an einem Punkt angelangt, der konsequentes Hinterfragen jeglicher Protagonisten beider Konfliktparteien verlangt.

Nun ist der Mensch bekanntermaßen ein Herdentier und folgt blind der Tradition von Lemmingen fremdbestimmten Leitfiguren. In Deutschland repräsentieren insbesondere die Wähler der großen Volksparteien jene possierlichen, jedoch auch ziemlich naiven, mausverwandten Wühltiere. Dass jenes Verhalten des Massenselbstmordes von Lemmingen ebenso eine Illusion ist, wie der Glaube an verantwortungsbewusstes Handeln unserer Regierungsvertreter, sollte endlich etwas Speicherplatz in der Festplatte von Wählerhirnen finden.

Aktuell liefert Heiko Maas (SPD), einstiger Padawan (Synonym für „Schüler“ aus dem Star Wars Universum) vom ehemaligen saarländischen Ministerpräsidenten und Ex- Linken- Parteichefs Oskar Lafontaine, der in seinem Bundesland nie politisch überzeugen konnte, den Beweis für umfassende Inkompetenz als Justizminister. Sollte Herr Maas nicht an Blitzdemenz leiden, müsste ihm schließlich bewusst sein, warum Edward Snowden einer nach Moskau anreisenden Delegation des entsprechenden Untersuchungsausschusses nicht Rede und Antwort stehen kann. Es wäre ein Zeichen der eigenen Staatssouveränität, Herrn Snowden in Deutschland zu befragen und ihm Immunität gegenüber den USA und einem in diesem Fall absurden Auslieferungsvertrag zu zu sichern.

Da wurden durch Edward Snowden ungeheuerliche Schnüffelaktionen diverser Geheimdienste detailliert nachgewiesen, während die Bundesregierung zunächst die massenhaften Ausspähungen leugnete und später zu relativieren versuchte. Damit reiht Herr Maas sich nahtlos in die unfähige Regierungsmannschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel(CDU) ein, deren einstige Lakaien, Ex- Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) und Ex- Innenminister Hans- Peter Friedrich(CSU), den NSA- Untersuchungsausschuss zu verhindern versuchten und die Ausmaße der Spionagetätigkeiten klein reden wollten.

Man kann sich nicht dem Eindruck erwehren, dass in dieser Angelegenheit die Bundesregierung die eigene Inkompetenz mit aller Gewalt zu vertuschen versucht und sich dabei weltweit lächerlich macht, denn tiefer kann man gar nicht mehr im Arsch des amerikanischen Präsidenten stecken, wodurch dieser alsbald Würgereflexe durch den von unten herannahenden Haaransatz unserer Bundeskanzlerin bekäme.

Die erst kürzlich durchgeführte Europa- Wahl bestätige einmal mehr, dass die Mehrheit der Deutschen lieber konservativ belogen und betrogen wird anstatt ihre Wohlstandslethargie der Gerechtigkeit und des eigenen Gesichtsverlustes wegen verlassen würde. Wer sich jetzt angepisst oder denunziert fühlt, darf sich gerne mit konstruktiven Gegenargumenten zur Wehr setzen. Dieses Volk ist doch selbst daran schuld, dass wir den Führungseliten folgen und in den Abgrund stürzen, während diese jedoch immer einen Fallschirm besitzen. Nicht die Lemminge sind blöd…

Das Ei des KolumGlobus

23. Mai 2014

Die Handelskette GLOBUS wirbt mit ihrem neuen Eiersortiment im Internet:

http://www.globus.de/de/magazin/nachgefragt/ein_ei_wie_das_andere_/ein_ei_wie_das_andere_.html

Aufgefallen wäre mir diese Strategie eigentlich nicht, wenn ich nicht über Wochen das Fehlen von Freiland- Eiern in dem Markt meines Vertrauens vermisst hätte. Statt der Freilandeier wurde seit April dieses Jahres eine neue Packung Eier ins Sortiment aufgenommen.

Es handelt sich um Bodenhaltungs- Eier mit dem Siegel „Tierschutz geprüft

Die Erklärung hierfür findet man ebenfalls auf der Internetpräsenz von GLOBUS:

Tierschutz geprüft

Das Siegel „Tierschutz geprüft“ hat der KAT gemeinsam mit den deutschen Tierschutzorganisationen „Deutscher Tierschutzbund e.V.“, „Bundesverband Tierschutz e.V.“ und „Bund gegen den Missbrauch der Tiere e.V.“ entwickelt. Die Anforderungen an das Halten von Legehennen gehen sogar noch über den KAT-Standard hinaus. Ziel ist eine besonders artgerechte Haltung für Legehennen in Boden- und Freilandbetrieben. So liegt beispielsweise die Gruppengröße dieser Haltungsform bei nur 1.500 Hennen. Das Kürzen der Schnäbel ist verboten und die Hühner erhalten hochwertiges Futter ohne Gentechnik.

Mir bekannte Tierschutzaktivisten betrachten dieses Siegel mit Skepsis. Im Grunde ist es ein Widerspruch, Betrieben mit Legehennen in Bodenhaltung ein Tierschutz- Siegel zu zugestehen. Insbesondere, wenn Eier aus Freilandhaltung jenes Siegel nicht tragen, beschleicht mich der Verdacht, dass man hier einen gehobenen Standard suggeriert, dem diese Art der Tierhaltung gar nicht gerecht werden kann.

Der Verweis auf eine Gruppengröße von 1500 Hennen hat keinerlei Aussagekraft, wenn die Angabe des Areals, auf welchem sich die Tiere frei bewegen können, fehlt.

Das Kürzen der Schnäbel ist im Grunde verboten und keineswegs ein hervorzuhebendes Merkmal eines Siegels, welches den Tierschutz hervorheben soll. Die Albert- Schweitzer- Stiftung erklärt es folgendermaßen:

Aus tierschutzrechtlicher Sicht ist das Schnabelkürzen nur in Ausnahmefällen erlaubt. Das bedeutet, dass alle Fälle geprüft werden müssen. Erst dann, wenn es keine Alternativen zum Schnabelkürzen gibt, dürfen Ausnahmegenehmigungen erteilt werden. In der Praxis werden die Ausnahmegenehmigungen aber immer und ohne jede Nachfrage erteilt. Damit befindet sich der Tierschutz (mal wieder) in einer Situation, in der er um gesetzeskonforme Bedingungen kämpfen muss.

Quelle: http://albert-schweitzer-stiftung.de/kampagnen/schnabelkuerzen-beenden

Des Weiteren wird diese Prozedur so charakterisiert:

Das Schnabelkürzen ist eine Prozedur, die bei praktisch allen Küken vorgenommen wird, die später als Legehennen in Boden- und Freilandhaltungen Eier legen müssen. Die mit Nerven durchsetzten Schnabelspitzen werden dabei mit einer heißen Klinge oder einem Laser abgetrennt, um zu vermeiden, dass die Hennen sich später gegenseitig verletzen oder gar töten.

Das Schnabelkürzen ist ein typisches Symptom der Massentierhaltung: Die Tiere werden den schlechten Haltungsbedingungen angepasst, anstatt die Haltungsbedingungen den Tieren anzupassen. Wären die Bedingungen nicht so schlecht und weniger stressverursachend, würden die Verhaltensstörungen Federpicken und Kannibalismus gar nicht erst entstehen.

Auch der Hinweis, dass keine genmanipulierten Futtermittel verwendet werden, ist reine Makulatur. Der Anbau von genmanipulierten Futtermitteln ist bislang in der EU verboten. Leider existiert eine Gesetzeslücke, die es eben nicht verhindert, dass solche Futtermittel importiert und verfüttert werden. Es gelangen somit quasi durch die Hintertür gentechnisch veränderte Substanzen in den Nahrungskreislauf.

Genau genommen besitzt also dieses Siegel keine besonderen oder gar erwähnenswert höheren Standards als die übliche Bodenhaltung. Man grenzt sich, wenn man es so ausdrücken möchte, lediglich gegen noch schlimmere Zustände in der Tierhaltung ab.

Alle Beteiligten an dieser Siegelvergabe habe ich um eine Stellungnahme gebeten. Darauf bin ich gespannt…


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